Runder Geburtstag

„Unsere Hoffnung heißt Freiham“

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Alfred Lehmann vom Pfarrgemeinderat zeigt die katholische St.-Markus-Kirche an der Wiesentfelser Straße in Neuaubing. Der Bau ist jünger als seine Gemeinde: Er wurde 1974 geweiht.

Neuaubinger Kirchengemeinde St. Markus wird 50 Jahre alt. Wovon die Feierlaune dennoch getrübt ist, lesen Sie hier.

Sie hat schon bessere Zeiten erlebt, die katholische Kirchengemeinde St. Markus in Neuaubing. In Spitzenzeiten hatte sie rund 5500 Mitglieder, inzwischen sind es nur noch ungefähr 2000. Nun wird die Gemeinde 50 Jahre alt. Aus diesem Anlass spricht Alfred Lehmann vom Pfarrgemeinderat über die Herausforderungen seiner Arbeit, darüber, worauf er und seine Mitstreiter nun hoffen, und welchen Verlust sie bald zu beklagen haben werden.

Herr Lehmann, Fragen Sie sich als gläubiger Christ nicht manchmal, was der liebe Gott sich dabei eigentlich denkt?
Tja, es ist schon richtig, dass diese Entwicklung mich traurig macht. Sehen Sie: In unseren Anfangszeiten hatten wir an zwei Wochenenden weit mehr als 300 Erstkommunionskinder – heute sind’s an einem Wochenende eine Handvoll. Ja, da kann man sich dann schon mal fragen, ob das jetzt wohl eine Prüfung sein soll.
Haben Sie denn eine Erklärung für den Mitgliederschwund?
Viele unserer einst jungen Gemeindemitglieder sind weggezogen. Dadurch wird es auch immer schwerer, Leute zu finden, die sich um die Jugendarbeit kümmern, wodurch sich wiederum beim Nachwuchs schwieriger Begeisterung für Kirche und Glauben wecken lässt. Das ist ein Teufelskreis. Das war früher ganz anders.
Wie denn?
Unsere Gemeinde hatte zum Beispiel bis 1990 eine Sakropop-Band, die die Gottesdienste musikalisch geprägt und den Jungen was geboten hat, mit modernen Jazz-Klängen. Das war für die damalige Zeit ziemlich fortschrittlich, so was gab’s anderswo erst später.
Fortschrittlich – eben so gilt vielen Menschen die katholische Kirche ja nun nicht gerade. Mag das auch ein Grund dafür sein, dass Ihnen die Jugend nicht zuläuft?
Natürlich könnte man mal über strenge Regeln wie den Zölibat diskutieren. Aber es ist auch insgesamt der Zeitgeist, dass gerade junge Leute sich immer weniger fest binden möchten. Gerade, was den Glauben betrifft, finde ich das sehr schade, denn der Glaube bietet uns mit seinen Werten wie etwa der Nächstenliebe die Grundpfeiler für unser gesellschaftliches Zusammenleben.
Nun haben Sie ja Hoffnung, dass dieses Zusammenleben in Ihrer Gemeinde bald wieder von mehr Menschen getragen werden könnte.
Richtig – wegen der Entstehung des neuen Stadtteils Freiham. Für die Katholiken, die dort hoffentlich zahlreich hinziehen werden, sind wir zuständig. Es wäre sehr schön, wenn wir dadurch neue engagierte Menschen für unsere Gemeindearbeit fänden, zumal wir bald einen großen Verlust zu beklagen haben werden

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Welchen?
Ende Januar wird uns nach sechs Jahren als Pfarrgemeinderatsvorsitzende Silvia Wallner-Moosreiner verlassen, weil sie fortzieht. Diese Lücke zu füllen, das wird schwer genug werden. Deshalb können wir jede Unterstützung in der Gemeindearbeit gut gebrauchen.


Christopher Beschnitt

Die Gemeinde ist telefonisch unter 8 97 14 90 zu erreichen.

Programm zum Jubiläum

Zum 50. Geburtstag der Pfarrei St. Markus, Wiesentfelser Straße 49, ist am Sonntag, 27. November, folgendes Programm geplant: Es beginnt um 9.30 mit einer Versammlung auf dem Gößweinsteinplatz. Von dort aus geht es mit den Fahnenabordnungen der Neuaubinger Vereine zur Kirche, in der der Jubiläumsgottesdienst stattfindet. Danach steht ein Beisammensein samt Mittagessen auf dem Programm. Abends um 19 Uhr beschließt ein adventliches Konzert des Kirchenchores im Gotteshaus die Jubiläumsfeier.

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