Kampf um die Erdbeerwiese

Protest gegen Bebauung erreicht neuen Höhepunkt – Gremien entscheiden erst nach Kommunalwahl

+
Obermenzinger Vereine sammeln Unterschriften gegen eine Bebauung der Erdbeerwiese.

Das Thema Erdbeerwiese kommt zu keinem Ende. Die Protestwelle gegen eine Bebauung der sogenannten Erdbeerwiese in Obermenzing hat einen neuen Höhepunkt erreicht

Update: 05. Februar

Obermenzing – Mit dem Grünflächenverein, dem Verein der Freunde Obermenzings und der neu gegründeten Bürger­initiative Grünes Obermenzing haben jetzt drei Gruppierungen zu einer Kundgebung vor Ort eingeladen und mehr als 1700 Unterschriften für den Erhalt der Grünfläche präsentiert. Diese Unterschriften wollte der Vorsitzende des Grünflächenvereins, Andreas Ellmaier, eigentlich schon diese Woche an Oberbürgermeister Dieter Reiter übergeben. 

Andreas Ellmaier.

Nachdem jedoch kein Termin zustande gekommen sei, werde jetzt „weiter gesammelt und weiter aufgeklärt“, so Ellmaier. 

Rückendeckung bekommen die Wiesenschützer dabei nun vom Bund Naturschutz (BN). „Wir fordern den Münchner Stadtrat auf, sich noch vor der anstehenden Kommunalwahl zum Erhalt der Frischluftschneise zu bekennen und jeglichen Bebauungsplänen für die Erdbeerwiese eine klare Absage zu erteilen“, fordert Christian Hierneis, BN-Vorsitzender in München. Er erklärt: „Nach der offiziellen Münchner Klimafunktionskarte hat die sogenannte Erdbeerwiese an der Grenze zwischen Ober- und Untermenzing eine sehr hohe bioklimatische Bedeutung und wirkt lokal für den Luftaustausch.“ 

Mit einer Entscheidung vor der Wahl ist allerdings nicht mehr zu rechnen, nachdem dieser Punkt laut CSU-Stadträtin und BA-Chefin Heike Kainz „bis auf Weiteres“ vertagt wurde. Sie betont: „Es besteht auch keine Eile. Der gültige Flächennutzungsplan lässt keine Bebauung zu. Es bleibt also erstmal alles wie es ist.“ Der Termin für eine öffentliche BA-Sondersitzung zu diesem Thema sei auch noch offen.

ul

Erstmeldung: 

Obermenzing – Die Auseinandersetzung um einen geplanten Realschul-Neubau auf der sogenannten Erdbeerwiese an der Weinschenkstraße und Bauseweinallee in Obermenzing (Hallo berichtete) ist in vollem Gang. Auf Wunsch der Bezirksausschüsse Pasing-Obermenzing und Allach-Untermenzing wurde dieses Thema von der Tagesordnung des Stadtrats am Mittwoch, 5. Februar, abgesetzt. Das teilen die örtlichen CSU-Stadträte Heike Kainz, Frieder Vogelsgesang und Sven Wackermann mit und kündigen für 5. Februar einen Infoabend der CSU an. 

Gleichzeitig sammeln Obermenzinger Vereine weiter Unterschriften für den Erhalt der Grünfläche. Stadträte und BA-Mitglieder beider Viertel wollen die Zeit für Informationsaustausch und Bürgerdialog nutzen. „Hauruck-Entscheidungen lehnen wir ab“, so Kainz. Die Viertel-Chefin für Allach-Untermenzing sagt: „Es müssen erst einmal alle wichtigen Informationen transparent und vollständig zusammengetragen werden. Dann muss diskutiert und überlegt werden, welche Möglichkeiten zielführend und verträglich sind und erst danach darf entschieden werden.“ Wackermann bekräftigt: „Wir fordern einen ehrlichen und offenen Bürgerdialog und lassen uns nicht von der Stadtverwaltung in einer Nacht- und Nebelaktion vor vollendete Tatsachen stellen.“ Auch er sei „erschrocken über die vorgesehene Baumasse und das Ausmaß der beabsichtigten Umgestaltung“. 

Andreas Ellmaier, Vorsitzender des Grünflächenvereins Obermenzing, fordert dagegen, dass der Stadtrat noch vor der Kommunalwahl „in der Sache entscheiden und Farbe bekennen muss, damit die hiesige Bürgerschaft nicht länger im Ungewissen bleibt“. Er und die Vertreter weiterer Obermenzinger Vereine sind gegen eine Bebauung der Erdbeerwiese. Für sie ist der Fall ganz klar. „Es gibt überhaupt keinen Grund für eine vertiefende Prüfung“, so Ellmaier. 

Der Infoabend findet am Mittwoch, 5. Februar, ab 19.30 Uhr im „Alten Wirt“, Dorfstraße 39, statt.

ul

Weitere aktuelle Nachrichten aus den Stadtteilen:

Ihr Viertel ist nicht dabei? Eine große Auswahl weiterer Lokalthemen finden Sie in unserer Übersicht.

Auch interessant:

Meistgelesen

Schluss mit dem Park-Chaos – Planung von Parkhaus und Halteverbote für die Pasteurstraße
Schluss mit dem Park-Chaos – Planung von Parkhaus und Halteverbote für die Pasteurstraße
Rätselhafter Regen
Rätselhafter Regen
ESV-Gelände soll Treffpunkt der Münchner Beachvolleyball-Szene werden
ESV-Gelände soll Treffpunkt der Münchner Beachvolleyball-Szene werden
Wahl-Check zur Erdbeerwiese – Was Spitzenkandidaten für die BAs 21 und 23 über die Schulbaupläne sagen
Wahl-Check zur Erdbeerwiese – Was Spitzenkandidaten für die BAs 21 und 23 über die Schulbaupläne sagen

Kommentare