„Der BA kann das nicht über unsere Köpfe hinweg entscheiden.“

Erneut Streit um Kunst am Bau beim Neuhauser Trafo

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Der BA befasst sich in seiner Sitzung am 23. Oktober (19.30 Uhr, Hirschgarten) mit der Kunst am Bau.

Neuhausen – Der Stadtteilkulturverein fordert einen Künstlerwettbewerb im Viertel – Doch das Kulturreferat richtet sich nach dem Ausgang des Votums im Bezirksausschuss

Träger des Projekts ist der Stadtteilkulturverein unter der Leitung von Ingeborg Staudenmeyer.

In Sachen Kunst am Bau beim zweiten Abschnitt des Neuhauser Trafos ist Streit in Sicht: Der Verein für Stadtteilkultur Neuhausen-Nymphenburg will als Träger des künftigen Kultur- und Bürgerzentrums vom üblichen Jury- und Auswahlverfahren abweichen und einen Wettbewerb unter den Künstlern im Stadtbezirk ausschreiben. Über den Sieger sollen die Bürger entscheiden. Das Kulturreferat bietet bisher lediglich an, die Jury um ein beratendes Mitglied aus dem Stadtteil zu erweitern, und bittet nun den örtlichen Bezirksausschuss (BA) um Stellungnahme. 

Beim ersten Bauabschnitt des Neuhauser Trafo sorgte das Kunstprojekt „Der Krake“ im Erkerfenster des dritten Stocks für Aufregung.

Sehr zum Ärger von Kulturvereinschefin Ingeborg Staudenmeyer. Sie sagt: „Der BA kann das nicht über unsere Köpfe hinweg entscheiden.“ Der Verein fühle sich „den Bürgern im Viertel verpflichtet“. „Deshalb soll diesmal ein Kunstwerk aus dem Viertel und für das Viertel entstehen. Und deshalb sollen die Bürger auch das letzte Wort haben“, schreibt Staudenmeyer in einem offenen Brief an die Stadt und den BA. 

Im Frühjahr 2019 soll alles fertig sein. Auch die Sozialwohnungen sowie die Kinderkrippe.

Sie spielt damit direkt auf das Kunstprojekt „Der Krake“ an, das 2009 beim ersten Trafo-Abschnitt realisiert wurde. Die Videoinstallation im Erkerfenster im dritten Stock stieß damals auf viel Unverständnis in Neuhausen. BA-Chefin Anna Hanusch (Grüne) will das Thema offen angehen.

 „Falls den BA oder die Mehrheit des Gremiums die Idee des Stadtteilkulturvereins überzeugt, dann kann das auch so noch gefordert werden“, sagt sie – gibt aber zu bedenken, dass dies ein Präzedenzfall sei: „Es käme da sehr viel auf den Verein zu. Ich würde eher abraten.“ Martin Kunschak vom Kulturreferat sagt auf Hallo-Anfrage: „Sollte der BA beschließen, dass hier anders vorgegangen werden soll, müsste das geprüft werden. Wobei die Prüfung grundsätzlich schon wohlwollend angegangen würde.“

Ursula Löschau

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