Hilfe! Wir brauchen mehr Schüler

Freie Plätze in Ganztagsklasse und Mittagsbetreuung im Arnulfpark

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Manuela Schwimmbeck (re.) und Nikola Oßmann vom Elternbeirat werben für die Helmholtzschule.

Neuhausen/Maxvorstadt: Rektorin Manuela Schwimmbeck (re.) und Nikola Oßmann vom Elternbeirat der Grundschule an der Helmholtzstraße haben ein Problem, das münchenweit einmalig sein dürfte.

Das ist der absolute Ausnahmefall in München: Während nahezu jede Grundschule in der Stadt aus allen Nähten platzt, wirbt Manuela Schwimmbeck (39), Rektorin der Grundschule an der Helmholtzstraße, um Schüler. Dort sind für das kommende Schuljahr für Erstklässler noch vier Plätze im gebundenen Ganztag und bis zu 19 Plätze in der Mittagsbetreuung frei.

Der Grund: Im Sprengel der Arnulfpark-Schule leben zu wenig Kinder im Grundschulalter, um Klassen in einer „gesunden Stärke“ bilden zu können, wie die Schulleiterin sagt. „Optimal wären 20 bis 22 Kinder pro Klasse“, erklärt sie. Momentan besuchen 210 Kinder in zwölf Klassen die Helmholtzschule, was einen Schnitt von 17 Kindern pro Klasse ergibt. Daran wird sich voraussichtlich auch im neuen Schuljahr wenig ändern. Wobei der Anteil an Gastschülern aus umliegenden Stadtbezirken jetzt schon vergleichsweise hoch ist. „Wenn dann nur ein paar Kinder wegziehen oder wiederholen müssen, kann es passieren, dass wir Klassen zusammenlegen müssen. Und das ist für alle nicht so optimal.“

Deshalb spricht Schwimmbeck jetzt weitere Eltern potentieller Gastschüler an und lockt zudem mit einem besonderen Angebot: „Zum ersten Mal können wir allen Schülern ab dem neuen Schuljahr auch in den Ferien eine Betreuung anbieten.“ Dazu arbeitet die Rektorin mit der Ferienakademie Applaus zusammen, ein neues Bildungs- und Ferienprogramm unter der Leitung von Anna Seliger aus Neuhausen Geplant ist eine Betreuung in den Oster-, Pfingst- und in der Hälfte der Sommerferien 2018 jeweils morgens ab 7.30 Uhr in der Schule.

„Das ist für die Kinder der gewohnte Weg, die gewohnte Umgebung und der normale Zeitplan und für die Eltern eine große Erleichterung“, sagt Nikola Oßmann (49) vom Elternbeirat. „Der Ganztag war für viele Eltern bisher uninteressant, weil da keine Ferienbetreuung dabei war.“

Dass die Schülerzahlen für die 2012 eröffnete dreizügige Grundschule bisher an der unteren Grenze liegen, hat dem Elternbeirat und der Schulleitung schon im vergangenen Jahr Kopfzerbrechen bereitet (Hallo berichtete). Damals wurde eine Änderung des Schulsprengels beantragt. Diese hat das Referat für Bildung und Sport jedoch abgelehnt und prognostizierte eine „zukünftige Erhöhung der Schülerzahlen“. Schließlich werden im Einzugsgebiet der Grundschule nach wie vor Wohnungen gebaut.

Manuela Schwimmbeck ist darauf vorbereitet: „Die Kinder können kommen. Wir haben noch genügend Puffer.“
ul

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