Kein Platz mehr im städtischen Tagesheim

Ärger über höhere Gebühren – Wegen vollem Tagesheim müssen Eltern private Mittagsbetreuung nutzen

Zwar hat die Limesschule ein Tagesheim, aber für Steffi Nörtemanns (links) und Susanne Altmanns Kinder ist dort kein Platz.
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Zwar hat die Limesschule ein Tagesheim, aber für Steffi Nörtemanns (links) und Susanne Altmanns Kinder ist dort kein Platz.

Weil das städtische Tagesheim der Grundschule an der Limesstraße voll ist, müssen Eltern wie Susanne Altmann und Steffi Nörtemann eine private Mittagsbetreuung nutzen. Die beiden Mütter ärgert, dass die Kosten dort wesentlich höher sind...

Neuaubing – Susanne Altmann und Steffi Nörtemann aus Neuaubing müssen erheblich mehr Geld für die Mittagsbetreuung ihrer Kinder nach dem Schul­unterricht ausgeben als andere Eltern. Der Grund: Ihre Sprösslinge werden von einer privaten Elterninitiative betreut.

Die Kinder besuchen die Grundschule an der Limesstraße in Neuaubing. Zwar gibt es dort ein städtisches Tagesheim, das 100 Schüler nach dem Unterricht betreuen kann. Aber: „Der Bedarf übersteigt dieses Angebot bei weitem“, sagt Altmann. Die Folge sei, dass meist nur Kinder einen Platz bekommen, deren Eltern beide Vollzeit arbeiten, sagt Altmann.

Für sie und Nörtemann ist das ein Problem, denn beide arbeiten in Teilzeit. „In der ersten und zweiten Klasse beginnt aber der Unterricht um 8 Uhr und oft stehen die Kinder schon um 11.30 Uhr wieder auf der Matte. Ich kann also nur vier Stunden weg sein. Das reicht nicht“, sagt Nörtemann. 

Das Problem: Die Kosten sind deutlich höher

Deshalb ist sie der Elterninitiative „Mittagsbetreuung an der Limesschule“ beigetreten. Die Einrichtung besteht seit 20 Jahren und kümmert sich derzeit um 62 Kinder. Für Nörtemann und Altmann ist das eigentlich eine gute Lösung: Die Betreuungszeiten könnten flexibler gebucht werden und die Kinder müssen nicht alleine zuhause warten.

Das Problem: Die Kosten sind deutlich höher. „Für vier Stunden pro Tag zahlt ein Tagesheimkind monatlich zwischen 0 und 98 Euro je nach Einkommen. In unserer Mittagsbetreuung sind dies derzeit 166 Euro“, sagt Altmann.

Dieser eklatante Unterschied sei ungerecht, meinen die beiden Mütter. Denn: „Wenn es die Einrichtung nicht gibt, würden 62 Kinder auf der Straße stehen.“ Sie haben deshalb Unterschriften gesammelt und an OB Dieter Reiter geschrieben, dass er sich für eine gerechtere Förderung einsetzen soll.

Auch Beate Frank, Geschäftsführerin des Zusammenschlusses der Münchner Elterninitiativen KKT, hofft darauf: „Für einen Hortplatz müsste ich viel weniger zahlen, aber es gibt nicht genügend Plätze. Das ist ungerecht“, sagt sie. Es handle sich dabei nicht um Einzelfälle: 2019 seien mehr als 10 000 Schulkinder von Elterninitiativen betreut worden.

Stadt sieht keinen Bedarf für mehr finanzielle Förderung

Das Referat für Bildung und Sport sieht dagegen kein Problem: „Plätze in nicht-städtischen Einrichtungen sind für die Eltern nicht zwingend mit höheren Kosten verbunden“, teilt Sprecherin Julia Mayer auf Hallo-Nachfrage mit.

Rund 85 Prozent aller Münchner Betreuungseinrichtungen verlangten die von der Stadt München festgelegten Gebühren. Zudem gebe es die Möglichkeit, dass die Wirtschaftliche Jugendhilfe die Kosten ganz oder teilweise übernehme, wenn die finanzielle Belastung für die Eltern nicht zumutbar sei.   

A. Schwarzbauer

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