Streit um die 100-Meter-Grenze

Paketposthalle: Turm-Pläne für Areal heizen Hochhaus-Debatte an 

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Die zwei geplanten Türme auf dem Areal der Paketposthalle.

Während die Stadt noch an einer neuen Hochhausstudie für München arbeitet, sorgen die Pläne für zwei 155 Meter hohe Türme auf dem Areal der Paketposthalle für Streit.

Neuhausen – Toll oder greislig? Chance oder Verschandelung? Die beiden 155-Meter-Türme, die auf dem Areal der Paketposthalle an der Wilhelm-Hale-Straße geplant sind (Hallo berichtete), heizen den Streit über eine 100-Meter-Grenze für Hochhäuser in München erneut an. 

Dafür kämpft nach wie vor Karl Hofmann, Vorsitzender der Initiative Münchner Architektur und Kultur (AKU) und Mitinitiator des Bürgerentscheids von 2004 zugunsten dieses Limits.

Karl Hofmann, 85, Vorsitzender der Initiative Münchner Architektur und Kultur (AKU) und Mitinitiator des Bürgerentscheids von 2004.

 „100 Meter reichen völlig“, sagt er und warnt vor „Elementarsünden“, die die schützenswerte Stadtsilhouette kaputtmachen würden. 

Die AKU fordert: Vom Monopteros im Englischen Garten, von Schloss Nymphenburg und vom Landtag aus dürfen keine Hochhäuser die Blickachsen stören.

„Notfalls müssen wir wieder ein Bürgerbegehren starten. Die ersten Vorbereitungen sind bereits im Gang“, sagt Hofmann. 

Er will das Thema im Kommunalwahlkampf zum „Wahlprüfstein“ machen. Der Neuhauser BA hat dem Gesamtkonzept mit Türmen grundsätzlich zugestimmt.

Ursula Löschau

Das sagen Hallo-Leser

Auf der Hallo-Facebook-Seite wird intensiv mitdiskutiert: Hier einige Zitate:

  • „Pro 155-Meter-Türme und von mir aus ruhig 200 Meter.“
  • „Bevor alle Grünflächen verschwinden, baut lieber in die Höhe. Schaut doch toll aus.“
  • „Oooh neeeee! Greislig!“
  • „Endlich was Lebendiges für eine Stadt, die leider aussieht wie ein Millionendorf.“
  • „Als gebürtige Münchnerin finde ich das absolut zum Kotzen. Ihr werdet doch nicht glauben, dass die Wohnungen, die dort entstehen, für Normalos bzw. Studenten bezahlbar sind.“
  • „So wird das Stadtbild weiter verhässlicht und zerstört.“
  • „München hat hässlichere hohe Häuser. Man soll halt auf die Blickachsen aufpassen.“
  • „Wird halt genug Geld geflossen sein... und eigentlich ist es langsam eh schon wurscht.“
  • „Schaut cool aus! Passt auch in die Gegend.“

Architektenkammer begrüßt die Chance

Christine Degenhart, Präsidentin der Bayerischen Architektenkammer, sagt auf Hallo-Afrage: „Hochhäuser – an diesem Ort, in dieser Gestalt und mit diesem Nutzungskonzept – bieten für die Stadtgesellschaft eine einmalige Chance, sich wieder konstruktiv und zielführend mit dieser Typologie auseinanderzusetzen.“ 

Die Branddirektion geht nach Auskunft eines Sprechers davon aus, dass bei dem Projekt „das Sicherheitsniveau der Bayerischen Hochhausrichtlinie erreicht wird“. Offiziell angehört wurde die Behörde noch nicht.

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