Skandal bei Weihnachtsfeier

BA reagiert auf Strip-Skandal – Neuberger als Kinderbeauftragter abgesetzt

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Der ehemalige Kinderbeauftragte des BA Neuhausen-Nymphenburg Thomas Neuberger.

Bei einer Weihnachtsfeier hatte Neuberger eine Stripperin engagiert - obwohl auch Familien mit Kindern anwesend waren. Diese Aktion hat jetzt Konsequenzen für ihn.

Neuhausen – Der BA Neuhausen-Nymphenburg hat seinem bisherigen Kinderbeauftragten Thomas Neuberger (43) dieses Amt entzogen. Anlass ist ein Skandal um den Auftritt einer Stripperin, den Neuberger (Freie Wähler) beim Münchner Matrosenchor organisiert hatte.

Thomas Neuberger, Kapitänleutnant der Reserve und Vorsitzender des Matrosenchors München, hatte zur jüngsten Weihnachtsfeier seines Chors als Showeinlage eine Stripperin engagiert. Unter den Besuchern waren auch Familien mit Kindern. Und offenbar waren nicht alle von dem Überraschungsgast begeistert. Denn nach der Feier gelangten aus dem Teilnehmerkreis pikante Fotos an die Öffentlichkeit, verbunden mit der Frage, ob sich die Organisation einer Strip-Show vor Kindern mit Neubergers Funktion als Kinderbeauftragter des BA Neuhausen-Nymphenburg vereinbaren lasse.

Viertel-Chefin Anna Hanusch (Grüne) hat diese Frage mit „nein“ beantwortet und beantragt, den 43-Jährigen von diesem Amt zu entheben. Damit hat sich der BA jetzt in einer nichtöffentlichen Sitzung befasst und laut Hanusch „mit klarer Mehrheit den Antrag auf Abberufung als Kinderbeauftragter beschlossen“. Voraussichtlich wird in der nächsten BA-Sitzung im Februar ein neuer Beauftragter gewählt, auch wenn dessen Amtszeit dann nur noch bis April dauern wird. Im Mai wird nämlich der neue BA, der im Zuge der Kommunalwahl im März gewählt wird, eingesetzt.

Neubergers politische Zukunft ist offen. Eigentlich wollte er als Spitzenkandidat der Freien Wähler (FW) wieder für den BA Neuhausen-Nymphenburg und auf Listenplatz zehn auch für den Stadtrat kandidieren. Der Vorstand der FW München hat ihn inzwischen aufgefordert, seine Kandidatur zurückzuziehen. Und auf der Liste für den BA Neuhausen-Nymphenburg, die Anfang der Woche nach einer erneuten Aufstellungsversammlung veröffentlicht wurde, taucht sein Name nicht mehr auf.

Zuvor schon hat sich der Vorstand der Freien Wähler (FW) München von Neuberger distanziert und ihn aufgefordert, seine Kandidaturen für den BA (zunächst Platz eins) und den Stadtrat (Platz zehn) zurückzuziehen. Als er nicht reagierte, wurde eine neue BA-Liste aufgestellt – laut FW-Vorstand „wegen eines Formfehlers“. 

Die Stadtratsliste konnte aus Zeitgründen nicht mehr verändert werden, wohl aber die Wahlplakate: „Auf dem Urfoto mit den Kandidaten auf den ersten zehn Plätzen war ich noch drauf“, sagt Neuberger. Jetzt ist dort Ute Gössner (Platz 11) abgebildet. 

Neuberger räumt Fehler ein

Der selbständige Immobilienmakler wird nach zwölf Jahren BA-Arbeit, davon acht Jahre als Kinderbeauftragter, im künftigen BA Neuhausen-Nymphenburg also nicht mehr mitwirken und sagt rückblickend „Schee war’s. Bei den Kindern gab es keine Missgunst, Intrigen oder Neid.“ Zum Strip-Auftritt bei der Matrosenchor-Weihnachtsfeier gesteht er ein: „Ja, das war ein Fehler und es tut mir natürlich leid.“ Was daraus entstanden ist, sei jedoch die reine „Hetzjagd“. Und er kenne viele Menschen in München, „die diese Hetzjagd vom BA und vor allem von der Partei nicht gut finden“. Für den Stadtrat kandidiert Neuberger jedenfalls weiterhin. Sein Wahlkampf wird eher personenbezogen sein. „Ich bin ich und kein Parteiprogrammatiker“, sagt er.

 

ul

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