Widerstand aus Münchner Westen

Kampf um das Versicherungsamt –Stadt verlagert Beratungsstelle von Pasing in die Innenstadt

Das Pasinger Rathaus war auch für die Laimer die nächste Anlaufstelle, kritisiert Konrad Stöckl.
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Das Pasinger Rathaus war auch für die Laimer die nächste Anlaufstelle, kritisiert Konrad Stöckl.

Im Münchner Westen tut sich Widerstand auf. Grund dafür ist das Versicherungsamt des Pasinger Rathaus, das in die Innenstadt verlagert werden soll...

  • In Pasing gibt es Streit um das Versicherungsamt.
  • Die Stadt verlagert die Beratungsstelle in die Innenstadt.
  • Der Münchner Westen regt sich stark darüber auf.

München-West – Das Pasinger Rathaus verliert sein Versicherungsamt. Das Kreisverwaltungsreferat legt die Außenstelle der Behörde, die den Bürgern Auskunft und Beratung zur Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung bietet, mit der Anlaufstelle in der Implerstraße zusammen. 

Service soll in Pasing erhalten bleiben

Dagegen liefen die Bezirksausschüsse, Seniorenvertreter und Bürger aus dem Münchner Westen Sturm. 

Sie wollten den Service in Pasing erhalten. „Wenn dieses dezentrale Angebot im Pasinger Rathaus nicht mehr besteht, ist das für ältere, hilfsbedürftige und mobilitätseingeschränkte Bürger ungemein alltagserschwerend und gemütsbelastend“, schrieben die fünf betroffenen Seniorenbeiräte aus dem Münchner Westen an OB Dieter Reiter. 

Er soll die Verlagerung noch abwenden. „Die Verlegung bringt zwangsläufig eine Entfremdung, einen Verlust von Bürgernähe mit sich“, so der Laimer Seniorenvertreter Konrad Stöckl. 

Laimer Seniorenvertreter Konrad Stöckl ist gegen die Verlagerung.

Doch der Einsatz scheint vergeblich gewesen zu sein. Das Versicherungsamt ist Ende Juli umgezogen. Grund sei der Platzmangel im Pasinger Rathaus. 

„Dort wurden aufgrund der Raumnöte sowohl alle Besprechungs- und Aufenthaltsräume, ein ehemaliges Kopierzimmer sowie die Brandmeldezentrale zu Arbeitsplätzen umfunktioniert“, erklärt Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle. 

Noch vor einem Jahr hatte das KVR kein Raumproblem gesehen. Damals hatte es das Angebot abgelehnt, die Räume der ehemaligen Polizeiwache am Pasinger Marienplatz anzumieten. Der Grund: Im Pasinger Rathaus sei genügend Bürofläche vorhanden. 

Doch weil die Bezirksinspektion nun noch zusätzliche Mitarbeiter erhält, habe es zur Verlagerung eines Bereiches keine Alternative gegeben, so Böhle. 

Der BA Pasing-Obermenzing kann Entscheidung nicht nachvollziehen

Die Wahl fiel auf das Versicherungsamt, weil der Umzug „organisatorisch ohne größere Probleme“ habe bewältigt werden können. Der Bezirksausschuss Pasing-Obermenzing kann das nicht nachvollziehen. 

„Es sind vier Arbeitsplätze. Da kann mir keiner verkaufen, dass wir in Pasing keine Räume finden“, sagt Sven Wackermann (CSU). 

Die Viertelpolitiker ärgert zudem, dass die Stadt auch andere Angebote zur Anmietung von zusätzlichen Räumen abgelehnt habe. 

Das Gremium fordert nun, dass das Versicherungsamt spätestens nach der Fertigstellung des Neubaus für das Sozialbürgerhaus an der Offenbachstraße 2023/24 nach Pasing zurückkehren müsse. 

BA-Chef Frieder Vogelsgesang (CSU) sagt: „Wenn wir uns jetzt das Versicherungsamt nehmen lassen, kommt in ein paar Jahren vielleicht das Standesamt weg.“ 

andy

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