Das Projekt soll Maßstäbe setzen

Wie ein Architekten-Netzwerk das Paketposthallen-Areal in München zum Vorbild für Klimaschutz machen will

Falko Kühnel (links) und Manuel Hoehn vor der denkmalgeschützten Paketposthalle in München.
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Falko Kühnel (links) und Manuel Hoehn vor der denkmalgeschützten Paketposthalle.

Zwei Architekten aus München zeigen ihre Vision für das Paketposthalle-Areal. Das Quartier soll zum Leuchtturmprojekt für Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft werden.

Rund 1100 Wohnungen, zwei 155-Meter-Türme und im Mittelpunkt die Paketposthalle als überdachter Platz für Kultur und Begegnung: Das sind die markantesten Eckpunkte des Masterplans zur Entwicklung des rund 8,7 Hektar großen Areals an der Wilhelm-Hale-Straße durch die Büschl Gruppe (Hallo berichtete).

Dieser Plan wird aktuell in Abstimmung mit der Stadt überarbeitet und es werden diverse Gutachten für das anstehende Bebauungsplanverfahren erstellt. Für Falko Kühnel (31) und Manuel Hoehn (32) der richtige Zeitpunkt, um ihre Vision in die Planung einzubringen: neue Standards für „klimafreundliches, kreis­laufgerechtes und gesundes Bauen“.

Die beiden Münchner gehören zu einem Netzwerk der „Architects for Future“ und des „Cradle to Cradle Baubündnisses“ mit rund 80 Mitgliedern. Sie sagen: „Die denkmalgeschützte Halle und die beiden Türme werden große Signalwirkung haben. Das gesamte Quartier sollte daher zum Leuchtturm- und Modellprojekt für Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft in München werden.“

In einem Positionspapier haben sie konkrete Ziele und Vorschläge zu einer ökologisch nachhaltigen Bauweise erarbeitet. Denn genau diese vermissen sie in den bisher bekannten Planungen.

Plan für Paketposthalle in München - Architekten stellen Forderung für Klimaschutz

Stichwort „Materialgesundheit“: Das Bündnis fordert, dass die Verwendung ökologischer Baustoffe als Standard vorgeschrieben wird. „Das heißt, alle Materialien sind gesund für Nutzer und Umwelt sowie entweder biologisch abbaubar oder technisch recyclebar“, erklären sie.

Dazu gehört auch der Einsatz nachwachsender Rohstoffe und eine Gebäudeplanung mit flexiblen Grundrissen. Das Ziel: Hat sich eine Nutzung erledigt, soll einfach und ressourcensparend umgebaut werden können.

Unter dem Begriff „Energie“ stehen weitere Schwerpunkt-Forderungen. Das beginnt bei einem „stimmigen Energiekonzept“ für die Türme. Unter anderem schlägt das Netzwerk eine „materialarme, energieerzeugende, grüne, also intelligente Fassade“ vor.

Bezogen auf das gesamte Quartier wünscht sich der Architekt Falko Kühnel eine „ganzheitliche Energieplanung“. So soll die Verwendung erneuerbarer Energien zwingend vorgeschrieben werden.

Zu den Punkten Flora, Fauna und Wasserhaushalt fasst Kühnel zusammen: „Es geht hier um viel mehr als die reine Freiflächengestaltung zwischen den Gebäuden. Auch da müssen über den Bebauungsplan neue Standards formuliert und festgesetzt werden.“ Möglichkeiten böten unter anderem grüne Dächer und Fassaden sowie auf das Quartier verteilte Wasserflächen und -läufe.

Diese und weitere Ansätze will das Bau-Netzwerk dem BA Neuhausen-Nymphenburg in der nächsten Sitzung am Dienstag, 17. November, vorstellen. Dessen Vorsitzende Anna Hanusch (Grüne) – selbst Architektin – sagt: „Es wäre durchaus spannend, wenn Neuhausen mit diesem Projekt eine Leuchtturmrolle übernehmen könnte. Ich teile das Grundanliegen des Netzwerkes an vielen Stellen.“

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