Hebamme sucht verzweifelt Räume

Aubinger Geburtshelferin will Treffpunkt für Mütter schaffen

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Bettina Sobotta – Hebamme in Aubing

Neben überfüllten Kursen und Platzmangel klagt die Hebamme über ein Defizit an Treffpunktmöglichkeiten junger Mütter. Ihre Situation beschreibt ein allgemeines Problem in München. 

Aubing – Seit fünf Jahren arbeitet Bettina Sobotta als selbstständige Hebamme, fast genauso lange sucht sie nun schon eine eigene Praxis in Aubing oder Lochhausen. „Es ist schwierig bis unmöglich, etwas zu bekommen. Ich bräuchte aber dringend Räume, um mehr Kurse für Schwangere und junge Mütter anzubieten und einen Treffpunkt zu schaffen.“ 

Derzeit ist Sobotta Untermieterin im Alten- und Servicezentrum (ASZ) Aubing und hält dort jede Woche acht Kurse ab – vom Schwangeren-Yoga bis zu Pilates. Gerne würde sie mehr anbieten. „Die Kurse sind sehr voll, es gibt locker Bedarf für noch drei Kurse.“ Allerdings habe das ASZ dafür keine Kapazitäten mehr, die Räume sind fast durchgehend belegt. 

Doch Sobotta geht es nicht nur darum: „Es wäre schön, einen festen Anlaufpunkt für junge Muttis zu haben, wo man auch mal einen Kaffeeklatsch machen kann.“ Denn für die Frauen sei es nicht nur wichtig, nach der Geburt wieder fit zu werden, sondern auch Kontakte zu anderen Müttern zu knüpfen. In Lochhausen und Aubing gebe es ein solches Angebot bisher nicht und selbst Cafés seien in den beiden Stadtteilen rar. Die nächsten Anlaufpunkte seien die Helios Klinik oder die Familienbildungsstätte Fabi in Pasing. Aber für Aubinger oder Lochhausener Mütter sei das relativ weit weg. „Es ist schon eine Hemmschwelle, wenn man sich in den Bus setzen und mit dem Baby so weit fahren muss“, sagt Sobotta. Deshalb hätte sie ihre Praxis gerne in Aubing oder Lochhausen. 

Dass Bedarf da ist, bestätigt Melanie Marwitz vom Verein Hebavaria, der Hebammen vermittelt (siehe unten): „In München fehlen Hebammen. Gerade im Westen, wo in den zahlreichen Neubaugebieten viele junge Familien eingezogen sind, werden wahrscheinlich dringend mehr Geburtshelferinnen benötigt.“ 

Mechthild Hofner vom Bayerischen Hebammen Landesverband sieht in München und dem Speckgürtel eine akute Unterversorgung. „Das Interesse am Beruf ist ungebrochen, aber wir müssen dringend die Arbeitsbedingungen verbessern, damit Hebammen auch im Beruf bleiben.“

Wer Räume vermietet, kann sich bei Sobotta melden unter 0157/ 85 93 80 90 oder per E-Mail an info@deinehebamme-bettina.de

Die Hebammen-Hotline

Um die Hebammenversorgung in München zu verbessern, wurde im Mai 2019 Hebavaria gegründet. Der Verein hilft werdenden Müttern ab der 34. Schwangerschaftswoche bei der Hebammensuche, wenn sie bis dahin keine Wochenbettbetreuung gefunden haben. 

Außerdem hat Hebavaria einen Pool an Hebammen, die im Notfall einspringen können und in den ersten drei Wochen nach der Geburt Hausbesuche machen. Insbesondere in den Ferien oder am Wochenende gibt es dafür Bedarf. 

Innerhalb einer sechswöchigen Pilotphase im Sommer betreute das Projekt 74 Mütter am Wochenbett und organisierte 184 Hausbesuche. Finanziert wird das Projekt durch Freistaat und Stadt. Hebavaria ist 

Montag bis Freitag von 9.30 bis 11 Uhr unter Telefon 12 19 12 04 oder per E-Mail an hebammenhotline@ hebavaria.de erreichbar.

A. Schwarzbauer

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