AfD-Treffen in der „Fellstuben“ löst Aktionen von Antifa-Gruppe aus

Hier wird gegen den AfD-Stammtisch protestiert

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2013 traf sich die NPD in den „Fellstuben“, jetzt hält die AfD dort Stammtische ab.

Neuhausen – Die regelmäßigen Treffen von AfD-Abgeordneten und -Parteimitgliedern sind vielen ein Dorn im Auge – vor allem dem Antifa Stammtisch München

In Neuhausen regt sich Widerstand gegen regelmäßige Stammtische der AfD in der Gaststätte „Fellstuben“ an der Sedlmayrstraße. Der „Antifa Stammtisch München“ macht mit Aushängen im Viertel auf die Parteitreffen aufmerksam und ruft zum „vielfältigen und kreativen Protest auf“. „Zeigen wir, dass in Neuhausen kein Platz für Rassismus und menschenverachtende Hetze ist“, steht auf dem Flyer.

Sichtbaren Protest leisten AfD-Gegner auch vor Ort. Wie Johann Zinkl von der Neuhauser Polizei bestätigt, stehen während der Partei-Stammtische häufig zwischen drei und sechs Personen vor der Gaststätte und demonstrieren. „Angeblich immer ganz spontan, also nicht angemeldet. Aber das läuft bisher alles ganz friedlich“, so Zinkl. Die Polizei weiß bereits seit Ende August von den Partei-Stammtischen dort und behält die Situation im Rahmen von Streifenfahrten Auge.

Gegen eine Pegida-Kundgebung auf dem Rotkreuzplatz demonstrierten kürzlich 400 Menschen.

Wirtin Sylvia Hartmannsgruber hat mit den AfD-Treffen „kein Problem“. „Das ist eine zugelassene Partei. Unter den Gästen sind auch Bundestagsabgeordnete. Die zahlen ihre Zeche und Geld stinkt nicht“, sagt sie.

Der Bezirksausschuss (BA) Neuhausen-Nymphenburg sieht das durchaus kritischer. Viertel-Chefin Anna Hanusch (Grüne) sagt: „Mir wäre es am liebsten, wenn in keiner Gaststätte im Stadtbezirk AfD-Stammtische stattfinden würden.“ Allerdings sei das letztendlich eine Entscheidung der Wirte. Sie möchte jedoch mit der Eisenbahner-Baugenossenschaft (ebm) als Vermieter und der Brauerei sprechen. „Ob die mit dem Image, das damit verbunden ist, einverstanden sind.“

Der Antifa Stammtisch München, der unter dem Motto „Neuhausen gegen Rechts“ auch auf Facebook über seine Protestaktion informiert, gab auf Hallo-Anfrage bisher noch keine Stellungnahme ab.

Ursula Löschau

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