Stimme fürs Ehrenamt

Neuhauser vermissen Wertschätzung für Seniorenvertreter

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Wolfgang Schwirz und Ingrid Heuer-Schwirz wollen via Stimmzettel mehr Aufmerksamkeit für ehrenamtliche Seniorenvertreter.

(K)eine Frage des Geldes – Seniorenvertreterin Ingrid Heuer-Schwirz setzt sich dafür ein, dass Ehrenämter unabhängig der Aufwandsentschädigung mehr wertgeschätzt werden. 

Neuhausen: Ingrid Heuer-­Schwirz ärgert sich über die Stimmzettel zur BA-Wahl. Die 62-jährige Neuhauserin kandidiert auf der CSU-Liste. Als Mitglied der Seniorenvertretung im Stadtbezirk will sie sich künftig auch im BA für die Belange der Älteren einsetzen. Ihr Ehrenamt wird auf dem Stimmzettel aber nicht erwähnt. Auch nicht bei drei weiteren BA-Kandidaten, die sich in der Seniorenvertretung engagieren. 

„Das ist doch eine wichtige Information. Und es würde mehr Wertschätzung für dieses Ehrenamt ausdrücken“, sagt sie. Immerhin wurden die Seniorenvertreter von den Bürgern direkt gewählt. Laut Gemeinde- und Landkreiswahlordnung reicht das aber nicht aus, um in die Liste der sogenannten „kommunalen Ehrenämter“ aufgenommen zu werden, die es auf einen Stimmzettel zur BA-Wahl schaffen. Dazu gehören nach Auskunft von KVR-Sprecher Johannes Mayer unter anderem BA-Mitglieder, Mitglieder des Migrationsbeirats und die 25 Mitglieder des Münchner Seniorenbeirats – ein Beirat pro Stadtbezirk – nicht aber alle Seniorenvertreter. 

Als „sonstige Ämter“ werden auch Kinder- und Jugendbeauftragte der Bezirksausschüsse sowie Schulweghelfer in den Kandidatenlisten genannt. Ein Kriterium ist dabei die Höhe der Aufwandsentschädigung. „Ein kommunales Ehrenamt ist nach der Gemeindeordnung auch dadurch gekennzeichnet, dass es für die ehrenamtliche Tätigkeit eine angemessene Entschädigung gibt, die durch Satzung geregelt ist“, erklärt Mayer. 

Ein Argument, mit dem Ingrid Heuer-Schwirz und ihr Mann Wolfgang Schwirz (57), der für die CSU erneut in den BA einziehen möchte, gar nichts anfangen können. „Ob BA oder Seniorenvertretung: Wir sind von den Bürgern direkt gewählt und das sollte das Entscheidende sein, nicht die Aufwandsentschädigung. Das widerspricht dem Ehrenamt ja völlig“, sagt er. Die Seniorenvertreterin wünscht sich jedenfalls für die nächsten Wahlen, dass rechtzeitig davor über diese Frage diskutiert wird. „Das wäre eine gute Möglichkeit, um die Arbeit des Seniorenbeirats und all seiner Vertreter in den Stadtteilen bekannter zu machen und die Attraktivität dieses Ehrenamts zu steigern.“

ul

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