Wegen Kandidatenliste

Es ist offiziell – Stadtrat Johann Sauerer wechselt die Partei

Johann Sauerer, ehemaliger CSU Stadtrat wechselt zur ÖDP.

Nachdem der Stadtrat Johann Sauerer nicht mehr für die CSU-Stadtratsliste aufgestellt wurde, schloss er einen Wechsel der Partei nicht aus. Jetzt ist es offiziell...

Update: 24. Oktober

Mit sofortiger Wirkung schließt sich der erfahrene Münchner Stadtrat Johann Sauerer aus Aubing der ÖDP München an. Er wird fortan als ÖDP-Mitglied sein Stadtratsmandat bekleiden und auch bei der Kommunalwahl 2020 auf der Liste der Münchner ÖDP kandidieren.

ÖDP-Stadtrat Tobias Ruff (li.), Vorsitzende der Münchner ÖDP Thomas Prudlo(re)  und Johann Sauerer (mi.)

„In den letzten Wochen haben mich viele Bürgerinnen und Bürger kontaktiert und mich gebeten, meine Stadtratsarbeit nicht aufzugeben, sondern meine kommunales Engagement fortzusetzen. Nach reiflicher Überlegung habe ich mich deshalb entschieden diesen Neustart bei der ÖDP zu wagen. Schon in der Vergangenheit haben wir oftmals gemeinsame Positionen vertreten und sehr gut zusammengearbeitet.“, so Johan Sauerer.

ÖDP-Stadtrat Tobias Ruff äußert sich hocherfreut: „Unsere Arbeit der letzten Jahre bleibt nicht unbemerkt und Johann Sauerer wird unseren Bemühungen für ein lebenswertes München mit seiner Expertise bei der Stadtentwicklung und Verkehrswende einen weiteren Schub verleihen.“

Mit dem Übertritt wird die ÖDP im Münchner Rathaus zukünftig mit drei Stadträten agieren.

16.Oktober

München - Gibt es in München den nächsten prominenten Parteiwechsler? Der Aubinger Stadtrat Johann Sauerer (49) wurde von seinem Kreisverband nicht mehr für die CSU-Stadtratsliste aufgestellt und wollte einen Wechsel auf Hallo-Nachfrage nicht ausschließen. 

Ganz im Gegenteil: „Ich habe Anfragen von mehreren Gruppierungen, die mich gerne auf ihrer Seite hätten.“ 

Noch nie haben im Münchner Stadtrat so viele Volksvertreter zwischen zwei Wahlen die Parteien gewechselt, wie in der aktuellen Periode. Zuletzt war SPD-Fraktionsvorsitzender Alexander Reissl zur CSU gewechselt. 

Nun wollte Sauerer als Spitzenkandidat des Kreisverbandes München-West antreten, verlor jedoch die Abstimmung gegen den Pasinger CSU-Vorsitzenden Winfried Kaum (55). Auch der amtierende Stadtrat Frieder Vogelsgesang (58) fehlt auf der CSU-Liste. 

Sauerer zeigt sich von dem Ergebnis nicht überrascht: „Ich habe in der Kommunalpolitik andere Ansätze als unser Kreisvorsitzender Josef Schmid und bei der Verkehrs- und Siedlungspolitik oft eine andere Meinung vertreten als meine Fraktion.“ So sprach er sich gegen eine Neubebauung des Eggartens aus und stimmte gegen die Hochhaus-Pläne auf dem Paketpost-Areal. Damit liegt er nah bei der neu gegründeten München-Liste. 

Sauerer will jetzt gemeinsam mit seinen Freunden „innerhalb und außerhalb der CSU“ beraten, wie es weitergeht. In den nächsten Tagen werde er eine Entscheidung treffen. Er könne sich aber auch ein Leben ganz ohne Politik vorstellen. 

Was ihn noch antreibe, sei, dass Aubing künftig nicht mehr ausreichend im Stadtrat betreut werde. Zwar sei die OB-Kandidatin der Grünen, Katrin Habenschaden, ebenfalls Aubingerin, aber sie habe als Fraktionsvorsitzende und mögliche Bürgermeisterin ein breites Aufgabenspektrum. „Sie kann den Fokus nicht so stark auf den 22. Stadtbezirk richten.“ 

Dass er in der SPD landen wird, ist allerdings unwahrscheinlich. Zwar schätzt der Münchner SPD-Vorsitzende Christian Müller, selbst aus Pasing, seinen Kollegen und hat mit ihm in Sachen Freiham zuletzt eng zusammengearbeitet. Müller betont aber auf Hallo-Nachfrage: „Vonseiten der SPD gibt es keine Anfrage. Ich glaube, dass ständige Parteiwechsel der Glaubwürdigkeit der Politik schaden.“ Er selbst will sich für den Münchner Westen einsetzen. 

Das plant auch Frieder Vogelsgesang – wenn auch nicht mehr als Stadtrat, sondern weiterhin für die CSU im Bezirks­ausschuss in Pasing-Obermenzing. Vogelsgesang, der erst im April 2018 in die Stadtratsfraktion nachgerückt ist, rechnete sich nach dem Aufstellungsverfahren der Münchner CSU (s. Kasten) keinen aussichtsreichen Listenplatz aus. „Natürlich hätte ich wahnsinnig gerne weitergemacht. Aber ich arbeite mich doch nicht an einem Platz 34 oder schlechter auf. Das kann man machen, wenn man jünger ist.“ Er verzichtete auf eine Kandidatur gegen Winfried Kaum. 

Frieder Vogelsgesang

Dieser wiederum freut sich über seine Wahl. „Ich sehe meinen praktizierten Kurs des Miteinanders und des offenen kollegialen Umgangs mit meinen Kollegen im Kreisverband bestätigt.“ Die Bewerbung zweier Kandidaten um Platz eins sieht er positiv. Sie zeige, dass der demokratische Prozess in der CSU funktioniere. 

andy/ul

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