Vorschlag im BA

Sportareal soll Erdbeerwiese retten – CSU und FDP wollen Halle und Spielfelder westlich der A8

Hinter der Autobahnmeisterei (links oben im Bild) und dem Friedhof kann sich Herbert Brüser einen großen Sportcampus vorstellen.
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Hinter der Autobahnmeisterei (links oben im Bild) und dem Friedhof kann sich Herbert Brüser einen großen Sportcampus vorstellen.

Ein Sportcampus könnte die Platzprobleme der örtlichen Vereine lösen und die Erdbeerwiese retten. So lautet die Idee der CSU und FDP im BA - das sagen Vereine und SPD dazu...

Obermenzing – Auf der Fläche westlich der A8 und nördlich des Obermenzinger Friedhofs soll ein Sportareal mit drei bis vier Rasenspielfeldern, einer Dreifachturnhalle für 2000 bis 2500 Zuschauer, einem Schwimmbad, 14 Tennisplätzen, einer Bogenschieß- sowie einer Skateranlage entstehen. Für die Nutzer soll es eine große Park&Ride-Terminal geben. Nach dem Bau soll dafür die Bezirkssportanlage an der Meyerbeerstraße weichen. 

Auf ihrem Gelände könnte stattdessen die Realschule entstehen, die derzeit auf der sogenannten Erdbeerwiese angedacht ist (Hallo berichtete). Dieser Grünzug würde frei bleiben. Dies soll die Stadt prüfen. „Der große Vorteil des neuen Sportcampus wäre, dass dort keine Wohnbebauung in unmittelbarer Nähe ist und es genügend Flächen gibt, um den Sportbedarf abzudecken“, sagt Frieder Vogelsgesang (CSU). 

Herbert Brüser (FDP) erklärt: „Die örtlichen Vereine platzen aus allen Nähten. Es ist eine Katastrophe (siehe Kasten).“ 

Die SPD läuft gegen den Vorschlag Sturm

„Wir machen eine Unterschriftenaktion, damit die Sportanlage an der Meyerbeerstraße bleibt“, sagt Graciela de Cammerer. Die Grund- und die Realschule an der Grandlstraße benötigten die Sportplätze. Die Flächen westlich der Autobahn seien zudem sehr schlecht angebunden, kritisiert de Cammerer. „Das wird ein Problem für unsere Kinder.“ Zudem fürchtet sie eine stärkere Verkehrsbelastung für die Anwohner der Alten Allee und der Bergsonstraße. 

Das ließe sich lösen, meint Sven Wackermann (CSU). Der Sportcampus müsste für Autos über die A8 erschlossen werden. Für Radler und Fußgänger schlägt er eine Route durch den Durchblickpark sowie den Bau einer Unterführung unter der Pippinger Straße vor. Vogelsgesang fordert eine neue Buslinie, die den Sportcampus an Pasing und Allach anbinden würde. Langfristig wünscht er sich eine U-Bahn. 

Franziska Messerschmidt (SPD) hält dies alles für völlig unrealistisch: „München könnte es sich nicht leisten, den – völlig überzogenen – Sportcampus zu bauen.“ Zudem würde der Bau mindestens sieben Jahre dauern. Für Messerschmidt ist das zu lange, denn man benötige zeitnah die neue Realschule. 

Wackermann dagegen meint: „Mit dem Sportcampus könnten wir einen Befreiungsschlag landen.“ Allerdings ist dafür eine Änderung des Flächennutzungsplans notwendig, wie der Sprecher des Planungsreferats, Ingo Trömer, mitteilt. Aktuell ist das Gelände als Erweiterungsfläche für den Friedhof mit übergeordneten und regionalen Grünzügen ausgewiesen. 

Im Bezirksausschuss Pasing-Obermenzing fiel die Idee durch. Zwar warben CSU und FDP nochmal intensiv für die Idee. „Es ist eine echte Alternative zum Erdbeerfeld. Wer das ablehnt, muss die Frage beantworten, wo der Schulneubau dann hin soll“, sagte Wackermann. 

Doch SPD, Grüne und ÖDP konnten sie nicht überzeugen. 

„Man müsste weit zu der Sportanlage rausfahren“, meinte Andreas Bergmann (Grüne). „Eine vernünftige Erschließung zu entwickeln, dauert doch bis zum St. Nimmerleinstag“, kritisierte Constanze Söllner-Schaar. Die Bezirkssportanlage an der Meyerbeerstraße sei dagegen wohnortnah und für Jugendliche zu Fuß oder mit dem Fahrrad gut erreichbar. „Ich halte es für völligen Wahnsinn, diesen funktionierenden Standort versetzen zu wollen.“ Dennoch bedeutet die Ablehnung durch den Bezirksausschuss nicht das Ende für den Sportcampus. Vogelsagesang kündigte an, einen Stadtratsantrag zu stellen.

Das sagen die Sportvereine aus der Umgebung zu den Plänen

Der SV Waldeck schätzt zwar die Anlage an der Meyerbeerstraße sehr. Der Vorsitzende, Robert Steinhauser, sagt aber auch: „Leider ist die Kapazität für insgesamt drei Sportvereine seit Jahren nicht mehr ausreichend. Unsere etwa 25 Jugend-, Herren- und Senioren-Fußballmannschaften müssen meist auf nur einem Platzviertel des Kunstrasenfeldes trainieren.“ 

Robert Steinhauser, Vorsitzdender des SV Waldeck.

Ähnlich sieht es Peter Zahren vom TuS Obermenzing. Vor allem im Sommer wären mehr Plätze für die Hockeyteams des TuS verlockend. „Derzeit haben wir einen Platz für 25 gemeldete Mannschaften. Aber ein Ausbau der Sportanlage ist nicht möglich“, so Zahren. Die Tennisspieler des TC Blutenburg hätten ebenfalls Bedarf an mehr Sportflächen – insbesondere wegen der zahlreichen Bauvorhaben im Einzugsgebiet. Deshalb steht der Vorsitzende Bernhard Gress dem Vorschlag grundsätzlich positiv gegenüber. 

Bernhard Gress

Allerdings müsse vor allem die Verkehrsanbindung geklärt werden. Auch der TSV Allach könnte vom Sportcampus profitieren. Die Handballjugend des Vereins spielt derzeit in der Bundesliga. Aber: „Um Handballsport auf diesem ganz hohen Niveau halten zu können, sind wir dringend auf weitere Hallenzeiten angewiesen“, sagt Abteilungsleiter Alexander Friedl.

Andreas Schwarzbauer

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