BA berät über Test in Nymphenburg

Bald fahrerlose Busse für Neuhausen-Nymphenburg?

In Sitten (Schweiz) fahren seit einem Jahr autonome Kleinbusse im Testbetrieb.
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In Sitten (Schweiz) fahren seit einem Jahr autonome Kleinbusse im Testbetrieb.

Nymphenburg: Busse ohne Fahrer – wie hier in Sitten in der Schweiz – könnten in manchen Vierteln Münchens in absehbarer Zeit zum Stadtbild gehören.

Es ist keine Utopie: In München könnte es in absehbarer Zeit Kleinbusse geben, die sich ohne Fahrer durchs Viertel bewegen. Michael Solic, Sprecher der Stadtwerke München (SWM), bestätigt auf Hallo-Anfrage: „Die MVG stellt Überlegungen in diese Richtung an – jedoch aktuell noch in einem sehr frühen Stadium.“ Verschiedene Vorreiter gibt es bereits. In Metropolen wie London, Paris und Helsinki laufen Testbetriebe mit autonomen Verkehrsmitteln. Aber auch kleinere Städte wie Sitten in der Schweiz und Bad Birnbach in Niederbayern lassen sich auf die innovative Technik ein. Warum also nicht auch München?

Das fragen zum Beispiel die Grünen im Bezirksausschuss (BA) Neuhausen-Nymphenburg und schlagen Münchens zweitgrößten Stadtbezirk als Testgebiet vor. Zwei Viertel würden sich nach Ansicht von Fraktionssprecher Alexander König besonders eignen: „Über einen entsprechenden Kleinbus könnte sich die ÖPNV-Anbindung des Neubaugebiets Hirschgarten an die S-Bahn-Station verbessern lassen. Auch im unzureichend an den ÖPNV angebundenen Wohnquartier nördlich des Nymphenburger Schlosskanals könnte ein autonomer Kleinbus eine attraktive Mobilitätsergänzung sein.“ So steht es in einem Antrag, der in der kommenden BA-Sitzung am Dienstag, 27. Juni, zur Debatte steht.

Das Ziel: Selbstfahrende Kleinbusse sollen als Nahverkehrs­ergänzung getestet werden. Wie beim Beispiel Sitten im Kanton Wallis: Im Auftrag der Post sind dort seit einem Jahr zwei autonome Fahrzeuge auf einer Rundstrecke von 1,5 Kilometern in der Altstadt unterwegs. Die beiden Shuttles befördern bis zu elf Personen mit maximal 20 Kilometern pro Stunde. Dabei werden sie stets von instruierten Personen begleitet, verkehren aber vollautomatisiert und verfügen weder über ein Lenkrad noch über Brems- und Gaspedale. Im Bedarfsfall steht ein Notfallknopf zur Verfügung, um den Bus anzuhalten. „Dank modernster Sensoren können die Fahrzeuge tagsüber wie auch nachts auf den Zentimeter genau fahren und sämtliche Hindernisse und Signalisierungen auf der Straße erkennen“, heißt es in einer Erklärung der Postauto Schweiz AG, die den auf zwei Jahre angelegten Test zusammen mit weiteren Partnern realisiert.

Von solch konkreten Ansätzen ist München allerdings noch weit entfernt. „Genaue Umsetzungsmöglichkeiten, geschweige denn Kosten sind derzeit nicht benennbar“, sagt Solic mit Hinweis auf das frühe Stadium der Überlegungen.

ul

Der BA Neuhausen-Nymphenburg tagt am Dienstag, 27. Juni, ab 19.30 Uhr im „Goldenen Hirsch“, Renatastraße 35.

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