Wohnprojekt auch für Senioren

Stadt will 200 Betten für wohnungslose Familien in der Bauseweinallee: Senioren fordern Berücksichtigung

Areal an der Bauseweinallee
+
Seniorenbeirätin Franziska Miroschnikoff (links) und Mitstreiter aus dem Stadtbezirk vor dem Areal an der Bauseweinallee.
  • Ursula Löschau
    VonUrsula Löschau
    schließen

An der Bauseweinallee 8 sind Unterkünfte für wohnungslose Familien geplant. Die örtliche Seniorenvertretung wünscht sich einen Teil davon als Seniorenheim.

Eine Einrichtung mit 200 Betten für wohnungslose Familien soll nun an der Bauseweinallee 8 entstehen (siehe Kasten). Der BA Pasing-Obermenzing hat den Bauantrag jüngst jedoch abgelehnt: Nicht der Nutzung wegen, sondern weil er die geplante Stellplatzanzahl für „deutlich zu gering“ hält und besonders zwei öffentliche barrierefreie Parkplätze vermisst. Der BA beantragt nun eine Tiefgarage. Der örtlichen Seniorenvertretung kommt die Verzögerung entgegen. Sie will die Zeit nutzen und erreichen, dass ein Teil des Neubauprojekts für neue Wohnformen im Alter reserviert wird. „Das ist ein idealer Standort für Senioren-Wohnen, mit sehr guter Nahversorgung und ÖPNV-Anbindung“, betont Seniorenbeirätin Franziska Miroschnikoff.

So sieht das Baugrundstück an der Bauseweinallee aus.

Projekt Bauseweinallee - Sozialreferat sieht keinen Spielraum für Umplanung

Sie findet: „Wenn dort eine stadtweite soziale Einrichtung entsteht, wäre es wirklich nicht zu viel verlangt, auch Raum für örtliche Belange einzufordern.“ Dabei denkt Miroschnikoff im Idealfall an eine Kombination aus verschiedenen Wohnformen von der Senioren-WG bis zum Betreuten Wohnen für Bürger aus dem Stadtbezirk. „Das könnte ein Pilotprojekt werden und erfüllt auch soziale Zwecke“, schwärmt sie. Bisher gibt es in Obermenzing kein Seniorenheim. Und das trotz vieler Anträge örtlicher Interessenvertreter.

In der Juli-Sitzung des BA Pasing-Obermenzing soll der Vorstoß der Seniorenvertretung behandelt werden. Allerdings scheint man im Sozialreferat derzeit keinen Spielraum für große Umplanungen zu sehen. „Das geplante Objekt resultiert aus einem europaweiten Ausschreibungsverfahren. Hierin ist exakt festgelegt, welche Leistungen durch den Auftragnehmer zu erbringen sind“, erklärt Sprecher Frank Boos auf Hallo-Anfrage. Der Bewerber habe aufgrund seines Angebots den Zuschlag erhalten. „Dies ist für die LHM somit auch rechtlich bindend.“

200 Betten für Familien

Für das Privatgrundstück an der Bauseweinallee 8 gibt es neue Pläne. Bei einem Ausschreibungsverfahren der Stadt bekam der Eigentümer den Zuschlag, dort im Auftrag des Amts für Wohnen und Migration einen Beherbergungsbetrieb für wohnungslose Familien mit insgesamt 200 Betten zu errichten. Diese sind laut Bauantrag auf drei Gebäude aufgeteilt, wobei das südliche Haus über drei Stockwerke plus Dachgeschoss, das mittlere und das nördliche über je zwei Stockwerke plus Dachgeschoss verfügen sollen. Küchenzeilen und Bäder sind in den Bewohnerzimmern untergebracht. „Vor Ort werden ausreichend Räumlichkeiten für die Arbeit von Sozialpädagogen und Erziehern vorgesehen“, teilt Frank Boos, Sprecher des Sozialreferats, mit. Geplanter Betriebsbeginn sei Oktober 2022. Die Laufzeit beträgt gemäß Ausschreibung zehn Jahre. Die Verkehrsanbindung soll über die Bauseweinallee erfolgen.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Weg mit dem Schandfleck: Dauer-Baugrube an der Manzostraße bringt Stadtteilpolitiker in Rage
München West
Weg mit dem Schandfleck: Dauer-Baugrube an der Manzostraße bringt Stadtteilpolitiker in Rage
Weg mit dem Schandfleck: Dauer-Baugrube an der Manzostraße bringt Stadtteilpolitiker in Rage

Kommentare