Antrag beim Kinder- und Jugendforum

Neuaubing: Einsatz der Mittelschüler für Pausenhof läuft ins Leere

Elsbeth Zeitler kritisiert, dass sich auf dem Pausenhof der Mittelschule an der Wiesentfelser Straße in Neuaubing immer noch keine Spielgeräte befinden.
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Elsbeth Zeitler kritisiert, dass sich auf dem Pausenhof der Mittelschule an der Wiesentfelser Straße in Neuaubing immer noch keine Spielgeräte befinden.
  • Andreas Schwarzbauer
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Kinder der Mittelschule an der Wiesentfelser Straße in Neuaubing erarbeiten Konzept zur Aufwertung ihres Pausenhofs. Die Stadt sieht Bedarf, hat aber kein Geld

  • Kinder der Mittelschule an der Wiesentfelser Straße erarbeiten Konzept zur Aufwertung ihres Pausenhofs
  • Trotz Zusage passiert in Neuaubing nicht viel
  • Lehrer kritisieren fatale Botschaft für die Schüler

Neuaubing - Die Kinder der Mittelschule an der Wiesentfelser Straße haben in ihren Pausen nur eine graue Asphaltfläche zum Spielen. Zwar stehen auf dem Gelände eine Schaukel und ein Klettergerüst. Die Geräte gehören aber zum benachbarten Kindergarten. „Sie sind vom Tüv nicht für die Altersklasse unserer Mittelschüler freigegeben“, erklärt Rektorin Elsbeth Zeitler. Dagegen wollte eine sechste Klasse etwas unternehmen. Gemeinsam mit Lehrerin Stefanie Batmaca stellte sie beim Kinder- und Jugendforum 2019 den Antrag, dass ihr Pausenhof umgestaltet und mit Spielmöglichkeiten ausgestattet wird.

Die Schaukel auf dem Pausenhof gehört zum benachbarten Hort und ist für die Mittelschüler nicht freigegeben.

Kinder der Mittelschule Neuaubing wünschen sich Kletterparcours für Pausenhof

Zuvor hatten die Kinder eine Umfrage unter ihren Mitschülern gemacht und ein Konzept erarbeitet. Die Schüler wünschen sich für ihren Pausenhof einen Kletterparcours, einen Chill-Bereich mit Liegen und Sonnensegel, einen Basketballkorb sowie eine Korbschaukel.

Das Kinder- und Jugendforum stimmte dem Antrag zu. Doch dann passierte nicht mehr viel. Nur ein neues Materialhäuschen wurde inzwischen zugesagt. „Nach eineinhalb Jahren ist der Stand, dass ein altes gegen ein neues Häuschen ausgetauscht wird. Dadurch wird sich aber gar nichts an der Situation ändern“, ärgert sich Batmaca. Die 340 Schüler hätten in ihren Pausen weiterhin keinerlei Beschäftigungsmöglichkeiten. Durch Corona habe sich vor dem Lockdown die Situation nochmal zugespitzt. „Es ist immer wieder zu Prügeleien gekommen“, sagt Zeitler.

Tolle Pausenhöfe in unmittelbarer Nachbarschaft

Sie kann das Vorgehen der Stadt nicht nachvollziehen. „Die neuen Schulen in Freiham sind mit ihren tollen Pausenhöfen in Sichtweite. Da hat die Stadt unheimlich viel Geld reingesteckt und es sind auch wichtige Projekte. Aber für uns ist kein Geld da. Ich will gar nichts Besonderes, sondern nur Spielmöglichkeiten für meine Schüler.“

Fatal sei zudem der Lerneffekt für die Schüler, die sich für einen schöneren Pausenhof engagiert haben. „Sie haben momentan nur gelernt, dass die viele Arbeit, die sie sich gemacht haben, die Mühe nicht wert war. Ihr Engagement hat nichts gebracht. Das ist ein schlechtes Ergebnis eines Demokratieprozesses und nicht das, was wir den Kindern vermitteln wollen“, kritisiert Batmaca.

Das ist nicht das, was wir den Kindern vermitteln wollen.

Stefanie Batmaca

Das Referat für Bildung und Sport (RBS) teilt auf Hallo-Nachfrage mit, dass sich alle Beteiligten bei einer Ortsbegehung auf die Aufstellung eines Gerätehauses sowie die Einrichtung einer Chill-Area und eines Kletterparcours geeinigt hätten. Der Kauf von Sitzgelegenheiten und einer Kletteranlage sei allerdings derzeit wegen Corona nicht möglich, denn alle Investitionen, die „nicht sicherheitsrelevant sind, müssen leider verschoben werden“, so Sprecherin Julia Mayer. Dazu zähle auch die Aufwertung des Pausenhofs. Das RBS prüfe nun „alternative Finanzierungs- und Realisierungsmöglichkeiten“.

Zumindest auf einige Spielgeräte wie Bälle oder Tischtennisschläger können sich die Schüler freuen. Das Geld erhalten sie aus dem Kinder- und Jugendfond „Lasst uns mal ran“ des örtlichen Bezirksausschusses.

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