Bund Naturschutz präsentiert neue Studie zum Verkehr am Pasinger Bahnhof

„Taxler sollen Umweg fahren!“

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Durchfahrt verboten: Noch dürfen hier keine Taxler durchfahren. Die Stadt will dieses Verbot allerdings lockern. Der Bund Naturschutz ist dagegen.

An das Durchfahrtsverbot vor dem Pasinger Bahnhof scheinen sich einige Autofahrer nicht zu halten. Eine Lockerung des Fahrverbots soll es deshalb nicht geben.

Die Debatte gegen ein Durchfahrtsrecht für Taxler am Pasinger Bahnhofsplatz ist erneut entfacht: Kürzlich stellte Martin Hänsel (Foto re.), stellvertretender Geschäftsführer der Münchner Kreisgruppe des Bund Naturschutz (BN), eine Verkehrserhebung zum Thema im Pasinger Bezirksausschuss vor. „Wir waren bestürzt, wie viele Autofahrer das Durchfahrtsverbot am Platz miss­achten“, sagt Viertelpolitiker Rüdiger Schaar (SPD).

Zum Hintergrund: Nach dem Bau der Nordumgehung hatte es sich die Stadt zum Ziel gesetzt, den Pasinger Bahnhofsplatz vom Verkehr zu entlasten. Aus diesem Grund wurde dort ein Durchfahrtsverbot eingerichtet, von dem lediglich Busse und Radfahrer befreit sind. Auch Taxler müssen – wie alle anderen motorisierten Verkehrsteilnehmer – Umwege über die Gleichmann- und Spiegelstraße nehmen. Das führte zum Protest. Da sie sich zum öffentlichen Nahverkehrs­angebot zählen, fordern sie ebenfalls ein Durchfahrtsrecht (Hallo München berichtete).

„Im Herbst hat die CSU mit einem Teil der Grünen im Bezirks­ausschuss dafür gestimmt. Es wurde vom Kreisverwaltungsreferat aber noch nicht eingerichtet“, sagt Schaar. „Als SPD-Fraktion haben wir dagegen gestimmt.“ Auch der BN steht der Freigabe kritisch gegenüber. „Wir befürchten, dass Autos dem Beispiel der Taxis folgen und den Bahnhofsvorplatz rechtswidrig queren werden“, sagt Hänsel.

Das untermauert auch seine Verkehrserhebung, die er im Sommer durchgeführt hat. Fünf Werktage lang stand Hänsel am Bahnhof und beobachtete die Situation. Das Ergebnis: Von 6219 gezählten Fahrzeugen missachteten 907 das Durchfahrtsverbot. „Etwa alle 2,5 Minuten wurde dagegen verstoßen“, sagt Hänsel. „Wir empfehlen deshalb dringend, keine Lockerung durchzusetzen.“ Eine Öffnung wäre ein falsches verkehrspolitisches Signal und würde nur noch mehr Fahrer zur Missachtung animieren. „Wir sind den Taxlern schon mit einem neuen Stellplatz weg von der Nordumgehung an den Pasinger Bahnhofsplatz entgegengekommen“, sagt Schaar. „Den Fußgängern zuliebe können sie jetzt dafür einen kleinen Umweg fahren.“ Das Kreisverwaltungsreferat konnte bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme abgeben. Marie-Anne Hollenz

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