Streit um Halteverbote kocht hoch

Anwohner klagen, dass Stadt Zusage nicht umsetzt – KVR und MVG widersprechen dem

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Matthieu Omont (links) sowie Britta und Wilm Wösten fordern weniger Halteverbote in ihrer Straße.

Erst passierte mehrere Monate gar nichts, dann standen plötzlich die falschen Schilder da. Einige Anwohner der Hellensteinstraße in Aubing-Ost fühlen sich verschaukelt.

Aubing – Damit die neue Buslinie 157 ungehindert vom Aubinger Bahnhof nach Pasing kommt, hatte die Stadt entlang der Strecke zahlreiche Halteverbotsschilder aufgestellt. Anwohner beklagten daraufhin, dass ihre Straßen zu Rennstrecken geworden seien (Hallo berichtete). 

Ein Ortstermin im Sommer sollte eigentlich einen Kompromiss bringen. „Uns wurde versprochen, dass auf einer Seite das Parken wieder erlaubt wird, aber jetzt ist etwas anderes herausgekommen, als besprochen war“, ärgert sich Anwohner Wilm Wösten. Er und seine Frau Britta wohnen an einem etwa 150 Meter langem Stück der Hellensteinstraße, auf dem auf beiden Seiten ein Halteverbot gilt. Auf der restlichen Hellenstein- und der angrenzenden Aubing-Ost-Straße dagegen dürfen die Autos inzwischen einseitig parken. „Ich verstehe das nicht. Bei uns ist die Fahrbahn genauso breit“, ärgert sich Britta Wösten. 

Die Situation sei eine Katastrophe 

„Die Autos heizen mit 60 bis 70 Stundenkilometern durch und der Lärmpegel ist erheblich gestiegen“, so Nachbar Matthieu Omont. Zwar sei das Halteverbot inzwischen teilweise auf die Betriebs­zeiten des Busses begrenzt. Aber das reicht den Anwohnern nicht: „An der übersichtlichen Stelle, die mindestens zehn Parkplätze gewährleistet hätte, bleibt das Halteverbot komplett bestehen. Andererseits wurde es direkt nach einer Kurve zumindest zeitlich befristet aufgehoben“, so Wösten. Das sei nicht nachvollziehbar. 

Erklärungen oder das Protokoll des Ortstermins erhielten die Anwohner trotz mehrfacher Nachfragen nicht. Sie fordern nun, dass die Vereinbarungen des Ortstermins umgesetzt werden und auch auf ihrem Straßenstück auf einer Seite das Parken durchgehend erlaubt wird. 

KVR und MVG widersprechen

Johannes Mayer, Sprecher des zuständigen Kreisverwaltungsreferats, teilt dagegen mit, dass die Halteverbote auf der 6,50 Meter breiten Straße bei Bussen mit Zweirichtungsverkehr notwendig seien. So seien die einschlägigen verkehrsrechtlichen Anordnungen. Das Ergebnis des Ortstermins sei die zeitliche Begrenzung. Die Anwohner könnten nun nachts und am Wochenende auf einer Seite parken. 

MVG-Sprecher Matthias Korte betont, dass man vor Ort keinerlei Versprechen machte. „Mangels Notwendigkeit“ gebe es aber kein offizielles Protokoll, so Mayer. Die Anwohner überlegen nun, ob sie vor Gericht ziehen wollen. 

Andreas Schwarzbauer

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