Konzept Foodbus

Ein Kochbus für die Gymnasien – Schüler sollen richtige Ernährung lernen

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Die Studenten  wollen einen Foodbus – ähnlich wie das Kimba-Mobil in Berlin  – an die Münchner Gymnasien fahren lassen. 

Das Fach „Kochen“ fehlt im Lehrplan der Gymnasien. Einige Pasinger Studenten entwickeln ein Kochbus-Konzept, um Münchner Schülern das Thema Ernährung näherzubringen.

Pasing – Studenten der Fachhochschule Pasing haben ein Konzept für einen sogenannten Foodbus entwickelt. In einem umgebauten Doppeldecker soll das untere Stockwerk als Küche mit 15 Arbeitsplätzen dienen. Die obere Etage wollen die Studenten in ein Esszimmer umbauen. „Falsche Ernährung ist die Todesursache Nummer Eins. Daher ist es wichtig, aufzuklären“, sagt René Mayr (30). Mit nachhaltiger und regionaler Ernährung könne man zudem auch etwas gegen den Klimawandel unternehmen, ergänzt seine Kommilitonin Cecilia Kramer (39). „Es ist eine Möglichkeit, sich im Kleinen zu engagieren.“ Das wolle man den Schülern mit an die Hand geben und sie für das Thema sensibilisieren. 

Die Pasinger Studenten (von links) Cecilia Kramer, Carmen Javid-Mamasani und René Mayr .

Während es an Mittel- und Realschulen Hauswirtschaftsunterricht gibt, fehlt ein solches Fach an den Gymnasien. Und wenn die Schulen das Thema als Wahlfach oder Projektwoche anbieten wollen, gebe oft keine geeigneten Räumlichkeiten. Mit dem Bus wäre das Problem gelöst. Eine Batterie soll die Elektrogeräte der Küche für einige Stunden mit Strom versorgen. „Somit ist der Foodbus eine Art mobiler Kochraum, der direkt vor der Schule vorfahren kann und sofort einsatzbereit ist“, sagt Carmen Javid-Mamasani (30). 

Zwei professionelle Köche sollen die Kurse leiten

Um dies finanzieren zu können, wollen sie den Bus als zweites Standbein für Feiern an Firmen vermieten. Bei den Pasinger Schulen kommt diese Idee gut an. „Kochen spielt bei uns in der Tat bisher kaum eine Rolle“, teilt Ulrich Ebert vom Max-Planck-Gymnasium mit. Deshalb überlege man derzeit, wie man den Schülern praktische Erfahrungen ermöglichen könne. 

Ähnlich sieht es sein Kollege Thomas Franz vom Karlsgymnasium. Dort gibt es bisher ein ein- oder zweitägiges Projekt, aber keinen Kochkurs. Das bayerische Kultusministerium meint, das Projekt könnte „einen wertvollen Beitrag zur Gesundheitsförderung“ leisten. Das Landwirtschaftsministerium hält die Zielgruppe der Gymnasiasten für gut gewählt und sieht auch an den Realschulen Bedarf. 

Sprecher Martin Hecht gibt aber zu bedenken, „dass ein Bus über Jahre hinweg mit einem hohen Aufwand an Unterhalt, Pflege, Parkmöglichkeit, Fahrbereitschaft und pädagogischer Betreuung verbunden ist“. Die Studenten wollen zunächst einen Testlauf mit einem Zelt starten. Sie sind offen für Tipps unter wurzeldichgruen@ mailbox.org. 

A. Schwarzbauer

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