Anwohner in Aufruhr: Neue Museumsfassade verschandelt Nymphenburg

Sorge ums Schloss

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Neven Denhauser und Elke Wendrich warnen vor Bausünden am Schloss.

Neven Denhauser, Student aus Nymphenburg, schlägt Alarm: Der Entwurf für das geplante Naturkundemuseum Bayern beschädigt seiner Meinung nach das historische Ensemble von Schloss Nymphenburg. Denhausers Einwände und was der Leiter des Museums Mensch und Natur dazu sagt, lesen Sie hier.

Diese Darstellungen aus dem Wettbewerbs-Entwurf von 2014 zur Erweiterung des Museums Mensch und Natur fanden bei der Mehrheit der Bürgerversammlung kein Gefallen.

Gegen die Erweiterung des Museums Mensch und Natur zum Naturkundemuseum regt sich Widerstand: Die Bürgerversammlung Neuhausen-Nymphenburg hat den Entwurf für einen Anbau an der Maria-Ward-Straße jetzt mit großer Mehrheit abgelehnt. Die Anwohner folgten damit einem Antrag von Neven Denhauser (20). Der Kunstgeschichte-Student aus Nymphenburg sagt: „Schloss Nymphenburg ist in Gefahr.“ 

Er begrüße das geplante Museum, nicht aber die architektonische Umsetzung nach dem Entwurf des Büros Staab Architekten. Dieser Vorschlag war bei einem Wettbewerb 2014 als Sieger hervorgegangen. „Ich fand das damals schon schrecklich“, sagt Denhauser. Was ihn besonders stört: eine fensterlose Fassade, Sichtbetonwände, ein Dach aus Metallschindeln und der Eingangsbereich, der auf ihn wie ein „Fischmaul“ wirkt. 

Nachdem der Student lange nichts von dem Projekt gehört hat, will er nun eine Diskussion anstoßen. „Es ist wichtig, dass man darüber spricht. So ein Bau steht dann schneller da, als man glaubt“, betont er und warnt: „Die Architektur sollte so nicht umgesetzt werden, weil sonst das Ensemble Schloss Nymphenburg beschädigt wird.“ Denhauser und Mitstreiter wie Elke Wendrich (46) vom Denkmalnetz Bayern schlagen vor, das neue Museum im Bestand zu realisieren.

Dr. Michael Apel, Leiter des Museums Mensch und Natur, kann die Einwände verstehen, sieht aber keinen Grund zur Sorge: „Es ist weder das Schloss in Gefahr, noch werden die Gestaltung und Materialität später genau so aussehen wie auf den Wettbewerbs-Entwürfen von 2014“, sagt er. Bisher habe man sich mit dem „inneren Konzept“ des Museums befasst. Die Ergebnisse sollen Anfang des kommenden Jahres vorgestellt werden. „Die äußere Gestaltung kommt danach dran“, so Apel. Sobald es überarbeitete Pläne gebe, würden diese mit allen Beteiligten diskutiert werden. Grünes Licht für den Bau muss der Landtag geben. Baubeginn kann nach Apels Einschätzung frühestens 2019 sein. ul

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