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Postbank will Standort Nymphenburg 2022 aufgeben: Protest von Bürgern und Viertelpolitikern

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Von: Ursula Löschau

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Die Filiale am Romanplatz wird von der Postbank angemietet und betrieben. Sperrt nächstes Jahr die Bankfiliale zu, will sich die Deutsche Post zum Beispiel bei einem Geschäft in der Umgebung einen Partner suchen.
Die Filiale am Romanplatz wird von der Postbank angemietet und betrieben. Sperrt nächstes Jahr die Bankfiliale zu, will sich die Deutsche Post zum Beispiel bei einem Geschäft in der Umgebung einen Partner suchen. © Ursula Löschau

Am Romanplatz herrscht Aufregung, denn die dort ansässige Postfiliale soll kommendes Jahr schließen. Den Bürgern gefällt das gar nicht. Jetzt starten sie eine Petition.

NYMPHENBURG Aufschrei in Nymphenburg: Die Postbank will ihren Standort am Romanplatz im kommenden Jahr schließen. Das betrifft auch die dortige Postfiliale. Dagegen formiert sich jetzt breit angelegter Protest.

Die Stadtratsfraktionen SPD/Volt und Grüne/Rosa Liste haben den Oberbürgermeister aufgefordert, sich „auf Bundesebene für den Erhalt der Postfiliale am Romanplatz einzusetzen“. Bürger haben eine Online-Petition gegen die Schließung gestartet und hängen am Romanplatz Infozettel aus.

Ein Flugblatt der Bürger gegen die geplante Schließung der Postfiliale.
Ein Flugblatt der Bürger gegen die geplante Schließung der Postfiliale. © privat

Und auf der Tagesordnung der nächsten BA-Sitzung am Dienstag, 16. November, steht der CSU-Antrag: „Wohnortnahe Daseinsfürsorge der Deutschen Post AG sowie der Postbank am Romanplatz erhalten. Die Post muss am Romanplatz bleiben!“

Postbank-Sprecher Rittmaier: „Post- und Paketdienstleistungen bleiben durch Deutsche Post gewährleistet.“

Postbank-Sprecher Oliver Rittmaier erklärt auf Hallo-Anfrage: „Wir schließen eine Filiale nur dann, wenn sie sich nicht mehr wirtschaftlich betreiben lässt.“ Das sei der Fall, wenn das „Verhältnis zwischen reinen Serviceleistungen (zum Beispiel Postdienstleistungen, Bargeldauszahlung) und wertschaffendem Neugeschäft (beispielsweise durch Abschlüsse und Nutzung von Bankprodukten)“ nicht mehr stimme. Das sei nach aktuellem Stand in bundesweit 200 Filialen der Fall.

Sie alle sollen bis Ende 2023 geschlossen werden. Der Standort Romanplatz gehöre dazu. Dort sei voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2022 Schluss. Einen konkreten Schließungstermin gibt es laut Rittmaier noch nicht.

Zudem kündigt er an: „Das Angebot an Post- und Paketdienstleistungen bleibt in der Umgebung aber auch in Zukunft bestehen und wird durch unseren Kooperationspartner Deutsche Post sichergestellt sein. Die Deutsche Post sucht entsprechend einen Partner, der in der näheren Umgebung unseres Filialstandortes das Angebot an Postdienstleistungen übernimmt.“

Stadträte kritisieren Pläne zur Schließung der Filiale - Besonderer Nachteil für Senioren und eingeschränkte Personen

Eine Partnerfiliale ist für Anna Hanusch, Fraktionschefin der Grünen im Stadtrat und Vorsitzende des Bezirksausschusses Neuhausen-Nymphenburg, aber kein adäquater Ersatz.

Im jüngsten Stadtratsantrag heißt es dazu: „Grundversorgung mit postalischen Dienstleistungen ist Teil der Daseinsvorsorge und trägt entscheidend zur Lebensqualität in den verschiedenen Stadtquartieren bei. Deshalb braucht es ein gutes Filialnetz der Post, welches nicht allein durch Auslagerung an teilweise weniger zuverlässige Partnerfilialen ersetzt werden kann. Die Post kann und muss auch in Eigenregie Filialen betreiben.“

Als einen „schweren Schlag“ fürs Viertel bezeichnet die CSU-Fraktion in ihrem BA-Antrag die angekündigte Schließung der Postbank- und Postfiliale am Romanplatz. Besonders „behinderte, ältere und beweglich eingeschränkte Personen“ stünden durch einen Wegfall der Postdienststelle vor „sehr großen Problemen“, so Sprecherin Gudrun Piesczek.

Gudrun Piesczek (CSU)
Gudrun Piesczek (CSU) © privat

Dasselbe gelte für Postbankkunden, die ihre Geschäfte nicht online abwickeln könnten. Der Antrag ist zwar noch nicht beschlossen, der Vorsitzende des Unterausschusses „Soziales, Integration und Wohnen“, Rudolf Stummvoll (Grüne), rechnet aber damit. „Im Kern will der BA, dass die Post am Romanplatz erhalten bleibt. Ich würde es sehr bedauern, wenn die Post sich ersatzlos vom Romanplatz verabschieden würde. Das darf man nicht widerspruchslos hinnehmen“, sagt er.

Rudolf Stummvoll (Grüne)
Rudolf Stummvoll (Grüne) © privat

Nächstes Treffen des BA

Der BA Neuhausen-Nymphenburg tagt am Dienstag, 16. November, im Neuhauser Trafo an der Nymphenburger Straße 171. Beginn ist um 19.30 Uhr im Neubau (Kultur im Trafo).

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