Frust mit Bus

Verspätet und überfüllt – Bus-Chaos bereitet Schülern Probleme

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So leer wie samstags ist es an der Bushaltestelle „Am Haderner Winkel“ fast nie. An Schultagen kommt Alissa Gruber meistens kaum in ihren Bus hinein.

Es ist oft nicht klar, ob der Bus rechtzeitig kommt oder es in ihm überhaupt noch Platz gibt.  Schüler haben deswegen Probleme pünktlich in die Schule zu kommen...

Neuried – Wenn Alissa Gruber mit dem Bus in die Schule fahren will, weiß die Elfjährige nicht, ob sie dort auch pünktlich ankommt. Denn die Linie 260, die sie von Neuried zum Feodor-Lynen-Gymnasium in Planegg bringt, ist oft restlos überfüllt. 

Weil an jeder Haltestelle Schüler in den Bus drängen, hat er häufig zehn bis 15 Minuten Verspätung. „Und wenn es mal regnet, kommt man erst gar nicht in den Bus rein“, erzählt die Fünftklässlerin. 

Stattdessen fährt sie ihre Mutter dann in die Schule. „Mit dem Bus kann ich meine Tochter nicht guten Gewissens fahren lassen. Entweder sie kommt zu spät oder sie wird fast zerquetscht“, so Daniela Gruber. Was sie wundert: Andere Linien nach Planegg fahren im Zehn-Minuten-Takt und als größere Gelenkbusse, der 260er hingegen nur alle 20 Minuten als normales Fahrzeug. 

Einen Verstärkerbus gibt es nur zwei Mal täglich – und das auch nur zwischen Oktober und März. „Es sollten an allen Schultagen Zusatzbusse fahren“, findet Gruber. Eine Alternative sei, dass der 260er zwischen 7 und 8 Uhr und von 13 bis 14 Uhr ein größeres Fahrzeug und einen engeren Takt bekommt. 

Beide Ideen hat sie auch in der Bürgerversammlung Neuried vorgestellt, auch wenn die Gemeinde für den Bus gar nicht zuständig ist. Aber die Mutter glaubt: Beim Münchner Verkehrsverbund wird ihr Anliegen nicht ernst genommen. Zwei Anfragen hat sie geschrieben und sechs Wochen später noch keine Antwort erhalten. 

Der MVV bestätigt das Problem: „In unseren Daten ist deutlich abzulesen, dass es – gerade in Stoßzeiten mit erhöhtem Fahrgastaufkommen – zu längeren Aufenthaltszeiten an den Haltestellen und dadurch zu Folgeverzögerungen kommt“, so eine Sprecherin. Man bedauere dies und arbeite an Lösungen. Am wahrscheinlichsten sei ein Verstärkerbus auch im Sommer. 

„Damit würden natürlich die Kapazitäten erhöht, die Auslastung der einzelnen Fahrzeuge geringer und Verspätungen voraussichtlich reduziert.“ Da man sich derzeit in der Abstimmung mit dem beauftragten Verkehrsunternehmen und dem Landrats- amt befinde, liege noch kein Ergebnis vor, weshalb die Kundin noch keine Antwort erhalten habe. 

Das Landratsamt stellt eine Besserung ab Dezember 2021 in Aussicht: Im Rahmen der Neuvergabe der Buslinie 260 sei bereits beschlossen worden, den Verstärkerbus an allen Schultagen des Jahres fahren zu lassen. 

Romy Ebert-Adeikis

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