Tierheim ist voll von Stacheltieren – hilfsbereite Gartenbesitzer gesucht

So viele Baby-Igel wie nie

+

Das Münchner Tierheim beherbergt zurzeit so viele junge Igel wie niemals zuvor. Deshalb sucht die Einrichtung nun nach Menschen, die sich in ihrem eigenen Garten um die Insektenfresser kümmern. Ein Großteil der niedlichen Nützlinge im Tierheim stammt übrigens aus dem Bezirk Aubing. Was die Gründe dafür sind, lesen Sie hier.

Rekord im Münchner Tierheim: Die Einrichtung in Riem beherbergt derzeit so viele junge Igel wie nie zuvor. Gut 150 der Stacheltiere leben dort gerade – aktuell also schon fast so viele wie vergangenes Jahr erst Ende Dezember. „Damals hatten wir rund 160 Igel, was wir dieses Jahr locker toppen werden“, sagt Judith Brettmeister, die Sprecherin des Tierheims. Sehr viele der Insektenfresser kämen aus dem Bezirk Aubing-Lochhausen-Langwied.

„Erstens“, erklärt Brettmeister, „weil es dort viel Grün und daher auch viele Igel gibt, und zweitens, weil im benachbarten Germering kürzlich eine private Igelstation geschlossen hat, weshalb die Tiere nun zu uns gebracht werden.“ Brettmeister erklärt die Höchstmarke so: „Anscheinend sind im September extrem viele der Tiere geboren worden.“ Einige davon wären aber besser nicht eingesammelt worden.

Die Tierheim-Biologin Lydia Schübel erklärt: „Solange es keine geschlossene Schneedecke gibt, können Igel pro Woche 100 Gramm zulegen. Für viele reicht’s daher noch, sich das für den Winterschlaf nötige Mindestgewicht von 500 Gramm anzufressen.“ Dabei könnten Menschen helfen, indem sie den Igeln Katzenfutter mit mindestens 50 Prozent Fleischanteil hinstellten. Schübel ergänzt: „Weil das Tierheim mit Igeln völlig überfüllt sind, nehmen wir gerade nur Notfälle an.“ Schübel sucht daher nun Paten, die die Tiere in ihrem Garten pflegen; Informationen gibt’s unter Telefon 92 10 00 21. 

Die Biologin Lydia Schübel zeigt einen der Igel, die sie im Tierheim aufpäppelt.

Und Garten ist ein gutes Stichwort. „Wer einen hat, sollte ihn naturnah gestalten“, rät die Biologin und gibt folgende Tipps: „Blätter liegen lassen und niedrige Büsche pflanzen, die Versteckmöglichkeiten bieten. Setzen Sie auf heimische Arten wie Hainbuche und Haselnuss. Das nutzt auch vielen Insekten, die Nahrung für den Igel sind. Und verzichten Sie auf Gift, Laubsauger und Rasenmäher-Roboter – das alles kann Igel töten.“

Christopher Beschnitt

Auch interessant:

Meistgelesen

Schulweghelfer in der Krise - Immer mehr Arbeit für weniger Geld
Schulweghelfer in der Krise - Immer mehr Arbeit für weniger Geld
Der Familienzirkus Sorento sitzt seit dem zweiten Lockdown an der Carl-Hanser-Straße fest
Der Familienzirkus Sorento sitzt seit dem zweiten Lockdown an der Carl-Hanser-Straße fest
Calisthenics: Wird der Hirschgarten zum Outdoor-Fitness-Studio?
Calisthenics: Wird der Hirschgarten zum Outdoor-Fitness-Studio?

Kommentare