Verfallen Pasings Denkmäler?

Historische Höfe sind in einem desolaten Zustand – welche Möglichkeiten die Stadt hat

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Der Perlschneiderhof ist in einem bemitleidenswerten Zustand. 

Zwei Bauernhöfe in Pasing verrotten schon beim Zusehen. Beide Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Zum Teil ist die Stadt für den desolaten Zustand verantwortlich

Pasing – Auf der Würminsel verfällt seit Jahren der Perlschneiderhof, einige hundert Meter weiter ragt an der Planegger Straße das löchrige Dach des Riegerhofs in die Höhe. An beiden Fassaden ist der Putz abgeplatzt, die Fenster sind mit Brettern vernagelt. Die beiden Gebäude sind alte, denkmalgeschützte Bauernhäuser. Dennoch sind sie in einem desolaten Zustand. 

Beim Perlschneiderhof ist sogar die Stadt teilweise dafür verantwortlich. Denn ihr gehört eine Hälfte des Gebäudes. Die andere wollte sie schon vor Jahren von einem Privateigentümer kaufen. Allerdings gingen die Vorstellungen über den Kaufpreis weit auseinander. Seitdem verrottet das Gebäude langsam. Stadtrat Johann Sauerer (ÖDP) fordert nun in einem Antrag, dass die Stadt die Kaufverhandlungen forcieren soll. „Die Sanierung des Gebäudes ist nach dem Erwerb zeitnah umzusetzen.“ 

Eine öffentliche Nutzung sei schnellstmöglich zu realisieren. 

Sauerer befürchtet, „dass dieses historische Gebäude dem Verfall preisgegeben und die geräumte Fläche dereinst dem Grünzug zugeschlagen werden soll“. Stattdessen sollte der Perlschneiderhof für die Öffentlichkeit nutzbar gemacht werden, er könnte ein „Leuchtturmprojekt“ sein. Vom zuständigen Kommunalreferat gab es auf Hallo-Nachfrage bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme. 

Der Riegerhof dagegen ist in privater Hand. Die Eigentümerin will ihn abreißen und neu bauen. Das hat die Stadt aus Denkmalschutzgründen untersagt.

Der Riegerhof sollte eigentlich abgerissen werden, aber er steht unter Denkmalschutz.

Die Untere Denkmalschutzbehörde fordert stattdessen die Sanierung des Gebäudes. Weil die Eigentümerin dies für unzumutbar hält, läuft derzeit ein Gerichtsverfahren. Eigentümer hätten die Pflicht, ihre denkmalgeschützten Gebäude instandzuhalten, so der Sprecher der Denkmalschutzbehörde, Ingo Trömer. Sollten sie das nicht tun, kann die Behörde die Arbeiten selbst durchführen und in Rechnung stellen. Zudem können Verstöße gegen das Denkmalschutzgesetz mit einer Geldbuße geahndet werden.

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