Thomas Vieweg war 20 Jahre lang beim SEK – jetzt wird er Chef der Neuhauser Polizei

Der Neue: Ganz ohne Helm und Maske

+
Thomas Vieweg auf dem Dach der Neuhauser Inspektion, wo seit kurzem ein Bienenvolk lebt. Der neue Polizeichef freut sich schon auf den ersten Honig aus hauseigener Produktion.

An öffentliche Termine muss sich Thomas Vieweg (50) noch gewöhnen. Aber der neue Chef der Neuhauser Polizei freut sich drauf. Was ihn daran reizt, sich um die Sicherheit in Neuhausen-Nymphenburg zu kümmern, lesen Sie hier.

Thomas Vieweg (50) hat am Donnerstag Premiere: Er ist der neue Chef der Polizeiinspektion Neuhausen (PI 42) und stellt sich bei der Bürgerversammlung erstmals öffentlich vor. Das ist für den Polizeioberrat, der bisher beim Spezialeinsatzkommando (SEK) tätig war, eine ziemlich ungewohnte Situation. „Dort geht man bewusst nicht an die Öffentlichkeit“, erklärt Vieweg und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Ohne Helm und Maske aufzutreten, ist für mich völlig neu.“

Geboren ist der Nachfolger von Ulrich Rothdauscher, der die PI 42 im Juli verlassen hat (Hallo berichtete), in Coburg. Als Kind kam er mit seinen Eltern nach München und wuchs in Aubing auf. „Ich bin zur Olympiade eingeschult worden“, erinnert er sich. Später zog die Familie nach Franken, wo sich Vieweg nach der Mittleren Reife für eine Ausbildung bei der Bereitschaftspolizei entschied. „Ich wollte vor allem etwas Anderes als die anderen in der Familie machen, die waren alle bei Siemens“, sagt er. Die Arbeit bei der Polizei erschien ihm als ideale Alternative zu einem „reinen Bürojob“ oder einem Berufsleben in der Fabrikhalle. „Man kommt raus, arbeitet mit Menschen und hat sogar die Möglichkeit, anderen zu helfen. Ich finde bis heute, dass ich mich richtig entschieden habe“, sagt er.

Dabei fiel sein Berufsstart in bewegte Zeiten. „Es waren die Wackersdorf-Jahre. Der Polizeiberuf war bei den Leuten damals gar nicht so beliebt“, sagt er und erinnert sich an erbitterte Auseinandersetzungen rund um die einst geplante Wiederaufbereitungsanlage in der Oberpfalz. „Demos und Versammlungen waren zu der Zeit oft gewalttätig“, sagt das damalige Mitglied eines sogenannten Unterstützungskommandos (USK) der Polizei. 1989 kam Vieweg dann nach München, wo er ab 1992 für Spezialeinheiten arbeitete.

In den vergangenen Jahren war der Taufkirchener als SEK-Abschnittsleiter für große Einsätze in ganz Bayern mitverantwortlich. Dazu gehörten die Terrorwarnung am Münchner Hauptbahnhof in der vergangenen Silvesternacht und der Amoklauf am 22. Juli am Olympia-Einkaufszentrum in Moosach. „Ich habe aber immer auch geschaut, dass ich den Kontakt zur Polizeiarbeit an der Basis halte“, erklärt er seinen Wunsch, die Leitung einer Polizeiinspektion zu übernehmen.

„Bisher war ich in ganz Bayern unterwegs. Jetzt bin ich für einen abgegrenzten, lokalen Bereich zuständig, in dem ich mich beheimatet fühlen kann“, sagt der neue Chef von rund 180 Beamten und Angestellten und schwärmt von seinem Zuständigkeitsbereich. „Das ist ein herausgehobener Stadtbezirk: groß, mit einer schönen Bebauung und einem interessanten Aufgabenfeld, bis hin zu besonderen Herausforderungen wie dem Justizzentrum.“

Näheres über die aktuelle Sicherheitslage im Stadtbezirk wird Thomas Vieweg bei der Bürgerversammlung am Donnerstag, 17. November, ab 19 Uhr in der Freiheizhalle am Rainer-Werner-Fassbinder-Platz 1 berichten. Nur soviel vorweg: „Die Zahlen sind im Schnitt weiterhin recht ordentlich.“ ul

Auch interessant:

Meistgelesen

Das wird neu in Neuhausen-Nymphenburg - BA-Chefin exklusiv in Hallo
Das wird neu in Neuhausen-Nymphenburg - BA-Chefin exklusiv in Hallo
Ausstellung des Vereins "Pasinger Mariensäule" im Pasinger Rathaus
Ausstellung des Vereins "Pasinger Mariensäule" im Pasinger Rathaus
Stadt sucht neue Naturdenkmäler – Aubing hat schon eines
Stadt sucht neue Naturdenkmäler – Aubing hat schon eines

Kommentare