Plan in BA

Denkmäler als Lernorte: Soldaten-Mahnmale erweitern, um Schrecken des Kriegs zu verdeutlichen

Lena Schneck und Gerald Zehetbauer wollen das Kriegerdenkmal von 1934 an der Bäckerstraße zu einem Lernort machen.
+
Lena Schneck und Gerald Zehetbauer wollen das Kriegerdenkmal von 1934 an der Bäckerstraße zu einem Lernort machen.

Die Kriegerdenkmäler in Pasing-Obermenzing sollen Lernorte werden. Das fordern SPD und Grüne in einem gemeinsamen Antrag im Bezirks­ausschuss.

„Die Denkmäler entstanden nach dem Ersten Weltkrieg, waren heroisch gedacht und sollten die Kriegstoten glorifizieren. Wir wollen sie so verändern, dass sie in unsere friedliche Gesellschaft passen“, sagt Lena Schneck (Grüne). Die Mahnmale an der Bäckerstraße, der Dorfstraße und dem Obermenzinger Friedhof sollen daher erweitert werden.

Man müsse deutlicher sehen, wie schrecklich Kriege sind, meint Gerald Zehetbauer (Grüne). Im Krieg seien nicht nur Soldaten, sondern auch Zivilisten oder Widerstandskämpfer umgekommen. Er und Schneck können sich daher vorstellen, die konkreten Schicksale von Leuten vor Ort auf Tafeln zu präsentieren. Weitere Hintergrundinformationen könnten Interessierte per QR-Code erhalten.

„Im Bild einer Stadt, die so stark betroffen war, muss das Thema präsenter und greifbarer werden“, sagt Franziska Messerschmidt (SPD). Es gebe immer weniger Menschen, die den Zweiten Weltkrieg noch miterlebt haben und die Schrecken gerieten in Vergessenheit. „Die derzeitigen politischen Strömungen machen nicht unbedingt Hoffnung, dass es noch im Bewusstsein ist“, sagt Messerschmidt.

Plan in BA Pasing - Kriegsdenkmäler als Lernort in Pasing

Ein zweiter wichtiger Aspekt ist für Schneck und Zehetbauer, dass Passanten an den Denkmälern auch etwas über Frieden lernen können. Beispielsweise könnte man die ersten 20 Artikel des Grundgesetzes, die eine Folge des NS-Regimes sind, präsentieren. Eine andere Möglichkeit wäre es, dort Vorträge oder Workshops wie zu gewaltfreier Kommunikation zu veranstalten.

Winfried Kaum (CSU) hält die Denkmäler nicht für kriegsverherrlichend. „Es sind Orte, an denen Menschen gedacht wird. Damit muss man sensibel umgehen.“ Aber auch er kann sich vorstellen die Mahnmale zu erweitern.

„Es geht nicht darum, den Soldaten dort nicht mehr zu gedenken. Auch dafür muss weiterhin Platz sein“, sagt Schneck. Grüne und SPD wollen deshalb gemeinsam mit Veteranenverbänden und der Geschichtswerkstatt ein Konzept erarbeiten. Messerschmidt kann sich auch vorstellen, Schulen miteinzubeziehen. Der Bezirksausschuss stimmte für einen Workshop mit interessierten Bürgern, Einrichtungen und Verbänden.

Auch interessant:

Meistgelesen

Wild-West-Verfolgungsjagd in München ‒ Polizei verfolgt entlaufenes Pferd
Wild-West-Verfolgungsjagd in München ‒ Polizei verfolgt entlaufenes Pferd
Das wird neu im Nordwestens Münchens – BA-Chefs exklusiv in Hallo
Das wird neu im Nordwestens Münchens – BA-Chefs exklusiv in Hallo
Das wird neu im Westen Münchens – BA-Chefs exklusiv in Hallo
Das wird neu im Westen Münchens – BA-Chefs exklusiv in Hallo

Kommentare