Gemeinsam gegen den Baulärm

Wegen Baustelle: Bewohner gründen Mietergemeinschaft um ihre Interessen zu vertreten

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Direkt neben dem Bestandsgebäude entsteht ein Neubau.

Seit Monaten leben die Bewohner in der Bäckerstraße auf einer Baustelle -  doch genug ist genug. Jetzt haben sie sich zusammengeschlossen und kritisieren den Eigentümer scharf.

Pasing – Nun ist der Leidensdruck der Bewohner der Bäckerstraße 1 und 3 zu groß geworden. Im zweiten Anlauf gründeten sie eine Mietergemeinschaft, um ihre Interessen gegenüber dem Eigentümer, dem Immobilienkonzern German Estate Group (GEG), besser vertreten zu können. Seit mehreren Monaten leben sie nun schon auf einer Baustelle. 

Die GEG baut auf dem Areal zwei neue Gebäude mit 78 Wohnungen und saniert die bestehenden Häuser. Für die Bewohner bedeutet dies Lärm, Schmutz und weitere Einschränkungen. So sei eine Woche lang das warme Wasser ausgefallen. Und das Licht im Treppenhaus funktioniere schon seit längerem nicht mehr, klagen die Mieter. Häufig gingen die Arbeiten bis weit nach 20 Uhr. „Nachts ist wochenlang ein Generator gelaufen, der uns kein Auge zumachen ließ, klagt Novak. „Der Lärm ist für uns alle inzwischen unerträglich“, sagt Petra Novak, die neu gewählte Vorsitzende der Mietergemeinschaft. Sie kritisiert zudem, dass es keinen Ansprechpartner gebe und die Mieter kaum Informationen bekämen. 

Zusätzlich gibt es nun Gerüchte, dass Asbest gefunden worden sei

„Die Bauarbeiter liefen mit Schutzanzügen und Mundschutz herum“, beobachtete ein Mieter. Der Investor habe auf Nachfragen dazu „keine anständige Antwort“ gegeben, kritisiert Novak. GEG-Sprecher Peer Schlinkmann teilt mit, dass kein Grund zur Sorge bestehe: „In einigen wenigen Wohnungen sind schadstoffbelastete Klebstoffreste entfernt worden.“ Die beauftragten Firmen seien auf solche Arbeiten eingestellt und hätten die Entsorgung professionell abgewickelt. 

Den nächtlichen Lärm kann er sich nicht erklären: „Wir selbst haben keine Anhaltspunkte dafür, dass es Arbeiten außerhalb der den Mietern kommunizierten Zeiten gab.“ Diese seien montags bis freitags von 7 bis 20 Uhr und in Einzelfällen samstags von 7 bis 18 Uhr. Nachtarbeit sei ausgeschlossen. Nach Eingang der Beschwerden habe man die Baufirmen nochmals auf diese Regelungen hingewiesen. 

Den Mietern reichen diese Aussagen nicht. Sie schließen sich zusammen, um eine bessere Informationspolitik und einen klaren Ansprechpartner bei Beschwerden zu fordern. Zudem hoffen sie, gemeinsam eine Mietminderung aushandeln zu können. 

Für den Pasinger Mieterbeirat Willy Schneider und Martin Böhm vom Verein „Mieter helfen Mieter“ ein richtiger Schritt: 

Pasinger Mieterbeirat Willy Schneider.

„Grundsätzlich kämpft jeder für sich alleine. In einer Mietergemeinschaft können sie untereinander Informationen austauschen und höheren Druck auf den Investor aufbauen“, so Böhm. Dieser hat sich bereits zu einem Treffen bereiterklärt. 

A. Schwarzbauer

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