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Hereinspaziert ins Kreativquartier

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Am Start: Katharina Wolfrum (li.) und Anna-Cathérine Koch.

Neuhausen - Kaum jemand kennt es: Das Kreativquartier in der Schwere-Reiter-Strasse. Damit sich das nun ändert, haben zwei Kulturmanagerinnen ein Quartiersbüro gegründet

Vom Kreativquartier gehört haben schon viele Neuhauser. Einige haben vermutlich auch schon ein Konzert, eine Ausstellung, Theateraufführung oder einen Diskussionsabend auf dem fünf Hektar großen Gelände an der Dachauer und Schwere-Reiter-Straße besucht. „Aber kaum jemand kennt das Areal in seiner ganzen Komplexität“, weiß Katharina Wolfrum (35). Das will sie zusammen mit Anna-Cathérine Koch (35) ändern. Die beiden Kulturmanagerinnen haben ein Quartiersbüro gegründet, das ab sofort auf dem Gelände zum Kennenlernen der dortigen Akteure einlädt. „Wir wollen das Ganze hier sichtbar machen und zum Stadtteil hin öffnen“, sagt Koch. Ihre Erfahrung: „Die Besucher sind zwar sehr interessiert. Es fällt den Leuten aber schwer, zu verstehen, was dieses Kreativquartier hier insgesamt ist und was nötig ist, damit es funktioniert.“

Sofern sich Nachbarn und andere Neugierige überhaupt auf das Gelände trauen. „Es ist von außen nicht gerade einladend, erst recht, seit die Lamentohallen abgerissen wurden. Da wirkt es so, als fände hier gar nichts statt“, bedauert Wolfrum. Beide beschäftigen sich seit 2014 mit dem Kreativquartier, sind teils selbst als Produktionsleiter in der freien Tanz- und Theaterszene oder als Kuratoren für eigene kleine Projekte vor Ort tätig. Und Koch schwärmt: „Das ist einer der letzten Freiräume in der Stadt.“ Bei einer Veranstaltung des Vereins Labor München präsentierten sie im Sommer 2017 dann ihre Idee eines Quartiersbüros und entwickelten ab Oktober mit Unterstützung des Kompetenzteams Kultur- und Kreativwirtschaft ihr Programm, zunächst vom Ruffinihaus in der Innenstadt aus, und jetzt als Ansprechpartner vor Ort. Ihre Zielgruppe: „Die Nachbarn und alle, die wissen wollen, was hier geschieht“, erklärt Anna-Cathérine Koch. „Und auch die, die sich mit Ideen und Projekten selbst einbringen möchten“, ergänzt Katharina Wolfrum. Nicht zuletzt wollen sie auch den Akteuren, die bereits im Quartier aktiv sind, beim Kennenlernen und Vernetzen helfen. Dazu gibt es ab Februar regelmäßige Spaziergänge (s. Kasten). Geplant sind auch monatliche Veranstaltungen, bei denen sich die Einrichtungen öffentlich präsentieren. Denn: „Diese wilde Mischung lässt sich nicht mit einem Satz erklären, die muss man erleben“, sagt Wolfrum. ul

Kulturgespräch, Spaziergänge und weitere Angebote

Aktuell gibt es viele Anlässe, das Kreativquartier an der Dachauer Straße beim Leonrodplatz zu besuchen und besser kennenzulernen: Der Bezirksausschuss (BA)Neuhausen-Nymphenburg und der Verein „Labor München – Entwicklungsgemeinschaft Kreativquartier“ laden am Donnerstag, 25. Januar, zu einem Kulturgespräch unter dem Titel „Subkultur – Hochkultur – Stadtteilkultur“. Vertreter des BA und vom Labor München diskutieren unter anderem mit Stadtbaurätin Elisabeth Merk sowie Sprechern des Kultur- und des Kommunalreferats über die Wünsche des Stadtteils ans Quartier. Beginn ist um 19 Uhr im IMAL, Zugang über Schwere-Reiter-Straße 2. Das Theater Werkmünchen informiert am Mittwoch, 7. Februar, auf Einladung des Quartiersbüros über seine Arbeit. Die Einrichtung bietet unter anderem darstellenden Künstlern, die gerade keine reguläre Beschäftigung haben, Möglichkeiten der Weiterbildung. Beginn ist um 19 Uhr im Haus Mucca, Schwere-Reiter-Straße 2. Unter anderem werden Ergebnisse des Programms „Acting for Film“ gezeigt. Ab 8. Februar bietet das Quartiersbüro jeden zweiten Donnerstag im Monat einen Spaziergang durch das Kreativ­quartier an. Start ist jeweils um 18 Uhr vor dem Schwere Reiter, Dachauer Straße 114. Die Routen variieren, um viele Einrichtungen auf dem Gelände vorzustellen. Die Teilnahme ist jeweils kostenfrei.

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