Was wird neu 2020? 

Die große Jahresvorschau 2020 – Ba-Chefin erklärt, was im Viertel passiert

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Anna Hanusch (Grüne), BA-Chefin für Neuhausen und Nymphenburg.

In Neuhausen und Nymphenburg wird 2020 viel gebaut, und Geplantes umgesetzt. Hallo zeigt was sich in den Viertel regt...

Freuen auf Romanplatz und Trafo

Neuhausen – Rund sieben Jahre Bauzeit – Baustopps und Pannen inklusive: Der Neuhauser Trafo ist für BA-Chefin Anna Hanusch (43) „in dieser Hinsicht kein Glanzstück“. Trotzdem freut sie sich darauf, dass das neue Kultur- und Bürgerzentrum einschließlich einer Kinderkrippe und 15 Sozialwohnungen heuer endlich fertig wird: „Ich trau mich zu sagen, dass der Trafo 2020 eröffnet wird. Und er wird ein Gewinn fürs Viertel.“

Der Trafo geht heuer etappenweise in Betrieb.

Nadine Kölmel, Sprecherin der städtischen Wohnungsgesellschaft GWG, wird konkreter: Demnach werden die Wohnungen ab sofort bezogen. „Die Kindertagesstätte und der Bürgersaal sollen im ersten Quartal 2020 übergeben werden“, sagt sie. Träger ist der Stadtteilkulturverein Neuhausen-Nymphenburg (Hallo berichtete).

Mit der Umgestaltung des Romanplatzes wird dieses Jahr ein zweites Großprojekt im Stadtbezirk abgeschlossen. Nach den Gleisbauarbeiten und dem Bau neuer Haltestellen stehen bis zum Herbst vor allem noch Straßenbauarbeiten an. Außerdem werden die Rondellfläche sowie die Grünfläche auf der Nordostseite des Romanplatzes neu gestaltet. Auf der Nordwestseite wird zudem ein kleiner Bereich neu begrünt. 

Hier stehen in diesem Jahr Eröffnungsfeste an: Der Romanplatz soll bis Herbst fertig umgestaltet sein.

Die Arbeiten sollen schwerpunktmäßig in den Schulferien stattfinden. „Ich hoffe, dass das Ergebnis ankommt und als Treffpunkt für die Leute funktioniert. Dennoch bleibt der Romanplatz ein Verkehrsknoten“, sagt die Viertel-Chefin. Und für diesen fordert der BA sowohl eine öffentliche Toilette als auch einen Kiosk. Bisher hatte er damit keinen Erfolg. Das heißt laut Hanusch aber nicht, dass er 2020 nicht weiter dafür kämpfen wird.

Kreativquartier: die nächsten Schritte

Neuhausen – In den verschiedenen Bereichen des Kreativquartiers geht die Entwicklung in die nächste Runde: Die Münchner Gewerbehof- und Technologiezentrumsgesellschaft (MGH) hat zu Jahresbeginn die Regie im Kreativlabor übernommen. Sie wird auf der Lamentofläche an der Dachauer Straße ab dem Sommer einen Interimsbau für das Theater Schwere Reiter sowie eine Containeranlage mit Arbeitsräumen für Kunstschaffende errichten.

In der Dachauerstraße entsteht ein Kreativquartier.

Im Kreativpark entsteht bis Jahresende ein Gründer- und Innovationszentrum als Gemeinschaftsprojekt der Stadt und der Unternehmer-TUM. Zudem werden die Sanierungspläne für die Jutier- und Tonnenhalle konkretisiert.

Busspur, Ringtunnel, Parklizenz

Der BA Neuhausen-Nymphenburg kann sich 2020 auf einige Verkehrsdiskussionen einstellen. Anlässe liefern unter anderem eine geplante Busspur in der Wendl-Dietrich-Straße, der Landshuter-Allee-Tunnel und das Parkraummanagement.

Möglichst noch im Januar soll das Planungsreferat dem BA erklären, wie eine kombinierte Rad- und Busspur auf der Südseite der Wendl-Dietrich-Straße im Abschnitt zwischen Andrée- und Winthirstraße aussehen soll und wie viele Parkplätze dieser Pilotversuch kosten würde. Die CSU im BA hat bereits Bedenken geäußert, will aber auch zuerst konkrete Pläne sehen. „Ich bin durchaus offener dafür, Parkplätze zu opfern. Aber es muss effektiv und ein Gewinn für den öffentlichen Raum sein“, sagt Viertel-Chefin Anna Hanusch.

Verkehrsthema 2020 mit Streitpotential: die geplante Busspur in der Wendl-Dietrich-Straße.

Mit Ergebnissen zur erweiterten Untersuchung für den Landshuter-Allee-Tunnel (Hallo berichtete) rechnet die BA-Chefin und Grünen-Stadträtin erst nach der Kommunalwahl im März. Sie macht aus ihrer Meinung keinen Hehl: „Meine Hoffnung wäre, dass wir das Projekt 2020 beerdigen und dann sehen, was wir schleunigst für mehr Lärm- und Emmissionsschutz tun können.“ Unter anderem prüft die Stadt bereits den Bau von Schutzwänden. Dies wäre nach Auskunft aus dem Baureferat eine Maßnahme im Rahmen des aktuellen Luftreinhalteplans und unabhängig vom Tunnelbau zu sehen.

Das Parkraummanagement soll jetzt auf die Bereiche Rosa-Luxemburg-Platz und Arnulfpark ausgedehnt werden. Außerdem ist mit den sogenannten Apostelblöcken westlich der Renatastraße bis zum Steubenplatz ein zusätzliches Gebiet in Arbeit. „Ich hoffe, dass das jetzt zügig umgesetzt wird“, so Hanusch.

Grünwaldpark: BA gefragt

Nymphenburg – Der BA muss sich entscheiden: Will er mit einem Teil-Rückbau der Südlichen Auffahrtsallee dem Grünwaldpark zu mehr Fläche verhelfen, auch wenn dafür bis zu 75 Parkplätze wegfallen müssten. Oder gibt er das Projekt auf? Bis Februar will das Gremium offene Fragen dazu bei einem Ortstermin mit Vertretern der Stadt klären. Viertel-Chefin Anna Hanusch (Grüne) geht mit einem konkreten Vorschlag in das Treffen: „Mein Ziel ist es, den Straßenabschnitt im Sommer 2020 zumindest vorübergehend zu sperren und dort Spiel- und Sportangebote zu machen.“

Über die Klo-Finanzierung für den Kiosk wird mit der Stadt gerade verhandelt.

Was der BA heuer auf jeden Fall erreichen will, ist eine öffentliche Toilette für den Grünwaldpark, und zwar bei dem Kiosk, der von privaten Betreibern jetzt aufwändig hergerichtet wurde. 

Bahnhof Laim: Umbau und neue Röhre

Im gesamten Jahr 2020 gehen an der Laimer Unterführung die Arbeiten für die sogenannte Umweltverbundröhre weiter, welche die Deutsche Bahn im Auftrag der Stadt München bis 2025 baut. „Die Arbeiten erfolgen von Norden nach Süden. Ebenso wird an dem neuen Bahnsteig an der Station Laim sowie am neuen Zugangsbauwerk gearbeitet“, erklärt eine Sprecherin der Bahn. 

Eine erneute Vollsperrung der Unterführung sei nicht geplant. 

BA-Chefin Anna Hanusch fordert: „Die weiteren Arbeiten sollen so sicher und barrierefrei wie möglich ablaufen.“ Zusammen mit dem BA Laim will sie an diesem Thema dranbleiben.

Türme und Stelzen

Neuhausen – Zu den spannendsten Entwicklungs- und Bauprojekten dieses Jahres im Stadtteil zählen das bisherige Postareal an der Wilhelm-Hale-Straße mit den geplanten 155-Meter-Türmen und der Stelzenbau der Gewofag am Reinmarplatz.

Nachdem der Stadtrat im Oktober den Aufstellungsbeschluss für das 8,7 Hektar große Areal rund um die ehemalige Paketposthalle gefasst hat, soll Anfang dieses Jahres die frühzeitige Behördenbeteiligung starten. Auf dem Gelände sollen rund 1200 Wohnungen, Kultur- und Sozialeinrichtungen entstehen. Im Mittelpunkt stehen die denkmalgeschützte Halle und zwei Hochhäuser (Hallo berichtete). Diese sollen parallel zum projektbezogenen Bebauungsplanverfahren auch mit einer überarbeiteten Hochhausstudie für München abgeglichen werden. Deren aktualisierte Fassung soll nach Auskunft aus dem Planungsreferat im ersten Quartal 2020 dem Stadtrat präsentiert und danach öffentlich diskutiert werden. „In der Hochhausdebatte müssen die Bürger auf jeden Fall nochmal gefragt werden. Dafür muss man sich wirklich Zeit nehmen“, sagt Viertel-Chefin Anna Hanusch (Grüne). Sie plädiert für ein sogenanntes Ratsbegehren zur direkten Bürgerbeteiligung.

In diesem Jahr stehen die ersten öffentlichen Erörterungsveranstaltungen zum großen Stadtentwicklungsprojekt auf dem ehemaligen Paketposthallen-Gelände an.

Deutlich weiter im Genehmigungsverfahren ist der Stelzenbau der Gewofag, der am Reinmarplatz 144 bezahlbare Wohnungen schaffen soll. Rund 30 Prozent der Grundstücksfläche sollen überbaut werden. Etwa 150 von derzeit 200 Parkplätzen bleiben erhalten. Was 2020 akut wird, sind Ausweichstellplätze für die bis zu zweijährige Bauzeit. Der BA will hier rasch zu Lösungen beitragen.

Der Stelzenbau am Reinmarplatz soll im Mai starten.

Museum Mensch und Natur zieht aus

Nymphenburg – Die Detailplanung für das künftige Biotopia-Naturkundemuseum dauert länger als gedacht. Deshalb gibt es das Museum Mensch und Natur noch in seiner bisherigen Form in den bekannten Räumen in Schloss Nymphenburg. Wann es dort schließen und für mehrere Jahre in Interims-Räume im Botanischen Institut an der Menzinger Straße 67 umziehen wird, kann Museumsleiter Michael Apel derzeit noch nicht sagen. Er geht aber von diesem Jahr aus. Mit dem Abriss des früheren LMU-Gebäudes an der Maria-Ward-Straße und dem Baubeginn für das neue Museum ist nicht vor 2021 zu rechnen.

Dr. Michael Apel, stellvertretender Biotopia-Direktor, in der neuen Sonderausstellung.

Daher präsentiert das Museum in den alten Räumen jetzt noch einmal eine neue, eigene Sonderausstellung, an der ein Team aus Stamm- und neuen Biotopia-Mitarbeitern mitgewirkt hat: „Alle Zeit der Welt – Vom Urknall zur Uhrzeit“ heißt sie und ist bis 24. Mai zu sehen. Für Apel auch ein „Modellprojekt“ und Vorgeschmack auf das künftige Museum. Davon wird es im geplanten Biotopia-Lab im Botanischen Institut noch mehr zu entdecken geben. Aber erst, wenn die Zeit reif ist: „Wir werden kein funktionierendes Museum schließen, wenn es nicht gleich sinnvoll weitergeht“, so Apel.

Neubau für Rudolf-Diesel-Realschule

Neuhausen – Das Käthe-Kollwitz- und das Adolf-Weber-Gymnasium werden mit ihren Erweiterungsbauten im dritten Schulbauprogramm berücksichtigt. BA-Chefin Anna Hanusch erwartet daher, dass die Detailplanung heuer Fahrt aufnimmt.

Interessante Neuigkeiten gibt es zudem zur Erweiterung der Rudolf-Diesel-Realschule . 

Rudolf-Diesel-Realschule.

Eine Machbarkeitsstudie dazu ist nach Auskunft aus dem Referat für Bildung und Sport (RBS) inzwischen abgeschlossen. Das Ergebnis: „Aufgrund des Bauzustands des Bestandsgebäudes ist nur ein Neubau wirtschaftlich sinnvoll. Alle Varianten laufen auf einen Neubau hinaus“, erklärt RBS-Sprecherin Katharina Rieger auf Hallo-Anfrage. Um das Baurecht dafür zu klären, wurde ein Antrag auf Bauvorbescheid eingereicht.

ul

Weitere aktuelle Nachrichten aus den Stadtteilen: 

Ihr Viertel ist nicht dabei? Eine große Auswahl weiterer Lokalthemen finden Sie in unserer Übersicht.

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