Schädlingsplage?

Rattennest neben einer Krippe? Stadt lässt Grundstücke  an der Bodenseestraße verwahrlosen

Siegfried Liedl (links) und Wolfgang Bösing (beide Grüne) kritisieren die Zustände an der Bodenseestraße. In den leeren Gebäuden sollen sich Ratten eingenistet haben.
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Siegfried Liedl (links) und Wolfgang Bösing (beide Grüne) kritisieren die Zustände an der Bodenseestraße. In den leeren Gebäuden sollen sich Ratten eingenistet haben.

Die Stadt München lässt Grundstücke an der Bodenseestraße verwahrlosen – in der Nähe eine Kinderkrippe. BA in Neuaubing schlägt jetzt wegen Ratten Alarm.

Weil die Stadt zwei Grundstücke an der Bodenseestraße 200 und 204 verwahrlosen lässt, gibt es nun ein Rattenproblem. Vor etwa zwei Jahren mussten die dort ansässigen Autohändler die Flächen gegenüber eines Baumarktes räumen. Zurück blieben allerdings mehrere Baracken und Holzverschläge, in denen sich Büros und Verkaufsräume befanden. Diese verfallen langsam.

„Man riecht, dass es drinnen schimmelt und es haben sich Ratten angesiedelt“, sagt Siegfried Liedl, der für die Grünen im örtlichen Bezirksausschuss sitzt. Rund um die Bauten liegen unzählige Glasscherben, alte Autoreifen und anderer Müll. „Das ist ein unzumutbarer, gesundheitsgefährdender Zustand“, ärgert sich Liedl. Zumal sich nur wenige Meter entfernt – an der Thuisbrunner Straße – eine Kinderkrippe befindet.

„Eltern haben uns gewarnt, dass sie Ratten auf einem benachbarten Grünstreifen entdeckt haben. Wir haben den ganzen Sommer nicht mehr draußen gegessen, um die Tiere nicht anzulocken“, sagt Einrichtungsleiterin Anja Riemann.

Sie vermutet ebenfalls, dass die Ratten in den leerstehenden Gebäuden einen idealen Unterschlupf gefunden haben. „Wir machen uns Sorgen, denn sie übertragen Krankheiten und scheinen sehr zutraulich zu sein“, sagt Riemann. Eltern hätten sich an die Stadt gewandt, aber bisher sei nichts passiert.

Ratten neben Krippe? - Stadt lässt Grundstücke an der Bodenseestraße verwahrlosen

Dem widerspricht das Kommunalreferat. „Wir haben die Grundstücke von unserer zuständigen Abteilung untersuchen lassen. Es wurde kein Rattenbefall festgestellt“, teilt Sprecher Andreas Sigl mit.

Dennoch werde ein Kammerjäger beauftragt, um Fallen aufzustellen. Darüber hinaus habe man das Gespräch mit Vertretern der Krippe gesucht. Diese hätten mitgeteilt, dass sie tatsächlich im Sommer nicht im Freien gegessen hätten – allerdings wegen der Wespen.

Dass die Stadt nun Rattenfallen aufstellen will, reicht Siegfried Liedl allerdings nicht. Er fordert in einem Antrag, dass die Bauten unverzüglich entfernt werden. „Eine regelmäßige Kontrolle und Säuberung dieser beiden Grundstücke sowie deren Randstreifen ist zwingend erforderlich.“ Der Bezirksausschuss stimmte einmütig zu.

Liedl wünscht sich zudem, dass die Flächen zeitnah entsiegelt werden. Mittelfristig sei aber eine Randbebauung mit Gewerbe und Wohnungen sinnvoll. „So würde das Areal einen städtischen Charakter bekommen und nicht weiter verwahrlosen“, meint er. Das sieht auch die Stadt so. Die Gebäude würden abgerissen, die Flächen voraussichtlich an die städtische Wohnbaugesellschaft GWG übertragen.

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