Planfeststellungsverfahren läuft derzeit

Sanierung des Allacher Tunnels in München: Droht den Vierteln acht Jahre Stau?

Während der Sanierung muss zeitversetzt je eine der Röhren des Allacher Tunnels komplett gesperrt werden. Der Verkehr auf der A99 wird in beide Richtungen auf je zwei Spuren durch die andere Röhre geführt.
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Während der Sanierung muss zeitversetzt je eine der Röhren des Allacher Tunnels komplett gesperrt werden. Der Verkehr auf der A99 wird in beide Richtungen auf je zwei Spuren durch die andere Röhre geführt.
  • Benedikt Strobach
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Der Allacher Tunnel soll umfangreich saniert werden. Während der Sanierung muss je eine Röhre gesperrt werden. BA Allach-Untermenzing fürchtet Verkehr und Stau.

  • Der Allacher Tunnel auf der Autobahn A99 in München soll umfangreich saniert werden.
  • Während der Sanierung muss zeitweise je eine Röhre gesperrt werden.
  • Der BA Allach-Untermenzing fürchtet zunehmenden Verkehr und Stau, der BA Feldmoching-Hasenbergl fordert Ausgleichsflächen im Stadtbezirk für die Maßnahmen.

Allach/Feldmoching - Droht Allach der Verkehrskollaps? Wenn der Allacher Tunnel saniert und die A99 für eine temporäre Freigabe der Seitenstreifen umgebaut wird, befürchten die Menschen im 23. Stadtbezirk eine Flut an Ausweichverkehr. Dann stehen im Tunnel nur noch zwei Spuren je Richtung zur Verfügung.

Sanierung des Allacher Tunnels in München: BA Allach-Untermenzing fürchtet zunehmenden Verkehr und erheblichen Stau

Derzeit läuft das Genehmigungsverfahren – das Planfeststellungsverfahren. Den wesentlichen Kern der Unterlagen erläuterte nun Michael Witt von der Autobahn GmbH des Bundes bei einer Online-Zuschaltung im BA Allach-Untermenzing. Der verkehrstechnisch wichtigste Punkt: „Es kann nicht in einer Tunnelröhre gleichzeitig gebaut und der Verkehr abgewickelt werden.“

Soll heißen: Während der Sanierung der einen Tunnelröhre müssen die Verkehrsströme in beide Richtungen in der zweiten Röhre fließen. Dort werden für jede Richtung zwei Spuren eingerichtet – je eine weniger als aktuell zur Verfügung stehen. Fritz Schneller (SPD): „Schon jetzt – bei drei Spuren – gibt es erhebliche Staus, bei Unfällen auch lange Rückstaus.“ Witt musste zugeben: „Beeinträchtigungen werden sich nicht komplett vermeiden lassen.“

Bei der Autobahn GmbH geht man davon aus, dass während der Bauzeit weniger Autofahrer die Strecke nutzen – was das nächste Problem für Allach mit sich bringen wird. Neben der B471, der A8 und in der Folge dem Mittleren Ring in München gilt auch die Eversbuschstraße als Ausweichstrecke.

Sanierung des Allacher Tunnels soll acht Jahre dauern - BA Feldmoching-Hasenbergl will Ausgleichsflächen im Bezirk

Acht Jahre hat die Autobahn GmbH als Bauzeit angesetzt. Bis zu fünf Jahre davon dauern wohl die Arbeiten im Tunnel. „Diese lange Zeit treibt uns um“, sagte Stefanie Martin (CSU). Sie befürchtet während der Dauer eine extreme Verkehrsbelastung fürs Viertel. Ihren Vorschlag, den Verkehr zumindest zeitweise auch in der in Sanierung befindlichen Röhre abzuwickeln, lehnte Witt aus Sicherheitsgründen ab.

Der BA wird seine Befürchtungen nun in einer Stellungnahme beschreiben. Auch die Bürger haben die Möglichkeit, ihre Bedenken und Vorschläge einzubringen. Die Unterlagen liegen im Planungsreferat, Blumenstraße 28b, zur Einsicht aus. Wegen der Pandemie bittet die Stadt aber, die Pläne möglichst online unter www.tunnel-allach.de zu studieren. Die Auslegung dauert noch bis 1. März, die Frist für Einwendungen endet am 15. März.

Gibt es keine Verzögerungen durch mögliche Klagen, kann nach der Planfeststellung mit der Detailplanung und dann mit dem Bau begonnen werden. Dabei werden vom Tausalz verursachte Korrosionsschäden im Tunnel saniert und die Seitenstreifen zwischen den Autobahndreiecken München-Allach und München-Feldmoching für die temporäre Freigabe – wie man sie zum Beispiel von der A8 kennt – umgebaut.

Auch der BA Feldmoching-Hasenbergl hat sich zum Vorhaben geäußert. Der temporären Seitenstreifenfreigabe während der Sanierung stimmte das Gremium gegen die Stimmen der Grünen zu. Ergänzend forderten die Lokalpolitiker, dass Ersatzmaßnahmen und Ausgleichsflächen für Eingriffe im Bezirk ortsbezogen realisiert werden. Bisher seien dafür etwa Flächen in Krailling vorgesehen. Auch einer Ergänzung der SPD-Fraktion, Tempolimits einzurichten, Flüsterasphalt auf der Strecke aufzubringen und südlich der Trasse Sonnenkollektoren zur Stromgewinnung zu installieren, stimmte das Gremium zu.

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