Trotz interessantem Standort

Anwohner fürchte Folgen nach Rewe-Schließung an der Ubostraße – einen Lichtblick gibt es

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Zahlreiche Aubinger kaufen regelmäßig bei dem Supermarkt an der Ubostraße ein und fordern deshalb seinen Erhalt. 

Gerade in den Außenrandbezirken der großen Stadt München ist eine wohnortnahe Lebensmittelversorgung unerlässlich - Aubinger kritisierten schon den Mangel an Versorgern. 

Update: 29. Januar

Aubing Der Schock über die Schließung des Rewe-Marktes an der Ubostraße sitzt tief. Zahlreiche Aubinger fordern, dass der Nahversorger bleiben muss. Uta Wagner von der Bürgervereinigung Aubing sagt: „Stück für Stück verschwindet unsere Infrastruktur. Es ist schon der dritte Markt in Aubing, der zumacht. Von ehemals drei Metzgern haben wir nur noch einen. Das ist dramatisch.“ 

Monika Götz von der Aubinger Nachbarschaftshilfe stimmt ihr zu. „Hier wohnen viele Senioren und die nächsten Einkaufsmöglichkeiten – der Lidl an der Bergsonstraße, der Edeka an der Colmdorfstraße oder der Rewe an der Limesstraße – sind relativ weit weg.“ Man erreiche sie von Alt-Aubing aus nur mit dem Bus oder dem Auto. „Die Leute können aber nicht mit dem Bus fahren und dabei drei Tüten schleppen“, ergänzt Ulrike Pareser. Und ein Auto habe nicht jeder. Das hätte fatale Folgen, fürchtet Götz: „Viele Ältere werden nicht mehr selbst einkaufen können und büßen so ihre Selbstständigkeit ein.“ 

Wie beliebt der Supermarkt ist, weiß Ursula Oswald, der ein Geschäft direkt nebenan gehört: „Im Grunde geht dort jeder einkaufen: Ältere mit dem Rollator, Mütter mit Kinderwagen, Schüler. Die meisten kommen zu Fuß oder mit dem Fahrrad.“ 

BA-Chef Sebastian Kriesel (CSU) hat die Stadtverwaltung um Unterstützung und Rewe um die Fortführung des Standorts gebeten. Dagmar Mosch (Grüne) und Johann Sauerer (ÖDP) wollen, dass sich die Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung (MGS) künftig um das Thema Nahversorgung kümmert, bestehende Einzelhändler unterstützt und neue Unternehmen anwirbt. 

Einen Lichtblick gibt es: An der Aubing-Ost-Straße 1 – an der Einmündung in die Altostraße – ist ein Neubau mit einem 1015 Quadratmeter großen SB-Markt und einem Getränkemarkt geplant. Im Obergeschoss sollen 24 Pflegewohnungen entstehen. Der BA stimmte den Plänen zu. Allerdings herrschte Einigkeit, dass dies kein Ersatz für den Markt an der Ubostraße ist. 

A. Schwarzbauer

Erstmeldung: 23. Januar

Aubing – Rewe schließt seinen Markt an der Ubostraße zum 30. April. „Das Gebäude ist nicht mehr zeitgemäß und entspricht nicht mehr den Anforderungen an einen modernen Supermarkt“, teilt die Sprecherin des Unternehmens, Ursula Egger, mit. Das Weiterbetreiben des Marktes sei auch nach einer Sanierung wirtschaftlich nicht mehr darstellbar. 

Das Gebäude des Rewe-Marktes in der Ubostraße ist zu alt.

Das liegt nicht an der fehlenden Kundschaft. Denn Egger sagt: „Nichtsdestotrotz bleibt Aubing weiterhin ein sehr interessanter Standort für uns.“ Für die Aubinger dürfte es eine Hiobsbotschaft sein. Sie hatten bereits vor zwei Jahren auf der Bürgerversammlung den Mangel an Nahversorgern kritisiert. BA-Chef Sebastian Kriesel hofft, dass sich ein Nachfolger findet. „Gerade auch in den Außenrandbezirken der großen Stadt München ist eine wohnortnahe Lebensmittelversorgung unerlässlich.“

Andreas Schwarzbauer

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