Sie macht Aubing bunter

Bayerns erste Kultur-Streetworkerin

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Die erste Kultur-Streetworkerin Bayerns will Stadtviertel mitreißen

Stefanie Junggunst ist als erste Kultur-Streetworkerin Bayerns am Westkreuz und in Neuaubing unterwegs. Sie soll die Bewohner noch mehr für Kultur begeistern. 

Westkreuz – Stefanie Junggunst, die erste Kultur-Streetworkerin Bayerns, hat ihre Arbeit aufgenommen. Das Einsatzgebiet der 49-Jährigen sind das Westkreuz und Neuaubing. „Die Menschen dort erleben gerade große Umbrüche. In Freiham entsteht direkt nebenan ein völlig neues Stadtviertel, am Westkreuz wächst ein großer Neubau. Ich will deshalb das nachbarschaftliche Zusammenleben fördern.“ 

Dafür sei Kultur das ideale Mittel. „Durch meine Arbeit habe ich festgestellt, dass Kultur – beispielsweise ein gemeinsamer Chor oder ein bunter Abend – verbindet“, sagt Junggunst. 

Die gelernte Journalistin hat bereits für das SOS-Kinderdorf gearbeitet und leitet seit sieben Jahren den Nachbarschafts­treff in der Blumenau. Zusätzlich wird sie sich nun im Auftrag des Kulturreferats halbtags um die Kultur im Münchner Westen bemühen. Allerdings wird sie grundsätzlich keine eigenen Veranstaltungen anbieten, sondern die Bewohner animieren, etwas auf die Beine zu stellen. 

„Ziel ist es, dass die Leute aktiv werden. Es soll aus dem Viertel kommen.“ Junggunst wird ihnen aber mit Rat und Tat zu Seite stehen, indem sie Kontakte vermittelt oder bei den Zuschussanträgen hilft. Mit einem großen Fahrradanhänger will sie durch das Viertel radeln, Vereine und Künstler kontaktieren, Veranstaltungen besuchen oder einfach mit den Leuten auf der Straße ins Gespräch kommen. Der Anhänger dient dabei als mobiler Infotisch. 

Zudem bietet sie jeden Freitag zwischen 16 und 17 Uhr eine Sprechstunde im Stadtteilladen, Friedrichshafener Straße 17, an. Seit Juni ist sie bereits im Viertel unterwegs und hat erste Eindrücke gesammelt. „Es ist ein Stadtteil mit vielen Talenten, Ideen und Potenzialen“, sagt sie. 

Sie selbst hat auch schon einige Anregungen. Sie will helfen, einen bunten Abend mit so unterschiedlichen Künstlern wie Hip-Hop-Tänzern und einer Trachtengruppe zu organisieren. Außerdem kann sie sich ein Kunstwerk für Neuaubing und das Westkreuz vorstellen, das die Bürger gemeinsam gestalten. Es soll die beiden Viertel miteinander verbinden, aber auch ihre jeweiligen Eigenarten darstellen. 

Als eine wichtige Aufgabe sieht sie es zudem an, das Ladenzentrum an der Wiesentfelser Straße zu bespielen. „Weil es bald abgerissen wird, gibt es einige Leerstände. Trotzdem sollen noch Dinge stattfinden, damit sich die Anwohner dort treffen können.“ 

A.Schwarzbauer

Events der Kultur-Streetworkerin

Um als Kultur-Streetworkerin bekannter zu werden, organisiert Junggunst bis Weihnachten jeweils freitags ab 18 Uhr Kulturevents mit freiem Eintritt: ein Volksmusikabend zum Mittanzen im Ladenzentrum (22. November), einen Poetry Slam am Giglbrunnen (6. Dezember) und Weihnachtslieder zum Mitsingen an der Ecke Limes-/Wiesentfelser Straße (20. Dezember).

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