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Was wird neu in Pasing-Obermenzing 2020? – Die große Jahresvorschau der Viertel-Chefs

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Nach über fünf Jahren Bauzeit wird das Schulzentrum Obermenzing 2020 fertig. Laut Auskunft aus dem Baureferat soll die Realschule mit 18 Klassen in den Osterferien in den Neubau und das sanierte Bestandsgebäude an der Grandlstraße umziehen. Kosten des zweiten Bauabschnitts: 38,4 Millionen Euro. Von Mai bis August schließen sich Straßenbauarbeiten zwischen Schulzentrum und Kirche an. 

Wie geht es in Obermenzing und Pasing im neuen Jahr weiter? Hallo hat die BA-Chefs Romanus Scholz und Maria Osterhuber-Völkl im Interview zu ihren Freuden und Sorgen zum Viertel befragt...

Obermenzing-Pasing – Kulturell ist 2020 in Pasing-Obermenzing einiges geboten. Was sie heuer mit Freude erwarten und was ihnen eher Sorgen macht, verraten BA-Chef Romanus Scholz (Grüne) und seine Stellvertreterin Maria Osterhuber-Völkl (CSU).

Frau Osterhuber-Völkl, Herr Scholz, worauf freuen Sie sich dieses Jahr besonders? 

Osterhuber-Völkl: Auf die Stadtteilwoche. Das, was beim Vorbereitungstreffen in der Pasinger Fabrik präsentiert wurde, lässt ein tolles und abwechslungsreiches Programm erwarten. Außerdem bin ich gespannt auf die Gruppe „Tam Tam“, die vor Ostern den Marienplatz bespielt. Sie will unter anderem eine digitale Ostereiersuche organisieren oder Geräusche, die sie bei den Pasinger Einzelhändlern aufgenommen hat, abspielen und die Besucher den Ort erraten lassen. 

Scholz: Ich freue mich auf die Ambientebeleuchtung und die Eröffnung des Neubaus am Marienplatz. Wir erhoffen uns dadurch mehr Frequenz im Pasinger Zentrum. Kulturell ist 2020 also einiges geboten. 

Osterhuber-Völkl: Und die städtische Wohnbaugesellschaft GWG arbeitet intensiv am Kulturbau auf dem Stückgutgelände. Das wird ein ganz markanter Bau. Schön, dass die Architekten auch die Ziegelbauweise des Bahnhofs wieder aufgenommen haben. 

Für den S-Bahnhalt Berduxstraße hat nun der Bundesverkehrsminister Gelder versprochen. Ist das ein Meilenstein, um den Bahnhof zu bekommen? 

Osterhuber-Völkl: Diese Zusage ist zwar nicht sehr verbindlich formuliert, aber sie zeigt, dass inzwischen im Ministerium ein Bewusstsein für die S-Bahn-Station da ist. Sie ist auch ein Hebel, um auf Landesebene bei Verkehrsminister Hans Reichhart mehr Druck zu machen. 

Scholz: Wir warten immer noch auf die Machbarkeitsstudie. Es ist überhaupt nicht nachvollziehbar, dass wir seit Jahren darauf warten. Wir müssen schnellstmöglich ein Angebot schaffen, denn die ersten Wohnungen im Neubaugebiet an der Paul-Gerhardt-Allee sind bereits bezogen und der Wettbewerb für den letzten Bauabschnitt wird im März abgeschlossen sein. 

Wenn der S-Bahn-Halt kommt, wären Sie dann mit der verkehrlichen Erschließung zufrieden? 

Osterhuber-Völkl: Ich denke man kann sich ausrechnen, dass die kleineren Straßen wie die Nussel- oder die Meyerbeerstraße trotz einer gutem ÖPNV-Anbindung zusätzlichen Verkehr bekommen werden. Da müsste es ein Umdenken bei der Bevölkerung geben, aber wenn man sich anschaut, dass die Neuanmeldungen für Autos immer weiter steigen … 

Scholz: Für den Radverkehr ist zwar durch die beiden Stege über die Offenbachstraße und die Bahnlinie alles hinreichend geregelt. Aber es fehlen auf der Nordseite des Pasinger Bahnhofs noch Abstellmöglichkeiten. 

Weitere Wohnungen könnten in einem Hochhaus an der Gottfried-Keller-Straße entstehen. Rechnen Sie hier mit einem neuen Anlauf des Investors? 

Scholz: Ja, davon ist auszugehen. Osterhuber-Völkl: Es gilt dort der Bebauungsplan. Er lässt zwar gewisse Spielräume, aber ich kann nicht einfach die Geschossflächenzahl verdreifachen. Man muss auch die nachbarschaftlichen Belange berücksichtigen. Der Wohnturm würde im Süden stehen und alles, was dahinter ist, würde verschattet. 

Ein weiteres Hochhaus wird am Knie entstehen. Wie ist dort der aktuelle Stand? 

Scholz: Ich warte darauf, dass sie anfangen zu bauen. Die Stadtgestaltungskommission hat das Ok gegeben und sie haben sich mit den Eigentümer der Kupa abgestimmt. Ich finde es interessant, dass Pasing einige Gebäude bekommt, die aus dem 0815-Stil herausragen. 

Können wir heuer auch mit einem Parklizenzgebiet im Süden rechnen? 

Scholz: Das ist uns ein große Anliegen, weil wir unbedingt eine Parküberwachung brauchen. Die Parksituation im Zentrum ist wirklich übel. 

Was tut sich 2020 im Bereich Schule? 

Scholz: Das Schulzentrum an der Grandlstraße wird fertig. Außerdem stellt uns die Stadt Anfang des Jahres die Pläne für einen neuen Schulstandort an der Bauseweinallee vor. Dieser ist aber aus meiner Sicht sehr schwierig. Die Realschule muss zwar irgendwo hin, aber der Grünzug ist eine wichtige Frischluftschneise. Das muss sehr genau geprüft werden. 

Wird Pasing-Obermenzing heuer auch eine neue Sehenswürdigkeit bekommen?  Der Bezirksausschuss hat sich für ein Kunstwerk auf dem Menzinger Kreisel ausgesprochen. 

Osterhuber-Völkl: Das Problem ist die Finanzierung. Wir wollten auch ein Kunstwerk auf dem Kreisel an der Paul-Gerhardt-Allee, aber in diesen Fällen greift der Fördertopf „Kunst am Bau“ nicht. Wir haben uns erkundigt, ob es von anderer Stelle Gelder geben könnte, aber bisher keine Antwort erhalten. Es wäre schön, an diesen beiden Stellen Kunstwerke zu bekommen, die die Diskussion anregen. 

Es muss nicht immer alles stromlinienförmig sein. Außerdem hat der BA eine Rahmenplanung für die Verdistraße gefordert. 

Scholz: Das ist ein hartes Brett. Wir verstehen die Anwohner, die mehr Grün und eine Geschwindigkeitsbegrenzung wollen. Aber es ist schwierig zu begrünen, weil es dafür zu wenig Platz gibt. Osterhuber-Völkl. Wir sehen begrünte Wände als eine Möglichkeit, aber da müssten die privaten Bauherren mitspielen. Wegen Tempo 30 bin ich skeptisch. Es ist eine zentrale Einfallstraße, die den Verkehr zügig abwickeln muss. 

Immerhin für die Besucher des Durchblickparks dürfte es gute Nachrichten geben, oder? 

Osterhuber-Völkl: Ja, am östlichen Ende wird ein Fitnesspark kommen und auch die geplante Boule-Bahn dürfte fertig werden. Wir begrüßen das. Es sind überschaubare Investitionen, aber es muss nicht immer ein Mega-Projekt sein. Es hilft den Leuten vor Ort und wird hoffentlich ein beliebter Treffpunkt.

Interview: A. Schwarzbauer & Ursula Löschau

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