Anwohner der Chopinstraße fragen: Müssen Häuser Luxusbauten weichen?

Pasinger fürchten um ihre Bleibe

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Sie bangen um ihr Zuhause und die grüne Nachbarschaft (von links): Raphael Martiny-Kalkowski, Christine Kalkowski, Andreas von Wehner sowie Bruno und Annette Roeder mit Hund Karl.

Große Sorge in der Chopinstraße 28 und 28a: Die Menschen, die dort leben, befürchten, dass sie ihr Viertel nach Jahrzehnten verlassen müssen. Angeblich soll dort ein Neubau mit teuren Eigentumswohnungen entstehen. Was der Grundstücksbesitzer und der Chef des BA dazu sagen, lesen Sie hier.

Rosen ranken sich um einen Torbogen, Amseln und Zaunkönige flattern zwischen Buchsbaum und Efeugebüsch umher und der kleine Bub Bruno tollt in diesem Garten-Idyll mit seinem Hund Karl herum. Lange werden Karl und Bruno das womöglich nicht mehr tun können – denn das Idyll könnte einem Neubau weichen.

Es geht um die Häuser Chopinstraße 28 und 28a: „Der frühere Besitzer hat die Gebäude samt Grundstück an Domino, eine Bau- und Handels-

GmbH, verkauft“, erzählt Christine Kalkowski. Sie lebt in der Chopinstraße 28 und betreibt dort eine Kinderbetreuung. Kalkowski kann nicht fassen, dass sie bald schon wieder umziehen könnte: „Erst vor anderthalb Jahren musste ich nach dreißig Jahren aus der Chopinstraße 26 raus, weil dort ein altes Haus für einen Neubau plattgemacht wurde – und jetzt soll hier wohl dasselbe passieren.“ Kalkowskis Nachbarin Annette Roeder aus Hausnummer 28a ergänzt: „Wie in dem Neubau nebenan würden im Neubau Eigentumswohnungen entstehen. Die könnten wir uns nicht leisten.“ Roeder, Mutter dreier Kinder, lebt seit 21 Jahren in ihrer aktuellen Wohnung. „Bald werden wir wohl weggehen müssen, hier im Viertel finden wir sicher nichts.“

„Das ist Verarmung durch Verreichung“, empört sich Andreas von Wehner, ein Nachbar. „Ärmere Menschen müssen fort, reichere kommen her.“ Nicht nur das ärgert ihn: „Durch den Garten wandern Igel, Molche und Kröten, ein Neubau-Riegel würde sie daran hindern.“ Zudem sieht er das vorhandene Villen-Ensemble gefährdet.

Was eigentlich die Domino-­GmbH zu all dem sagt? „Einen Antrag auf Genehmigung eines Bauvorhabens haben wir nicht gestellt. Ebenso wenig verfolgen wir entsprechende Pläne“, teilt Geschäftsführer Arno P. Dietzel mit.

Indes sagt der Chef des Bezirksausschusses (BA) Pasing-Obermenzing, Romanus Scholz von den Grünen: „Uns liegt eine Bauvoranfrage vor. Die in diesem Rahmen geplanten Baumfällungen hat unser Unterausschuss Umwelt schon empfohlen, abzulehnen. Wir sind nun gespannt, wie sich die Lokalbaukommission dazu verhält.“ In der nächsten BA-Sitzung am Dienstag, 10. Januar, 19 Uhr, werde das Thema sicherlich wieder zur Sprache kommen.

Christopher Beschnitt

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