50 Jahre alte Tanne gefällt

Trauer um ortsbildprägenden Baum – Gehölzpflege im Pasinger Stadtpark

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Wo vorher eine große Tanne stand, ist jetzt nur noch der Stumpf.

Bei Bauarbeiten wird eine Obermenzinger Tanne beschädigt. „Der Baum war 50 Jahre alt und ortsbildprägend. Mir sträuben sich die Nackenhaare, dass er einfach weggemacht wurde.“ 

Pasing-Obermenzing – Groß war das Entsetzen bei Karl-Heinz Wittmann (FW), dass eine große Tanne auf dem Grundstück an der Ecke Packenreiter-/Beer-Walbrunn-Straße gefällt wurde. „Der Baum war 50 Jahre alt und ortsbildprägend. Mir sträuben sich die Nackenhaare, dass er einfach weggemacht wurde.“ 

Das Problem: Die Stadt verbreiterte den Gehweg vor dem Grundstück, um mehr Platz zu schaffen. Dabei beschädigten Bauarbeiter die Wurzeln der Tanne. Ein Gutachter erkannte, dass der Baum kaputt und seine Standsicherheit nicht mehr gegeben war. „Es war alles rechtmäßig“, sagt der Vorsitzende des Unterausschusses Umwelt, Willy Schneider. Wittmann ärgert sich trotzdem: „Man muss den Arbeitern doch auf die Finger schauen und sie dafür sensibilisieren.“ 

So sah die Tanne vor der Beschädigung durch Bauarbeiten aus.

Genau das sei eigentlich geschehen, meint Karl Heinz Holzwarth, Vorstand der Baugenossenschaft, der das Grundstück gehört. „Unser Sachverständiger hat vor den Bauarbeiten die wichtigsten Punkte aufgeführt – darunter auch den Baum. Wir waren deshalb richtig sauer, dass die Wurzeln beschädigt wurden. Wir versuchen, jeden Baum zu erhalten, denn Bäume sorgen für Attraktivität im Viertel.“ 

Auch das Baureferat habe den Baum erhalten wollen. „Dennoch mussten die in den öffentlichen Gehwegbereich ragenden Wurzeln stark gekürzt werden, sodass letztendlich die langfristige Standsicherheit leider nicht gewährleistet werden konnte“, teilt das Baureferat mit. 

Holzwarth von der Baugenossenschaft versichert, dass es an derselben Stelle eine Ersatzpflanzung geben werde. Auch im Stadtpark mussten zuletzt einige Bäume weichen. Man habe Äste und Kronenteile gekürzt und einige stark beschädigte Bäume gefällt, teilt die Sprecherin des Baureferats, Dagmar Rümenapf, mit. „Ihre Standsicherheit ist wegen Pilzbefalls, Fäulnis oder Unterspülung nicht mehr gegeben. Wo es möglich und sinnvoll ist, werden Reststämme belassen, um diese als Lebensraum für Insekten, höhlenbrütende Vögel und Pilzarten zu erhalten.“ 

Diese Gehölzpflege finde jedes Jahr im Winter statt

„Ziel ist es, den wertvollen historischen Baumbestand des Stadtparks weiterzuentwickeln. Nur so kann ein organischer Generationenwechsel wirksam unterstützt werden.“ An zahlreichen Bäumen befinden sich zudem Farbmarkierungen. „Bei den Bäumen mit Punkten und einer geraden Nummer werden Baumpflegemaßnahmen durchgeführt. Bäume mit Strich und einer ungeraden Nummer werden gefällt“, erklärt Rümenapf.

A. Schwarzbauer

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