Baustelle Nachmittagsbetreuung?

Eltern beklagen Schließung von Hortgruppe in Aubing

Der Geschäftsführer von Infanterix, Benjamin Tajedini , sucht Alternativen für die Hortgruppe an der Kronwinkler Straße.
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Der Geschäftsführer von Infanterix, Benjamin Tajedini , sucht Alternativen für die Hortgruppe an der Kronwinkler Straße.

Während Eltern um die Plätze ihrer Kinder bangen, sehen die Stadt und Infanterix die Situation eher gelassen und verweisen auf Alternativen.

Aubing: Es war ein Schock für einige Aubinger Eltern: Die Kinderbetreuungseinrichtung Infanterix schließt im September ihren Hort an der Kronwinkler Straße. 

„Andere Einrichtungen sind sowieso schon sehr voll und bei Neuanmeldungen werden Geschwisterkinder und Erstklässler bevorzugt“, klagt eine Mutter mit einer Tochter in der dritten Klasse. Sie fürchtet, dass sie im kommenden Schuljahr ohne Betreuungsplatz dasteht. „Die Kinder sind nicht im Hort, weil die Mütter und Väter zuhause sitzen, sondern weil sie arbeiten müssen“, kritisiert sie. 

Infanterix will den Hort in eine Kindergartengruppe umwandeln. Man habe die Hortgruppe von der Vorgängereinrichtung übernommen und den Eltern damals zugesagt, die Plätze zu erhalten, bis die Kinder die Grundschule absolviert hätten. Dieses Versprechen habe man gehalten, so Geschäftsführer Benjamin Tajedini. Nun habe man sich entschieden, den Hort nicht weiterzubetreiben: „Unsere Kernkompetenz ist die frühkindliche Bildung“, sagt Tajedini. 

Geschäftsführer von Infanterix, Benjamin Tajedin

Zudem sei der Standort, der rund eineinhalb Kilometer von der Grundschule entfernt ist, nicht ideal. „Ein Hort sollte schulnah sein.“ Die Gruppe sei nie voll belegt gewesen, so Tajedini weiter. Der Elternbeirat widerspricht: So werde beim Kita-Finder angezeigt, dass es derzeit keine freien Hortplätze an der Kronwinkler Straße gebe. „Ich finde es haarsträubend. Es geht um Betreuungsplätze für Kinder und nicht um Waren, die man einfach woanders einkaufen kann“, kritisiert eine Mutter. 

Die Schließung des Hortes sei rein wirtschaftlich getrieben. Die Stadt dürfe der Umwidmung nicht zustimmen. Das Bildungsreferat sieht die Lage nicht so dramatisch. Es gebe noch genügend Betreuungsplätze in Aubing. „Der Sprengel der zugehörigen Grundschule an der Gotzmannstraße verfügt über eine ganztägige Versorgung von 84 Prozent, nicht alle Hortplätze im Sprengel sind belegt“, sagt Sprecherin Katharina Rieger. Die Hortkinder von Infanterix könnten zudem im Notfall im Schuljahr 2020/21 in der Kindertagesstätte Luna betreut werden, teilt Rieger mit. 

Darüber hinaus will Infanterix eine altersgemischte Übergangsgruppe mit Hort- und Kindergartenkindern anbieten. Zudem sei man mit Einrichtungen aus der Nachbarschaft im Gespräch, um eine Lösung zu finden, so Tajedini. „Es besteht keine Gefahr, dass ein Kind im September auf der Straße steht.“ Unter diesen Bedingungen müsse man einer Umwandlung zustimmen, teilt das Bildungsreferat mit. 

Andreas Schwarzbauer

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