Kein Treffpunkt

Ein Treff für Aubing: Anwohner der Gilchinger Straße sammeln rund 200 Unterschriften für Gemeinschaftsraum 

Elmas Karatas und ihre Tochter Asel haben Unterschriften für einen Treff gesammelt.
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In Aubing gibt es bislang keinen Treffpunkt. Elmas Karatas sammelt Unterschriften um diesen Zustand zu ändern.

Etwa 200 Unterschriften hat Elmas Karatas im Quartier an der Gilchinger Straße für einen Nachbarschaftstreff gesammelt. „Es ist wichtig, dass wir Bewohner uns austauschen und über unsere Probleme reden können“, erklärt sie. Denn in dem Viertel mit seinen 2400 Bewohnern – darunter viele Familien mit Migrationshintergrund – gibt es bislang keinen Treffpunkt.

Karatas kann sich viele Veranstaltungen im Quartier vorstellen: ein Lernabend für Schüler, ein Vorlesenachmittag oder ein Frühstück für Mütter. „Wir haben viele Ideen, aber keine Möglichkeiten“, sagt sie. Der Nachbarschaftstreff könnte auch als Jugendzentrum dienen. „Es gibt hier nur Spielplätze für Kleinkinder“, so Karatas.

Der Verein „Initiativgruppe“, der Bildungsaktivitäten für Migranten unterstützt, bot vor Corona für die Bewohner ein Lernfrühstück an. Die Teilnehmer erhalten Informationen über die soziale Landschaft: Einrichtungen oder Vereine stellen sich vor. „Viele wissen nicht, welche Angebote es gibt oder trauen sich aufgrund der Sprachbarriere nicht, sie wahrzunehmen“, sagt Sümeyye Gültem von der Initiativgruppe.

Treffpunkt in Aubing - Anwohnerin sammelt Unterschriften

Durch das Frühstück sollen die Berührungsängste abgebaut werden. Weil im Viertel allerdings Räume fehlen, findet das Angebot in der rund einen Kilometer entfernten Aubinger Tenne statt.

Das sei nicht ideal. „Viele Mütter müssen ständig auf die Uhr schauen, um rechtzeitig daheim zu sein, wenn ihre Kinder aus der Grundschule kommen.“ Vor Ort würden zudem noch mehr Menschen das Angebot nutzen, ist sich Gültem sicher.

Auch das regionale Netzwerk Regsam, das sich im Quartier engagiert, plädiert für einen Nachbarschaftstreff. Man habe die Bewohner durch verschiedene Projekte aktiviert und sie besser in den Stadtteil integriert. Aber ohne einen festen Raum sei es schwierig, das fortzusetzen.

Das Sozialreferat schlägt vor, 2024 im Rahmen einer Neubebauung einen Treff zu realisieren und als Interimseinrichtung einen Container aufzustellen. Der Stadtrat muss den Plänen im Dezember noch zustimmen.

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