Statt Leerstand: Schuh- wird Kunsthaus

Wie aus einem Schuh- ein Künstlerhaus wird

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Gabi Blum (Dritter von rechts) und weitere Neuhauser Künstler bringen derzeit Leben in die früheren Räume des Schuhhauses Raab.

Neuhausen – Alte Schuhe? Von wegen: Die neue Ausstellung „Schmankerl“ setzt ein Zeichen gegen das Ladensterben

 Neuhausen hat vorübergehend einen neuen Treffpunkt: für Künstler, fürs Viertel, für die Mieterinitiative „Baugenossenschaften erhalten“ und für alle anderen, die neugierig in die lange leerstehenden Räume an der Donnersbergerstraße 15 kommen. Bis zum Jahresende funktioniert die Künstlerin Gabi Blum (39) das frühere Schuh- zum „Kunsthaus Raab“ um und lädt Künstler aus dem Viertel ein, sich an dieser Zwischennutzung zu beteiligen. Das Angebot kommt an: Ab Samstag, 6. Oktober, präsentiert die Neuhauserin Werke von 21 Künstlern.

„Schmankerl“ heißt die Ausstellung, die bis Dezember Skulpturen, Objekte, Videos, Malerei, Keramik, Aktionskunst und vieles mehr bietet. Der Titel erinnert unter anderem an die Vorgeschichte der Ladenräume, wo einst die „Wittelsbacher Bierhalle“ war. „Hier trauen sich auch die Leute rein, die sonst wenig Berührung mit junger experimenteller Kunst haben“, hat Blum bereits festgestellt. „Das Feedback ist durchweg positiv.“

Wobei sie mit der Zwischennutzung nicht nur Raum für Kunst und Künstler schaffen möchte: „Es geht auch um die Themen Leerstand und Ladensterben und darum, Dinge zu retten und zu zeigen, die sonst verschwunden wären“, erklärt sie. Dazu gehören Relikte früherer Kunstaktionen ebenso wie Stühle aus einer längst geschlossenen Wirtschaft. Ergänzt werden die Exponate durch ein Aktionsprogramm mit Workshops für Kinder, Künstlergespräche und mehr (www.kunsthausraab.de) – alles bei freiem Eintritt. Um das zu ermöglichen, fördert der Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg Blums Projekt mit 7000 Euro. ul

Während der „Kultüren“ ist am Samstag, 6. (14 bis 20 Uhr), und Sonntag, 7. Oktober (12 bis 19 Uhr) geöffnet, sonst donnerstags und freitags von 13 bis 19 Uhr.

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