Veto der Viertelpolitiker

Nein zum Weiterbau in Freiham – BA will erst offene Fragen klären

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Die ersten Häuser in Freiham entstehen bereits. Doch nun tritt der BA erst einmal auf die Bremse. 

Der Bezirksausschuss will vor dem zweiten Realisierungsabschnitt einige offene Fragen vor allem bezüglich der Verkehrserschließung geklärt haben.

Freiham – Der örtliche Bezirks­ausschuss stellt sich vorerst gegen den zweiten Realisierungsabschnitt Freiham. Das Gremium lehnte den Aufstellungsbeschluss ab, weil vor allem die verkehrliche Erschließung des neuen Stadtviertels noch nicht gelöst sei. Allein die SPD-Fraktion stimmte dafür. 

Zwar betonten alle Mitglieder, dass sie grundsätzlich die Schaffung von Wohnraum begrüßten. Allerdings sind für die Mehrheit in Freiham noch zu viele Fragen offen. 

Größter Kritikpunkt ist der Verkehr

„Sollte sich in der Frage der verkehrlichen Erschließung keine Lösung abzeichnen, fordert der Bezirksausschuss 22 den Münchner Stadtrat auf, die bisherigen Planungen inklusive Wettbewerb zu verwerfen“, schreiben die Viertelpolitiker in einer Stellungnahme. 

Darin stellen sie zwölf Fragen, die die Stadtverwaltung vorab klären müsse. So gebe es inzwischen zwar ein Bekenntnis zur Verlängerung der U5 nach Freiham, aber weder der Zeitplan noch die Finanzierung seien bisher klar. Darüber hinaus fordern die Viertelpolitiker ein Konzept für die Expressbusse, die bis zur Fertigstellung der U-Bahn fahren sollen. 

Ebenso wollen sie Auskunft über die Pläne zum Ausbau der A99 und der S-Bahn. Die Anbindung des neuen Stadtteils an Aubing müsse unter Beteiligung der Bürger diskutiert werden. Der Verkehr ist in den Augen des Bezirksausschusses aber nicht der einzig kritische Punkt. 

Genauso müssten die Nahversorgung und die Freizeitmöglichkeiten rechtzeitig fertig werden. „Aber auch im Bereich der sozialen Infrastruktur sieht der Bezirksausschuss erhebliche Mängel.“ 

Forderungen an das Projekt durch Politiker

Die Viertelpolitiker fordern mindestens einen weiteren Nachbarschafts­treff, ein ASZ sowie mehr Angebote für Senioren, Kinder und Jugendliche. Zudem sei ein eigenes Bürgerbüro in Freiham notwendig. 

Die SPD sieht diese Probleme auch, aber Reinhard Bernsdorf erklärt: „Ein Dach über dem Kopf erscheint mir immer noch wichtiger als vielleicht mögliche Engpässe beim Verkehr.“ Der Bebauungsplan sei zudem die Voraussetzung dafür, dass die Verkehrs- und Infrastrukturplanung weitergehe. 

Wie es nun weitergeht, sei noch nicht klar, so ein Sprecher des Planungsreferats. Normalerweise werde die Stellungnahme des BA in die Beschlussvorlage für den Stadtrat eingearbeitet, der voraussichtlich im ersten Quartal 2020 entscheidet. 

rea, andy

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