Achtung, Abbieger! 

Katastrophe im Blick – Nach dem Umbau: Kritik an neuer Ampelschaltung am Romanplatz

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Seit dem Umbau des Romanplatzes ist für abbiegende Fahrer und querende Radler und Fußgänger besondere Vorsicht geboten.

Ist es eine Frage der Zeit bis es am Romanplatz zu einem Unfall kommt? Nach dem Umbau haben Fußgänger und Abbieger gleichzeitig Grün - Beobachter vor Ort warnen vor dem Risiko.

Nymphenburg – Wenn Klaus Anetzberger (53) aus dem Fenster seines Kiosks am Romanplatz schaut, wird ihm oft angst und bange: „Das ist gemeingefährlich. Es war schon ein paarmal nur noch ganz knapp vor einem Unfall“, berichtet er und meint die neue Ampelschaltung an der Ecke Wotanstraße. 

Kioskbesitzer Klaus Anetzberger.

Seit dem Umbau haben Fahrer, die vom Platz rechts in die Wotanstraße abbiegen, und Fußgänger sowie Radfahrer, die die Straße dort überqueren, nämlich gleichzeitig grünes Licht. „Eine Kata­strophe“, findet Anetzberger. Für ihn ist es nur eine Frage der Zeit, bis etwas Schlimmes passiert: „Wenn die Sonne blendet oder im Dunkeln oder wenn ein Radfahrer schnell von rechts vorbeizieht“, zählt er einige der häufigsten Risikoszenarien auf und warnt: „Ich möchte nicht, dass hier ein totes Kind auf der Straße liegt.“ Mit diesen Worten hat Klaus Anetzberger in der jüngsten BA-Sitzung auch die Stadtteilpolitiker auf das Problem aufmerksam gemacht und gefordert, dass die Behörden die Situation schleunigst entschärfen. 

Abbieger und Fußgänger haben gleichzeitig Grün. Für Beobachter vor Ort ist das ein Risikofaktor.

Bei Gudrun Piesczek (CSU), Vorsitzende des BA-Verkehrsausschusses, und Thomas Madl, Chef der Neuhauser Polizeiinspektion, kam der Appell an. Beide kündigten an, sich des Problems anzunehmen. Beim KVR dagegen sieht man „keinen weiteren Handlungsbedarf“. Sprecher Johannes Mayer erklärt auf Hallo-Anfrage: „Wie an sehr vielen anderen Knotenpunkten auch müssen Rechtsabbieger vom Romanplatz Richtung Wotanstraße jetzt den parallel querenden Fußgängern und Radfahrenden Vorrang geben. Weil die Sichtbeziehung zwischen abbiegendem Fahrzeug und den parallel querenden Fußgängern/Radfahrenden uneingeschränkt möglich ist, bedarf es keiner ergänzenden Maßnahmen.“ Laut Mayer „ein absoluter Standardfall“. 

Beobachter vor Ort warnen vor dem Unfallrisiko beim Abbiegen.

Beobachter vor Ort empfinden das anders, zumal auch der Straßenquerschnitt dort verbreitert wurde. „Vor allem ältere Leute schaffen es nicht in einem Zug über die Straße. Die stehen dann bei rot mitten auf der Fahrbahn,“ berichtet der Kioskbetreiber. Mayer erklärt, dass die frühere „Dreiecksinsel“ dort entfernt werden musste, „um den späteren Einbau einer zusätzlichen Gleistrasse für die Tram-Westtangente zu ermöglichen“.

ul

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