Proben in Freien

Blaskapelle wegen Corona obdachlos

Die Würmtaler Blasmusik probt im Freien, da sie in ihrem Übungsraum den durch die Corona-Krise vorgeschriebenen Abstand von 1,5 Meter nicht einhalten können.
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Zweimal probten die Würmtaler Blasmusiker bereits unter freiem Himmel.

Der bisheriger Probenraum der Würmtaler Blasmusik ist wegen der Corona-Abstandsregeln zu klein. Die Musikanten suchen eine Alternative im Westen von München. 

  • Nach langer Corona-Pause dürfen die Würmtaler Blasmusik wieder proben.
  • Allerdings ist der Proberaum der Musikanten zu klein um die Abstandsregeln einzuhalten.
  • Die Kapelle sucht nach Alternativen und hat auch schon im Freien geprobt.

München-West - Die Vorfreude bei der Würmtaler Blasmusik war groß. Nach monatelanger Pause waren ab Juni endlich wieder Proben erlaubt. Doch schnell kam die große Ernüchterung: Ihr Probenraum, das Carlhäusl in Obermenzing, ist zu klein, um in voller Besetzung die Abstandsregeln einzuhalten. „Wir sind mehr als 30 Musikanten, dürfen dort aber höchstens zu zehnt spielen“, sagt die Vorsitzende Veronika Gentz. Sie sucht nun verzweifelt einen neuen Probenraum, denn derzeit sei ein vernünftiges Vereinsleben nicht möglich.

Die Kapelle teilte sich zunächst auf. Statt in voller Stärke zwei Stunden zu üben, probten zwei Gruppen jeweils eine Stunde. „Aber wenn wir immer nur in kleiner Besetzung proben können, ist es schwierig, bei einem Auftritt in voller Stärke zusammenzuspielen“, erklärt Gentz. Außerdem könnten selbst bei der Aufteilung in zwei Gruppen nur 20 Musiker dabei sein. „Wir müssten zwangsläufig Leute ausschließen“, sagt Dirigent Michael Metzenmacher. Hinzu komme, dass die Geselligkeit auf der Strecke bleibt, denn: „Man sieht die anderen entweder gar nicht oder nur ganz kurz beim Wechsel“, sagt Gentz. Deshalb war schnell klar, ein größerer Raum muss her.

Die Würmtaler Blasmusik ist wegen Corona auf der Suche nach einem Proberaum

Die Mitglieder fragten mehrere Einrichtungen an, darunter das Pfarrzentrum St. Martin in Untermenzing und die Internationale Jugendbibliothek. Doch bisher erhielten sie nur Absagen. Also probten die Musiker zuletzt in der Allacher Schießstätte. Doch mit Schulbeginn ist der Raum anderweitig belegt. Auch unter freien Himmel übte die Kapelle bereits. „Aber das wird langsam schwierig, weil es am Abend wirklich kalt ist“, so Gentz.

Die Musiker haben nun die Bezirksausschüsse im Münchner Westen um Hilfe gebeten: „Eventuell können Sie uns dabei behilflich sein, weil Sie einen Raum zur Verfügung stellen oder aufgrund Ihres sehr guten Netzwerkes einen Probenraum vermitteln können“, schrieben sie an die Viertelpolitiker. Der Raum sollte mindestens 100 Quadratmeter groß und beheizt sein. „Stühle können wir selbst mitbringen. Tische brauchen wir keine, weil wir unsere Notenständer haben.“ Er sollte im Münchner Westen sein, weil die meisten Mitglieder aus Menzing, Aubing oder Lochhausen sind.

Situation im Bürgersaal 

Ein Raum, den viele Vereine aus dem Münchner Westen nutzen, ist der Bürgersaal am Westkreuz. „Es geht derzeit wieder aufwärts“, sagt Geschäftsführer Herbert Hochmuth. Linedancer und Tanzgruppen üben wieder, Trachtler sowie der Maibaumverein treffen sich. Doch für eine 30-köpfige Kapelle sei auch im Bürgersaal zu wenig Platz.

Wer den Musikern helfen will, kann sich per E-Mail an erstervorstand@wuermtaler-blasmusik.de melden.

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