Jugendarbeit

Mädchentreff in Pasing-Obermenzing gefordert - Förderungsangebot bis jetzt nicht ausreichend

Graciela de Cammerer
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Graciela de Cammerer kann sich einen Mädchentreff im Neubaugebiet an der Paul-Gerhardt-Allee vorstellen.
  • Andreas Schwarzbauer
    vonAndreas Schwarzbauer
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Ein Mädchentreff in Pasing-Obermenzing könnte in der Paul-Gerhardt-Allee ein festes Angebot werden. Der Bedarf sei groß und nur ein mobiler Bus nicht ausreichend.

Einen Mädchentreff in Pasing-Obermenzing wünscht sich Graciela de Cammerer (SPD). „Junge Mädchen müssen die Gelegenheit haben, auch mal unter sich zu sein, um sich entfalten zu können.“

Die Stadt hat zwar beschlossen, heuer ein mobiles Angebot für Mädchen und junge Frauen zu schaffen und damit über einen Zeitraum von fünf Jahren Erfahrungen zu sammeln. 2026 soll dem Stadtrat dann „eine Einschätzung zum grundsätzlichen Bedarf weiterer stationärer Mädchentreffs und möglicher geeigneter Standorte in München gegeben werden“, so Sozialreferentin Dorothee Schiwy.

De Cammerer ist damit aber nicht zufrieden: „Wir haben schon jetzt Bedarf und ein mobiler Bus bringt nicht viel. Es dauert doch eine Ewigkeit, bis er mal nach Pasing-Obermenzing kommt. Ich möchte jeden Tag ein Angebot für Mädchen.“ Derzeit sei eine gute Gelegenheit, im Neubaugebiet an der Paul-Gerhardt-Allee eine solche Einrichtung zu schaffen.

Mädchentreff in Pasing-Obermenzing: bisherige Jugendzentren nicht ausreichend auf Bedürfnisse der Mädchen ausgerichtet

Bisher gibt es in München nur zwei feste Mädchentreffs. Einer davon befindet sich seit Anfang 2020 in der Blumenau. Es sei wichtig, öffentliche Räume für Mädchen zu schaffen, sagt die Mitarbeiterin Lisa Neugebauer. „In ein Jugendzentrum können zwar alle kommen, aber in der Besucherstruktur sieht man, dass das Angebot von Mädchen nicht so gut angenommen wird.“ Einerseits erlaubten viele Eltern ihnen nicht, in eine Einrichtung zu gehen, in der auch Jungs sind. Andererseits trauten sich auch die Mädchen selbst häufig nicht hinein. Außerdem würden sie dort nicht über sensible Themen wie ihre Periode, Sexualität oder Beziehung sprechen, wenn Jungs dabei seien.

Im Mädchentreff seien sie dagegen unter sich. „Es ist ein ganz niederschwelliges Angebot. Man muss sich nicht anmelden oder seinen Namen nennen“, sagt Neugebauer. Beim Zusammensitzen oder gemeinsamen Kochen werde Vertrauen aufgebaut. Sie freut sich über den Vorstoß in Pasing-Obermenzing: „Für die Mädels gibt es in München bisher wenig.“

Laut Sozialreferat muss ein Standort für solch eine Einrichtung ganz bestimmte Anforderungen erfüllen: eine zentrale Lage und ein Umfeld, „das zeitweise erhöhte Lautstärke und vorübergehende Ansammlung von Besuchern vor der Einrichtung zulässt“, ebenso Nutzungszeiten von bis zu sieben Tagen die Woche bis in die Abendstunden, sowie eine „sichere und helle Zuwegung.“

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