Angst vor Kahlschlag an der Würm

Kahlschlag an der Würm? – Wegen Hochwasserschutz drohen Baumfällungen

Weil die Bäume am Flussufer mit ihren Wurzeln den Damm beschädigen und ins Wasser ragen, müssen sie eventuell gefällt werden. 
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Weil die Bäume am Flussufer mit ihren Wurzeln den Damm beschädigen und ins Wasser ragen, müssen sie eventuell gefällt werden. 

Mehr als 100 Bäume entlang der Würm könnten verschwinden. Wegen Hochwasserschutz will der Betreiber des Kraftwerks Hallermühle sie fällen. Was daran kritisiert wird, was Wasserwirtschaftsamt und Stadt sagen...

  • WegenHochwasserschutz drohen Baumfällungen an der Würm.
  • BA-Mitglied Hans-Joachim Kilian kann diese Pläne nicht komplett nachvollziehen.
  • Was er kritisiert, warum die Bäume eine Gefahr darstellen und was die Stadt sagt...

Pasing – Der Würm droht auf Höhe des Pasinger Krankenhauses ein Kahlschlag. Das zumindest befürchtet Hans-Joachim Kilian, der für die ÖDP im Bezirksausschuss Pasing-Obermenzing sitzt. 

Der Betreiber des Wasserkraftwerks Hallermühle muss sich dort um den Gewässerunterhalt kümmern. Das bedeutet, dass er Hindernisse im Flussbett wie Wurzeln oder hineinragende Bäume entfernen muss. 

So verringert er die Hochwassergefahr und sorgt für eine ausreichende Fließgeschwindigkeit. Doch die aktuellen Pläne des Betreibers sorgen bei Kilian für Entsetzen: „Der Hochwasserschutz hat natürlich Vorrang. 

Aber neben Gefahrenbäumen will er vorsorglich auch viele junge und kleine Bäume fällen, damit sie in den kommenden Jahrzehnten keine Schäden verursachen. Das geht mir zu weit. Man kann nicht alles wegradieren, nur weil es vielleicht irgendwann Probleme geben könnte.“

Hans-Joachim Kilian  hofft auf keinen völligen Kahlschlag.

Anhand der Pläne, die demBA vorliegen, geht Kilian davon aus, dass auf den rund 300 Metern südlich des Kraftwerks etwa 100 Bäume gefällt werden. 

„Das wäre traurig. Außerdem würde sich das negativ auf die Wassertemperatur und damit auch auf die Fisch­population auswirken, weil der ganze Bereich künftig nicht mehr beschattet wäre“, befürchtet er. 

Stefan Homilius vom Wasserwirtschaftsamt München versteht die Bedenken. Allerdings seien Fällungen häufig aus Sicherheitsgründen erforderlich. Vor allem auf Dämmen dürften keine Bäume stehen: 

„Die Wurzeln bilden im Dammbauwerk undichte Stellen, welche sogar zum Versagen des Bauwerkes führen können.“ Zudem könnten die Bäume die Dämme schädigen, wenn sie bei einem Sturm umfallen. 

Weil die Bäume am Flussufer mit ihren Wurzeln den Damm beschädigen und ins Wasser ragen, müssen sie eventuell gefällt werden. 

In Pasing diene der Uferbereich vor dem Kraftwerk als Damm und schütze die tiefergelegenen Flächen daneben. Er müsse daher von Gehölz befreit werden. Baumfällungen seien aber genau mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt abzustimmen. 

Diese teilte mit, dass sie den Sachverhalt derzeit prüfe. Kilian hofft daher, dass einige Bäume doch erhalten bleiben. Er wünscht sich außerdem, dass im Zuge der Arbeiten die Uferbegrenzung geändert wird. 

Derzeit gibt es einen Holzverbau, der an einigen Stellen bereits kaputt ist. Kilian will ihn nicht einfach wieder instandsetzen, sondern stattdessen ein offenes Ufer schaffen, das mit Wassersteinen gesichert wird. „Dort gibt es viele offene Räume für Fische.“ 

A.Schwarzbauer

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