Botanisches Institut und Garten

Die Rückkehr der Dachziervasen

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Je vier Dachvasen zierten einst das Botanische Institut auf der Straßen- und der Gartenseite.

Die Direktorin des Botanischen Instituts und Gartens will die historische Fassade des Gebäudes wieder komplettieren. Hierfür sollen neue Dachvasen auf der Straßen- und Gartenseite angebracht werden.

  • Was ist mit den Ziervasen passiert?
  • Problematische Finanzierung
  • Nymphenburg: Hätten historisch fachkundige Besucher des Botanischen Gartens vor etwa eineinhalb Jahren nichts gesagt, wäre Susanne Renner (64) auf den Verlust womöglich gar nicht aufmerksam geworden. So aber vergeht kein Tag, an dem die Direktorin des Botanischen Instituts und Gartens an der Menzinger Straße nicht zur Balustrade des repräsentativen Gebäudes emporblickt und etwas ganz Bestimmtes vermisst: Die Rede ist von 1,80 Meter hohen Ziervasen und zwar jeweils vier auf der Straßen- und der Gartenseite.

    Was ist mit den Ziervasen passiert?

    „Wie kahl das Gebäude heute ohne die Vasen aussieht“, klagt die Professorin. Für ihr letztes Dienstjahr hat sich die Wissenschaftlerin deshalb ein eher untypisches Ziel gesetzt: „Bevor ich gehe, sollen die Ziervasen wieder da oben stehen.“ Das Gebäude entstand von 1911 bis 1914 als eines der letzten großen Bauvorhaben der bayerischen Monarchie. „In Formensprache und Zweckbestimmung bezeugt es jene Mischung von Traditionalismus der Lebensart und Modernität in Künsten und Wissenschaften“, erklärt Renner, seit 2003 Direktorin der Botanischen Staatssammlung. 

    Susanne Renner, Direktorin der Botanischen Staatssammlung.

    Wie sie herausgefunden hat, wurden die Dachvasen – gegossen aus sogenanntem Kunststein nach Entwürfen des Bildhauers Walter Resch – 1955 oder 1956 aus Sicherheitsgründen entfernt. „Die damalige Betonmischung war wohl nicht so haltbar und bröckelte“, sagt sie. Und: „Man hatte in den 50er-Jahren andere Sachen zu restaurieren.“ Jedenfalls wurden die Vasen nie durch Rekonstruktionen ersetzt – bis jetzt, da sich Susanne Renner dieser Aufgabe angenommen hat. 

    Denkmalschutz und Staatliches Bauamt haben ihr bereits Zustimmung signalisiert, nicht aber die Finanzierung. „Instandhaltung und Modernisierung von staatlichen Einrichtungen haben Vorrang vor Dachziervasen“, weiß die Direktorin. Deshalb bittet sie nun bei Stiftungen und allen Freunden des Botanischen Gartens um Spenden. Pro Vase ist je nach Ausführung mit 6000 bis 9000 Euro zu rechnen. 

    ul

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