Wandel vom Bank- zum Wohnraum

Sparkasse München: Filiale an der Verdistraße wird für Wohnungen abgerissen 

Das Sparkassen-Gebäude in der Verdistraße soll abgerissen werden.
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Das Sparkassen-Gebäude in der Verdistraße soll abgerissen werden.
  • Ursula Löschau
    VonUrsula Löschau
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Die Sparkassen-Filiale an der Verdistraße soll für 14 Mietwohnungen weichen. Der Abriss startet bereits im Oktober. Aufregung beim BA Obermenzing und Bürgern.

Obermenzing - Jetzt wird’s ernst mit einem umstrittenen Bauprojekt an der Verdi­straße 85: Die bisherige Stadtsparkassen-­Filiale in einem eingeschossigen Flachbau weicht einem Neubaukomplex aus zwei dreistöckigen Häusern mit gemeinsamer Tiefgarage.

Bis Mitte 2023 sollen dort 14 Mietwohnungen entstehen. Der Filialbetrieb wurde bereits in das Allacher Beratungscenter der Stadtsparkasse am Oertelplatz verlegt.

Anfang Oktober beginnen nach Auskunft von Unternehmens-Sprecher Sebastian Sippel die Bauarbeiten in Obermenzing zunächst damit, dass acht Bäume auf dem Grundstück gefällt werden. Ende Oktober soll mit dem Abriss des Altbaus begonnen werden.

Der Bezirksausschuss Pasing-­Obermenzing hat sich wiederholt mit dem Projekt befasst, zuletzt in seiner jüngsten Sitzung in dieser Woche (nach Redaktionsschluss). Das Gesamtprojekt hatte der BA im April „wegen zu massiver Bebauung“ abgelehnt, erklärt Viertel-Chef Frieder Vogelsgesang (CSU).

So soll die Wohnanlage an der Verdistraße 85 aussehen.

Zudem hätte der BA gerne einige der markanten Bäume dort erhalten, konnte sich aber nicht durchsetzen. „Es mussten aufgrund des bestehenden Baurechts alle acht unter die Baumschutzverordnung fallenden Bäume auf dem Grundstück zur Fällung freigegeben werden“, erläutert Ingo Trömer vom Planungsreferat.

Jetzt will die Stadtsparkasse zusätzlich zu den Nachpflanzungen auf dem Baugrund zehn weitere Bäume fürs Stadtviertel stiften. „Der BA darf entscheiden, wo diese gepflanzt werden“, so Sippel. Der Umwelt­ausschuss befasst sich aktuell mit der Standortauswahl.

Ein weiterer Aufreger ist der Verlust der Bankfiliale. Bürger haben sich darüber beim BA beschwert. Der Sparkassen-Sprecher erklärt auf Hallo-Anfrage: „Immer mehr Münchner nutzen für ihre Bankgeschäfte inzwischen am liebsten Online-Banking und Apps. Beratungsgespräche werden gerne telefonisch oder per Videoberatung geführt. Der Filialbesuch ist dadurch sehr viel seltener geworden.“

Dies habe zur Entscheidung geführt, den Standort zu schließen und die Immobilie neu zu nutzen, „vor allem hinsichtlich einer zeitgemäßen Bebauung und der Wirtschaftlichkeit“, so Sippel. Geplant seien 14 Wohnungen, die „zu extrem fairen Mietspiegelpreisen“ vermietet würden. Außerdem soll ein Geldautomat an der Verdi­straße 85 verbleiben.

Vogelsgesang sieht hier seitens des BA keine Einflussmöglichkeit: „Das ist insgesamt ein großer Zwiespalt: Ich verstehe, dass sich viele Bürger damit schwertun. Aber wir sehen gerade bei allen Banken, dass das Filialnetz leider schrumpft.“

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