In sieben Tagen zu Fuß nach Berlin

Vom Westkreuz in die Hauptstadt: Danial Shekar will in einer Woche 570 Kilometer wandern

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Danial Shekar hat es geschafft. Er steht vor dem Brandenburger Tor in Berlin.

Danial Shekar hat es geschafft. Seine Eindrücke und Erfahrungen seiner extremen Wanderung...

Update vom 18. September

Westkreuz – In sieben Tagen vom Münchner Westkreuz nach Berlin wandern – das hatte sich Danial Shekar vorgenommen. 

Inzwischen ist der 22-Jährige wieder in München, nur die schmerzenden Füße erinnern noch an die Strapazen. Der Weg zum Ziel war schwer: “Mittendrin habe ich gemerkt, dass das Ziel utopisch ist. Meine Prioritäten haben sich geändert. Es ging nicht mehr primär darum, das Brandenburger Tor zu erreichen, sondern darum einfach nur zu gehen und nicht aufzugeben.“ 

Am Ende musste er dennoch Kompromisse eingehen: Seine Schwester, die ihn mit dem Auto folgte, um im Ernstfall helfen zu können, hatte an den letzten Tagen gesundheitliche Probleme. Deswegen sind die Geschwister die finale Etappe zum Berliner Stadtrand zusammen mit dem Auto gefahren. 

Von dort aus ist Danial Shekar doch noch bis zum Brandenburger Tor gelaufen. „Es hat unglaublich viel Spaß gemacht und das finale Gefühl, am Brandenburger Tor zu stehen, war überwältigend.“ 

Update vom 14. September:

Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. In drei Tagen will Danial Shekar in Berlin sein. Heute wird er endlich die Bundeslandgrenze überqueren. Das Ziel, Oelsnitz in Sachsen, ist rund 350 Kilometer von München entfernt. Das Wetter spielt wieder mit: ein Mix aus Sonne und Wolken ist ideal zum Wandern.

Voller Energie startet Danial Shekar in Marktleuthen.

Update vom 13. September:

220 Kilometer ist Danial Shekar inzwischen gelaufen und im oberpfälzerischen Schönreuth angekommen. "Heute ist das Wetter endlich auf seiner Seite: kein Regen und keine pralle Sonne", erzählt Schwester Sari. "Leicht bewölkt und eine kühle Brise - sein perfektes Laufwetter."

Wolken und eine leichte Brise: Für Danial Shekar ist heute endlich ideales Laufwetter. 

Update vom 12. September: 

Danial Shekar musste einen kleinen Rückschlag auf seiner Wanderung nach Berlin hinnehmen. "Gestern war sehr anstrengend. Er ist in der Nacht in Amberg angekommen und damit einen Tag in Verzug", berichtet seine Schwester Sari Schekar, die sich mit einem Auto immer im Umkreis aufhält. Die Hitze und das 30 Kilogramm schwere Gepäck hätten dem 22-Jährigen zu schaffen gemacht.

Deshalb gab es nun eine Planänderung: Shekar wird mit leichtem Gepäck weiterwandern und einmal am Tag seine Schwester treffen, um den Proviant wieder aufzufüllen. 

In Hohenfels kurz vor Amberg in der Oberpfalz brennen die Muskeln. 

Außerdem wird er nicht mehr morgens, sondern schon um 3 oder 4 Uhr in Nacht starten, um früher am Ziel anzukommen. "Die ersten Tage ist er immer mitten in der Nacht angekommen und teilweise in kompletter Dunkelheit gelaufen", so Sari Schekar.

Körperlich sei die Wanderung inzwischen sehr hart für ihn. "Die Füße sind offen und die Muskeln komplett verhärtet, aber die Motivation ist immer noch groß." Er will weiterhin nach Berlin laufen. Sein Ziel ist es inzwischen nach acht Tagen am Montag anzukommen, um den bereits gebuchten Rückflug am Abend zu erwischen. 

Einen unplanmäßigen Zwischenstopp musste Shekar nach rund 130 Kilometern in Parsberg einlegen. 

Westkreuz – 18 Stunden war Danial Shekar (22) an seinem ersten Tag unterwegs – den Großteil der Zeit bei strömendem Regen. Doch er erreichte sein erstes Etappenziel. 

„Viele Bekannte haben gesagt, dass es nicht möglich ist und ich verrückt bin. Aber ich habe keine Angst vor Herausforderungen“, sagt Shekar. Mit seiner Aktion will er andere Menschen inspirieren: „Ich möchte zeigen, dass man alles schaffen kann, wenn man will und aus seiner Komfortzone kommt.“ 

Danial Shekar (22) nach seinem ersten Tag,

Der 22-Jährige, der am Westkreuz wohnt, hat schon einmal eine besondere Herausforderung bewältigt. Nach seinem Abitur sei er orientierungslos gewesen und habe Selbstzweifel gehabt. „Ich war übergewichtig, träge und unglücklich – bis ich mich entschieden habe, so nicht weiterzumachen und meine Träume zu verwirklichen.“ 

Er nahm in wenigen Monaten mehr als 50 Kilogramm ab und begann, freiberuflich als Filmer und Drehbuchautor zu arbeiten. Auch auf seiner Wanderung nach Berlin wird die Kamera mit dabei sein. Außerdem nimmt er Trockenfleisch, Trockenfrüchte und Haferprodukte als Proviant mit, denn Shekar will unterwegs nichts kaufen. Übernachten wird er in einem Zelt. 

Als Absicherung wird seine Schwester Sari sich mit einem Auto im Umkreis aufhalten. Den größten Respekt hat der 22-Jährige vor der Isolation, dem Wetter und dem Schlafmangel. Denn Shekar rechnet damit, jeden Tag 15 bis 16 Stunden unterwegs zu sein und nur vier bis fünf Stunden zu schlafen. 

Speziell vorbereitet hat er sich nicht. „Ich bin fit. Ich gehe seit eineinhalb Jahren fünfmal in der Woche zehn Kilometer laufen und wandere viel.“ Dass er es nicht schaffen könnte, daran verschwendet er keinen Gedanken. „Das lasse ich gar nicht an mich ran. Es gibt auch keinen Plan B, denn Selbstzweifel sind der Teufel.

“ Deshalb hat er seinen Rückflug von Berlin nach München bereits für Montag, 16. September, gebucht – und damit einen Tag nach seiner geplanten Ankunft. Er ist sich sicher, dass er es schafft. „Wenn ich ankomme, hole ich mir erst einmal einen Cheeseburger.“ 

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A. Schwarzbauer

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