Neue Trickbetrug-Serie in Pasing

Kontaktbeamter schlägt Alarm: Immer mehr Trickbetrüger in Pasing unterwegs

Harry Hildenbrand ist einer von neun Kontaktbeamten der PI 45.

Eine neue Welle von Trickbetrügern rollt durch Pasing: Kriminelle geben sich am Telefon als Polizisten aus, um Infos über Bargeld und Bankverbindungen zu erhalten. Polizeihauptmeister Harry Hildenbrand gibt Tipps, wie sich die Bürger verhalten sollen.

Innerhalb eines Tages wurden bei der Münchner Polizei 14 Fälle angezeigt, bei denen sich Betrüger als Polizisten ausgaben, um telefonisch Auskünfte über Schmuck, Bargeld und Bankverbindungen ihrer möglichen Opfer zu erhalten. Keine neue Masche, weiß Harry Hildenbrand (44), einer von neun Kontaktbeamten bei der Polizeiinspektion 45 in Pasing. Eines der potenziellen Opfer, die sich bei der Polizei meldeten, war eine 81-jährige Frau aus Pasing.

„Die Täter sind sehr geschult darin, an sensible Daten zu kommen. Es sind längst nicht nur ältere Mitmenschen, die sie ins Visier nehmen“, erzählt Hildenbrand und berichtet von einem Fall aus seiner eigenen Erfahrung: Ein Betrüger gibt sich als Verkäufer aus, der seine Waren an der Wohnungstür des Opfers anbietet. Mitten im Gespräch kommen zwei als Polizisten verkleidete Komplizen hinzu und tun so, als würden sie den Verkäufer wegen Betrugs festnehmen. Unter dem Vorwand, eine Aussage aufnehmen zu müssen, erhält einer der „Polizisten“ Zutritt zur Wohnung. Oft lässt er dabei die Tür angelehnt, so dass seine zwei Mittäter unbemerkt nachfolgen können.

Was ist also zu tun, wenn die Polizei am Telefon oder vor der eigenen Tür um ein Gespräch bittet? „Es ist nicht die Aufgabe der Bürger, Betrüger zur Strecke zu bringen. Es sollte niemand versuchen, mit dem Handy Fotos zu machen – das könnte die Situation zum Eskalieren bringen“, erklärt Hildenbrand. Doch niemand sollte Angst vor dem eigenen Misstrauen haben. Kein Polizist hätte etwas dagegen, seinen Dienstausweis zu zeigen. Oder bei geschlossener Tür zu warten, bis ein Anruf bei der 110 ergibt, ob tatsächlich ein Beamter gerade im Einsatz vor der eigenen Tür steht.

„Es gibt keinen Fall, der es nicht wert wäre, angezeigt zu werden“, sagt Hildenbrand und hofft auf die Kooperation der Bürger. „Dann können wir auch diese Täter fassen.“ mh

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