Bald neuer Bürgerentscheid?

Paketposthalle: Stadtrat stimmt für Turm-Konzept – trotz Streit um 100-Meter-Grenze

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Die zwei geplanten Türme auf dem Areal der Paketposthalle.

Während die Stadt mit Hochdruck an einer neuen Hochhausstudie für München arbeitet, sorgen die Pläne für die 155-Meter-Türme auf dem Paketposthallen-Areal weiter für Diskussionen.

Update: 12. Oktober 

München/Neuhausen – Herausragend, mutig und buchstäblich hoch interessant: Die Planungen für das Quartier um die Paketposthalle stoßen im Stadtrat auf Begeisterung – mit wenigen Ausnahmen. 

Im Planungsausschuss stimmte der Rat nun dem Grundkonzept des Architektenbüros zu. Der Beschluss muss aber noch von der Vollversammlung bestätigt werden – voraussichtlich am Mittwoch, 23. Oktober. 

Uneinig sind sich die Politiker, ob es einen neuen Bürgerentscheid zur Hochhaus-Höhe geben soll. OB Dieter Reiter sprach sich dagegen aus. Anna Hanusch (Grüne), Stadträtin und Vorsitzende des betroffenen Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg, befürwortet ihn: Man könne nicht den Bürgerwillen, wie er 2004 geäußert wurde, außer Kraft setzen. 

Neue Erkenntnisse soll die Hochhausstudie bieten, die Stadtbaurätin Elisabeth Merk am 19. November vorstellt. Bis zum Sommer 2020 soll diskutiert werden, wo und wie hoch gebaut werden soll.

Erstmeldung: 11. September – Turm-Pläne heizen Hochhaus-Debatte an

Neuhausen – Toll oder greislig? Chance oder Verschandelung? Die beiden 155-Meter-Türme, die auf dem Areal der Paketposthalle an der Wilhelm-Hale-Straße geplant sind (Hallo berichtete), heizen den Streit über eine 100-Meter-Grenze für Hochhäuser in München erneut an. 

Dafür kämpft nach wie vor Karl Hofmann, Vorsitzender der Initiative Münchner Architektur und Kultur (AKU) und Mitinitiator des Bürgerentscheids von 2004 zugunsten dieses Limits.

Karl Hofmann, 85, Vorsitzender der Initiative Münchner Architektur und Kultur (AKU) und Mitinitiator des Bürgerentscheids von 2004.

 „100 Meter reichen völlig“, sagt er und warnt vor „Elementarsünden“, die die schützenswerte Stadtsilhouette kaputtmachen würden. 

Die AKU fordert: Vom Monopteros im Englischen Garten, von Schloss Nymphenburg und vom Landtag aus dürfen keine Hochhäuser die Blickachsen stören.

„Notfalls müssen wir wieder ein Bürgerbegehren starten. Die ersten Vorbereitungen sind bereits im Gang“, sagt Hofmann. 

Er will das Thema im Kommunalwahlkampf zum „Wahlprüfstein“ machen. Der Neuhauser BA hat dem Gesamtkonzept mit Türmen grundsätzlich zugestimmt.

Ursula Löschau

Das sagen Hallo-Leser

Auf der Hallo-Facebook-Seite wird intensiv mitdiskutiert: Hier einige Zitate:

  • „Pro 155-Meter-Türme und von mir aus ruhig 200 Meter.“
  • „Bevor alle Grünflächen verschwinden, baut lieber in die Höhe. Schaut doch toll aus.“
  • „Oooh neeeee! Greislig!“
  • „Endlich was Lebendiges für eine Stadt, die leider aussieht wie ein Millionendorf.“
  • „Als gebürtige Münchnerin finde ich das absolut zum Kotzen. Ihr werdet doch nicht glauben, dass die Wohnungen, die dort entstehen, für Normalos bzw. Studenten bezahlbar sind.“
  • „So wird das Stadtbild weiter verhässlicht und zerstört.“
  • „München hat hässlichere hohe Häuser. Man soll halt auf die Blickachsen aufpassen.“
  • „Wird halt genug Geld geflossen sein... und eigentlich ist es langsam eh schon wurscht.“
  • „Schaut cool aus! Passt auch in die Gegend.“

Architektenkammer begrüßt die Chance

Christine Degenhart, Präsidentin der Bayerischen Architektenkammer, sagt auf Hallo-Afrage: „Hochhäuser – an diesem Ort, in dieser Gestalt und mit diesem Nutzungskonzept – bieten für die Stadtgesellschaft eine einmalige Chance, sich wieder konstruktiv und zielführend mit dieser Typologie auseinanderzusetzen.“ 

Die Branddirektion geht nach Auskunft eines Sprechers davon aus, dass bei dem Projekt „das Sicherheitsniveau der Bayerischen Hochhausrichtlinie erreicht wird“. Offiziell angehört wurde die Behörde noch nicht.

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